Am 2. Oktober 2026 beginnt die DB InfraGO auf der 227 Kilometer langen Ost-West-Bahnstrecke zwischen Hannover und Berlin ein umfangreiches Bauprogramm. Die Arbeiten dauern bis Dezember 2027. Für Reisende heißt das: andere Fahrpläne, Umwege und deutlich mehr Zeit im Zug. Die Fahrpläne für Oktober bis Mitte Dezember 2026 sind bereits in den Auskunftsmedien veröffentlicht.

Gebaut wird an mehreren Stellen gleichzeitig. Östlich und westlich von Stendal erhält die Schnellfahrstrecke eine neue Feste Fahrbahn. Parallel gehen die abschnittsweise Elektrifizierung und der weitere Ausbau der Lehrter Stammbahn voran. Hinzu kommt die Korridorsanierung zwischen Lehrte und Berlin. Gleise, Weichen, Betonfahrbahn, Oberleitungen, Stellwerke und Bahnhöfe werden gebündelt erneuert oder modernisiert, sagt Wolfgang Weinhold, Programmleiter Korridorsanierung der DB InfraGO.

Betonplatten statt Schotter

Auf 52 Kilometern wird die in den 1990er-Jahren errichtete Feste Fahrbahn grundlegend erneuert. Anders als bei einem klassischen Gleis liegen die Schienen hier auf Betonplatten statt auf Schotter und Schwellen. Die alte Betonfahrbahn wird mit Spezialtechnik zurückgebaut, anschließend werden Untergrund und Fahrbahn erneuert.

Geplant ist die Verlegung von 16.000 Betonplatten. Jede ist 6,5 Meter lang und wiegt rund 10 Tonnen. Das klingt nach nüchternen Zahlen, vor Ort dürfte es trotzdem ordentlich rattern, wenn die Spezialtechnik anrückt und Platte für Platte ihren Platz findet.

Bis Dezember 2027 sollen außerdem mehr als 214 Weichen ersetzt oder neu gebaut, rund 357 Kilometer Gleise erneuert sowie 100 Kilometer Oberleitungen und 13 Kilometer Lärmschutzwände ersetzt oder neu gebaut werden. 25 Bahnhöfe werden modernisiert, teilweise auch barrierefrei ausgebaut.

Seit Sommer 2025 wird die Lehrter Stammbahn abschnittsweise elektrifiziert. Dort entstehen außerdem fünf Überleitverbindungen, sechs Stellwerke werden erneuert. Die DB InfraGO will bis Dezember 2027 möglichst alle Maßnahmen vorziehen, die für eine spätere Erhöhung der Streckengeschwindigkeit auf 160 km/h erforderlich sind.

Fernzüge fahren über Braunschweig und Magdeburg

Die Umleitungsstrecke über Braunschweig und Magdeburg wurde mit einem Instandhaltungsprogramm auf die zusätzliche Belastung vorbereitet. Rund 50 Millionen Euro flossen dafür in die Strecke. Der Fernverkehr wird während der Bauarbeiten durchgehend über diese Route geführt.

Zwischen Hannover und Berlin fahren drei Fernverkehrszüge je Richtung innerhalb von zwei Stunden, dazu kommen zusätzliche Einzelverbindungen. Braunschweig und Magdeburg sind dadurch stündlich an das Fernverkehrsnetz angebunden. Magdeburg erhält während der Bauzeit mehr Fernverkehrshalte als üblich. Die Fahrzeit zwischen Hannover und Berlin verlängert sich um etwa 80 Minuten. Zusätzliche Fernverkehrshalte in Stendal und Wolfsburg werden noch geprüft.

Die Strecke Hannover–Berlin ist nach dem Korridor Hamburg–Berlin die zweitlängste Strecke, auf der die Infrastruktur gewerkeübergreifend gebündelt erneuert wird. Im Nah- und Fernverkehr gelten angepasste Fahrpläne; die konkreten Verbindungen sind in den Auskunftsmedien abrufbar.

Busse ersetzen ausfallende Regionalzüge

Ein Grundangebot im Regionalverkehr bleibt während der Bauphase bestehen. Wo Züge ausfallen, fahren Busse. Die jeweiligen Ersatzfahrpläne sind ebenfalls in den Auskunftsmedien hinterlegt.

Im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg gilt vom 2. Oktober, 21 Uhr, bis zum 12. Dezember 2026: Die RB34 zwischen Stendal und Rathenow fährt bereits seit Sommer 2025 bis zum 12. Dezember 2026 im Ersatzverkehr mit Bussen. Mit Beginn der Sperrung entfallen RE4 und RB21 abschnittsweise oder werden umgeleitet. Die RB51 ist grundsätzlich nicht betroffen, mittags kommt es jedoch wegen Baustellenfahrten zu einzelnen Fahrplanverschiebungen. Die gleichzeitig gesperrte Berliner Stadtbahn bringt weitere Umleitungen und Zugausfälle.

Stendal und Rathenow werden über zwei Expressbuslinien an Berlin angebunden. Der X1 fährt von Stendal nach Genthin mit Anschluss an den RE1. Der X4 verbindet Stendal, Rathenow und Nauen und bietet Anschlüsse an RE8 und RE2. Zusätzlich verkehren die lokalen Buslinien A zwischen Brieselang und Falkensee, B zwischen Rathenow und Nauen, C von Nauen über Priort nach Falkensee sowie D beziehungsweise RB34 zwischen Rathenow und Stendal.

Im Großraum Braunschweig und Hannover fahren RE70/RE60 zwischen Hannover und Braunschweig sowie RE50 zwischen Braunschweig und Wolfsburg nur im Stundentakt. RE30/RE50 verkehren montags bis freitags stündlich bis beziehungsweise ab Wolfsburg. Am Wochenende fahren diese Züge nur bis Fallersleben; zwischen Fallersleben und Wolfsburg übernehmen Busse.

Vom 3. bis 5. Oktober 2026 fallen RE30-Züge zwischen Wolfsburg und Gifhorn aus, als Ersatz fahren Busse. Verstärkerzüge der RE30 verkehren ab 2. Oktober nur noch zwischen Hannover und Gifhorn.

Alternativen ab Stendal

Für Stendal stehen in West-Ost-Richtung Ersatzbusse nach Wolfsburg, nach Genthin mit Anschluss an den RE1 nach Berlin sowie nach Nauen mit Anschlüssen zu mehreren Regionalverkehrslinien nach Berlin bereit. Zugverbindungen von Stendal nach Magdeburg, Wittenberge sowie Salzwedel/Uelzen bleiben bestehen.

Als Ersatz für ausfallende ICE-Halte fahren zusätzliche Expressbusse: alle zwei Stunden ohne Zwischenhalt nach Wolfsburg und ebenfalls alle zwei Stunden nach Genthin als Ersatz für die Fernverkehrsanbindung nach Berlin. Wer von Stendal nach Berlin muss, kann über Wittenberge fahren, den Expressbus nach Genthin nehmen und dort in den RE1 umsteigen oder den längeren Weg über Rathenow und Nauen wählen. Nach Hannover führen Alternativen über Wolfsburg, Uelzen oder Magdeburg.

Die seit Juni beziehungsweise Dezember 2025 bestehenden Ersatzverkehre der RB34 Stendal–Rathenow und RB35 Stendal–Wolfsburg werden unverändert fortgeführt. An Wochenenden entfallen RE6 und RB36 zwischen Oebisfelde und Wolfsburg; auch dort fahren Ersatzbusse.

Güterverkehr mit weiterer Ausweichroute

Güterzüge werden hauptsächlich über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet. Spätestens ab Ende Januar 2027 soll zusätzlich eine Strecke über Halle (Saale)–Eichenberg zur Verfügung stehen. Diese zweite Umleitungsstrecke wird derzeit modernisiert.

Die Angaben stammen von der Deutschen Textservice Nachrichtenagentur GmbH sowie aus Informationen der Deutschen Bahn. Der Bildhinweis der ersten Quelle zeigt einen ICE T auf einer Bahnstrecke. Die bereitgestellte PDF zum Bauprojekt trägt den Titel „BauInfoPortal – Bauprojekt Korridorsanierung | BauInfoPortal der Deutschen Bahn“; ihr Rohinhalt besteht aus PDF-Strukturdaten, komprimierten Binärdaten und eingebetteten Bildern und ist nicht als Nachrichtenartikel auslesbar. Eine darüber hinausgehende inhaltliche Zusammenfassung dieses PDF-Datenformats ist daher nicht möglich.