Land Rover Classic macht den L316 Defender zum 405-PS-Works-V8
Land Rover Classic legt für ältere Defender nach: Das offizielle Modernisierungsprogramm richtet sich an die Baureihen 90 und 110 der Baujahre 2007 bis 2016, intern L316 genannt. Angeboten werden Leichtmetallräder, Fahrwerksanpassungen, Leistungs- und Dynamik-Upgrades sowie optische und technische Einzelpakete. Die Idee dahinter ist klar: bessere Leistung und mehr Fahrdynamik auf befestigten Straßen, ohne den ursprünglichen Geländewagencharakter preiszugeben.
Im Mittelpunkt steht die Möglichkeit, einen vorhandenen Defender zum Works V8 umzubauen. Das Paket ist für Fahrzeuge der Baujahre 2012 bis 2016 erhältlich. Statt des originalen Dieselmotors arbeitet dann ein frei saugender 5,0-Liter-V8-Benziner von Land Rover unter der Haube. Er leistet 298 kW beziehungsweise 405 PS und stellt maximal 515 Nm Drehmoment bereit. Geschaltet wird mit einer Achtgang-Automatik von ZF.
Mehr Kraft, mehr Halt auf der Straße
Mit dem Motor allein ist es nicht getan. Die Umrüstung umfasst auch Antriebsstrang, Fahrwerk, Federung und Bremsen. Bilstein-Dämpfer treffen auf Eibach-Schraubenfedern, verstärkte Stabilisatoren sowie modifizierte Koppelstangen und Buchsen. Die Komponenten sollen Handling, Fahrkomfort und Stabilität verbessern – auf Asphalt ebenso wie abseits davon. Die Geländefähigkeit des Defender soll dabei erhalten bleiben; genau das ist bei einem solchen Kraftzuwachs ja der Knackpunkt.
Für die Bremsanlage greift Land Rover Classic auf Alcon zurück. An allen Rädern sitzen Vierkolben-Bremssättel, dazu kommen innenbelüftete Bremsscheiben. Vorne messen sie 335 Millimeter, hinten 300 Millimeter. Das ist kein Detail, das man beim kurzen Blick auf den Wagen sofort sieht, beim kräftigen Tritt aufs Pedal aber vermutlich nicht vergisst.
Wer den kompletten Motorumbau nicht braucht, kann einzelne Fahrwerks- und Dynamikmodule wählen. Bilstein-Dämpfer, Eibach-Federn sowie die verstärkten beziehungsweise modifizierten Stabilisatoren, Koppelstangen und Buchsen stehen auch als eigenständige Lösungen zur Verfügung. Sie sollen Komfort und Handling auf der Straße und im Gelände verbessern.
Stahl, Leichtmetall und ein anderer Innenraum
Bei den Rädern bleibt die Auswahl erfreulich bodenständig: erhältlich sind neu gestaltete 16-Zoll-Stahlräder sowie 18-Zoll-Leichtmetallräder. Die größeren Räder gibt es wahlweise im „Diamond Turned“-Look oder lackiert. Zusätzlich stehen originales Zubehör und weitere Radoptionen zur Individualisierung bereit.
Im Innenraum verrät die Umrüstung ihre Herkunft durch Works-V8-Embleme beziehungsweise eine exklusive „Works V8“-Kennzeichnung. Der Getriebetunnel wird neu gestaltet, der Schalthebel überarbeitet und die Bedienelemente werden angepasst. Technisch wirken die Änderungen nicht wie lose Einzelteile, sondern sind auf die Integration des V8-Antriebsstrangs, Haltbarkeit und Alltagstauglichkeit ausgelegt.
Kleinere kosmetische und dynamische Komponenten können über die Website von Land Rover Classic Parts zur Selbstmontage bestellt werden. Wer lieber nicht selbst unter dem Defender liegen möchte, lässt die Teile von einem autorisierten Händler bestellen und montieren. Das gilt auch für Lieferungen an Händler.
Montage in Essen und Coventry
Die vollständigen Leistungs- und Dynamik-Upgrades sowie der komplette V8-Umbau bleiben spezialisierten Technikern vorbehalten. Gearbeitet wird in den Classic-Works-Einrichtungen in Essen, Deutschland, und Coventry, Großbritannien. Dort werden die komplexen Arbeiten ausgeführt, während kleinere Upgrades für die Selbstmontage erhältlich sind.
Dominic Elms, Director JLR Classic, beschreibt das Programm als Angebot maßgeschneiderter Lösungen für unterschiedliche Nutzungen – vom Familienfahrzeug über das Arbeitsfahrzeug bis zum Sammlerstück. Nach seiner Einordnung soll es Kunden ermöglichen, ihre individuellen Defender weiter zu nutzen und zu erhalten. Für manche ist das ein täglicher Begleiter, für andere ein Stück Sammlung, das nun etwas kräftiger auftritt und trotzdem nach Defender aussieht.
