Der EC Bad Nauheim hat am 7. Hauptrunden-Spieltag der DEL2 am Freitagabend bei den Bietigheim Steelers mit 2:4 verloren. Nach dem 2:1 im ersten Drittel und dem 1:1 im zweiten Abschnitt kippte die Partie im Schlussdrittel endgültig zugunsten der Gastgeber. Für Bad Nauheim war es bereits die sechste Niederlage der Saison.

3.571 Zuschauer sahen die Begegnung, darunter rund 70 Fans aus Bad Nauheim. Die Gäste starteten ordentlich und gingen in der 4. Minute in Führung: Leon Bußmann gewann den Puck, kombinierte im Doppelpass mit Julian Kornelli und schloss zum 1:0 ab. Bietigheim antwortete in der 9. Minute. Cole Fonstad stand am langen Pfosten frei und glich aus.

Harper trifft bei seinem Debüt

In der 17. Minute lag Bad Nauheim wieder vorn. Stephen Harper, erst zwei Tage zuvor verpflichtet, nutzte einen Fehler von Arne Uplegger zum 2:1. Der Neuzugang hatte damit gleich einen auffälligen Einstand – zunächst sah es für die Gäste auch nach einem brauchbaren Abend aus.

Zu Beginn des zweiten Drittels kontrollierte Bad Nauheim das Geschehen und kam zur zweiten Powerplay-Chance, blieb dabei aber ohne Tor. Zwei Strafzeiten gegen den ehemaligen Bietigheimer Jesse Kauhanen in der 32. und 35. Minute verschoben die Kräfteverhältnisse. Bietigheim bekam mehr Zugriff, und in der 39. Minute fälschte Nolan Ritchie einen Schuss von Uplegger zum 2:2 ab.

Die beste Nauheimer Möglichkeit in diesem Abschnitt hatte Matt Marcinew. Nach einem Puckgewinn lief er auf Felix Noack zu, scheiterte aber am Bietigheimer Torhüter. So blieb es vor dem letzten Drittel beim Gleichstand.

Powerplay bringt die Wende

Eine Strafe gegen Harper im Schlussdrittel erwies sich als entscheidend. Nach gerade einmal sieben Sekunden Überzahl traf Fonstad in der 45. Minute zum 3:2 für die Steelers. Bad Nauheim versuchte noch einmal gegenzuhalten, konnte körperlich in der Schlussphase aber nicht mehr entscheidend zulegen.

Als die Gäste mit sechs Feldspielern agierten, machte Jack Dugan in der 59. Minute mit dem Treffer ins leere Tor alles klar. Die Tore im Überblick: Bußmann (4.), Fonstad (9.), Harper (17.), Ritchie (39.), Fonstad im Powerplay (45.) und Dugan ins leere Tor (59.). Bei den Strafzeiten lag Bietigheim mit vier Minuten unter Bad Nauheim, das sechs Minuten verbüßte.

Bad Nauheims Trainer Kevin Gaudet sah sein Team rund 30 Minuten lang gut im Spiel. Danach habe die Mannschaft durch Fehler und Strafzeiten das Momentum verloren. Ein nüchterner Satz nach einem Abend, der zunächst so ordentlich begonnen hatte und dann doch wieder in bekannte Bahnen lief.

Einordnung in die DEL2-Saison 2024/25

Die DEL2-Saison 2024/25 war die zwölfte Spielzeit unter diesem Namen und lief vom 13. September 2024 bis zum 29. April 2025. 14 Mannschaften traten an, jede absolvierte 52 Spiele in einer doppelten Hin- und Rückrunde. Die Hauptrunde endete am 2. März 2025. Für einen Sieg nach regulärer Spielzeit gab es drei Punkte; bei einem Unentschieden nach 60 Minuten erhielt jedes Team einen Punkt, der Sieger der Verlängerung oder des Penaltyschießens einen weiteren.

In der Abschlusstabelle belegte der EC Bad Nauheim mit 69 Punkten Rang zehn. Vorne standen die EC Kassel Huskies mit 101 Punkten, gefolgt von den Krefeld Pinguinen mit 99, den Ravensburg Towerstars mit 98 und den Dresdner Eislöwen mit 97 Punkten. Dahinter folgten die Starbulls Rosenheim (90), der EV Landshut (83), die Blue Devils Weiden (77), die Lausitzer Füchse (76), der EHC Freiburg (71), Bad Nauheim, der ESV Kaufbeuren (65), die Eispiraten Crimmitschau (61), die Eisbären Regensburg (56) und die Selber Wölfe (49).

Die ersten zehn Teams qualifizierten sich für die Play-offs. Die ersten sechs zogen direkt ins Viertelfinale ein, während die Plätze sieben bis zehn in zwei Best-of-Three-Serien die beiden weiteren Viertelfinalisten ausspielten. Bad Nauheim traf in den Pre-Play-offs vom 5. bis 9. März 2025 auf die Blue Devils Weiden und verlor die Serie mit 1:2. Weiden erreichte damit ebenso das Viertelfinale wie der EHC Freiburg, der sich mit 2:0 gegen die Lausitzer Füchse durchsetzte.

Im Viertelfinale ab dem 12. März setzte sich Kassel mit 4:0 gegen Freiburg durch. Krefeld schlug Weiden 4:2, Ravensburg gewann gegen Landshut 4:2, und Dresden bezwang Rosenheim 4:1. Im Halbfinale vom 28. März bis 11. April besiegten die Dresdner Eislöwen die Kassel Huskies mit 4:2, während Ravensburg Krefeld mit 4:2 ausschaltete.

Die Finalserie zwischen Dresden und Ravensburg wurde erst im siebten Spiel entschieden. Die Dresdner Eislöwen gewannen mit 4:3 und wurden DEL2-Meister. Damit waren sie zum Aufstieg in die DEL berechtigt. Danny aus den Birken wurde als Play-off-MVP genannt; er absolvierte 18 Spiele für Dresden, kam auf einen Gegentorschnitt von 1,82 und eine Fangquote von 93,7 Prozent. Mathew Santos war der Topscorer der Play-offs.

In den Play-offs wurde bei Gleichstand nach regulärer Spielzeit eine 20-minütige Verlängerung gespielt, bis ein Tor fiel. Zwischen den Verlängerungen gab es jeweils eine neue Eisbereitung und 15 Minuten Pause. Die Teams auf den Plätzen elf bis 14 spielten derweil in den Play-downs den Absteiger aus. Bei einem Punkteabstand von null bis zehn Zählern galt der Best-of-Seven-Modus; bei elf bis 20 Punkten benötigte das besser platzierte Team drei Siege, das schlechter platzierte vier. Bei mehr als 20 Punkten reichten dem besser platzierten Team zwei Siege, während der Gegner weiterhin vier brauchte.

In der ersten Play-down-Runde gewann Crimmitschau gegen Regensburg mit 4:3. Kaufbeuren und Selb standen nach Siegen 3:3, wobei Kaufbeuren wegen des 16-Punkte-Abstands aus der Hauptrunde nur drei Siege benötigte; Selb musste vier erreichen. In Runde zwei setzte sich Regensburg gegen Selb mit 4:0 durch und blieb in der DEL2. Die Selber Wölfe stiegen nach vier Jahren Ligazugehörigkeit in die Oberliga ab.

Die Dresdner Eislöwen gewannen die Meisterschaft im entscheidenden siebten Finalspiel gegen die Ravensburg Towerstars. Kassel, Dresden, Rosenheim, Landshut und Krefeld hatten Bewerbungsunterlagen für eine DEL-Lizenz eingereicht. Die Eisbären Regensburg als Vorjahresmeister hatten dagegen keine DEL-Lizenzbewerbung abgegeben. Deshalb blieb der DEL-Absteiger Augsburg Panther in der DEL. Neu in der DEL2 waren die Blue Devils Weiden, die aus der Oberliga Süd aufgestiegen waren; die Bietigheim Steelers stiegen nicht in die DEL2 ein, sondern in die Oberliga Süd ab.

Unter den Torhütern, die mindestens 40 Prozent der Gesamtspielzeit ihrer Mannschaft absolvierten, hatte Daniel Fießinger in der Hauptrunde die meiste Eiszeit. Und in Bietigheim? Dort war für Bad Nauheim nach 59 Minuten Schluss – sechs Feldspieler auf dem Eis, der Puck im leeren Tor, und die Heimfans konnten endgültig losjubeln.