Die Balearen wachsen als Reiseziel weiter – allerdings nicht überall im gleichen Tempo. Zwischen Mai und Juli 2026 kamen mehr als 8,2 Millionen Urlauber auf die Inseln, 2,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der stärkste Schub kam im Mai: Mehr als 2,4 Millionen Besucher bedeuteten 143.759 Gäste zusätzlich und ein Plus von 6,3 Prozent.

Im Juni wurden 2,7 Millionen Besucher gezählt, ein Zuwachs von 0,6 Prozent. Der Juli brachte mehr als drei Millionen Urlauber, lag mit plus 0,2 Prozent aber beinahe auf dem Niveau des Vorjahres. Das deutet auf eine langsamere Verschiebung in weniger stark besuchte Reisezeiten hin – und auf eine gleichmäßigere Verteilung der Saison. Die offiziellen August-Zahlen zu Ankünften und Urlaubern sollen Anfang Oktober veröffentlicht werden.

Mallorca bleibt der große Anziehungspunkt

Auf Mallorca wurden zwischen Mai und Juli 5,5 Millionen Besucher registriert, 2,5 Prozent mehr als im entsprechenden Zeitraum 2025. Menorca kam auf 872.268 Gäste und legte um 3,4 Prozent zu. Ibiza und Formentera empfingen gemeinsam 1,7 Millionen Besucher; dort blieb die Entwicklung mit einem Plus von 0,05 Prozent praktisch unverändert.

Aus dem übrigen Spanien reisten mehr als 1,25 Millionen Menschen an, 3,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die internationalen Gäste stellten mit knapp 6,95 Millionen weiterhin den weitaus größeren Anteil, ihr Zuwachs lag bei 1,8 Prozent. Großbritannien verzeichnete den größten absoluten Anstieg: 69.136 zusätzliche Urlauber, also plus 4,1 Prozent. Aus Deutschland kamen 39.979 Gäste mehr, ein Plus von 2,2 Prozent. Im Mai legte die Zahl deutscher Urlauber sogar um 8,7 Prozent zu, im Juli sank sie dagegen um 4,1 Prozent.

Auch bei den Hotelübernachtungen bleibt Mallorca vorne. Laut Hotelkonjunkturstatistik des spanischen Statistikamts INE, die ausschließlich internationale Gäste erfasst, waren die Balearen im August 2026 das wichtigste Hotelziel ausländischer Urlauber in Spanien. Ihr Anteil an sämtlichen Übernachtungen internationaler Gäste im Land fiel jedoch von 34 Prozent im August 2025 auf 33 Prozent. Mallorca kam auf mehr als 8,5 Millionen Hotelübernachtungen und lag damit unter Spaniens Urlaubsgebieten an der Spitze.

Mehr Geld trotz kürzerer Aufenthalte

Die Kassen bewegten sich deutlich stärker als die Besucherzahlen. Von Mai bis Juli 2026 gaben Urlauber 10,609 Milliarden Euro auf den Balearen aus, nach 9,879 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Plus von 7,4 Prozent – gegenüber 2,1 Prozent mehr Gästen. Die durchschnittlichen Ausgaben pro Tourist stiegen von rund 1.229 Euro auf etwa 1.293 Euro, also um 5,2 Prozent.

Die Jahreszahlen für internationale Gäste zeigen denselben Trend. Von Januar bis Juli 2026 empfingen die Balearen 9.164.483 internationale Touristen, 1,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Sie gaben insgesamt 12,301 Milliarden Euro aus, 5,7 Prozent mehr. Pro internationalem Gast waren das durchschnittlich 1.342 Euro, 3,8 Prozent mehr als 2025. Die täglichen Ausgaben stiegen um 5 Prozent auf 230 Euro, während die durchschnittliche Aufenthaltsdauer um 1,2 Prozent auf 5,8 Tage sank.

Mehr Einnahmen bedeuten dabei nicht automatisch im selben Umfang mehr Geld für Hotels und andere Beherbergungsbetriebe. Ein Teil fließt in Restaurants, Geschäfte, Mietwagen, Ausflüge und andere Ausgaben außerhalb der Unterkunft. Das merkt man manchmal schon beim Blick auf eine Rechnung für ein Abendessen – und manchmal erst beim Kontostand.

Im Juli allein kamen 2.569.662 internationale Touristen auf die Balearen, 0,1 Prozent mehr als im Juli 2025. Damit zog die Inselgruppe 22,3 Prozent aller internationalen Spanien-Reisenden dieses Monats an und war Spaniens meistbesuchtes Reiseziel. Die Juli-Gäste gaben 4,145 Milliarden Euro aus, 8,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Ausgaben je Tourist kletterten um 8,2 Prozent auf 1.613 Euro, die täglichen Ausgaben um 6,6 Prozent auf 259 Euro. Gleichzeitig verlängerte sich der durchschnittliche Aufenthalt im Juli um 1,4 Prozent auf 6,2 Tage.

Bei den internationalen Touristenausgaben entfielen 22,8 Prozent auf die Balearen. Katalonien folgte mit 20,4 Prozent, Andalusien mit 14,8 Prozent.

Balearen auf Platz zwei der Jahresbilanz

Von Januar bis Juli lag Katalonien bei den internationalen Gästezahlen mit 11,9 Millionen Besuchern vorn; dort stieg die Zahl um 2,9 Prozent. Die Balearen belegten mit knapp 9,2 Millionen internationalen Gästen den zweiten Platz. Dahinter kamen die Kanaren mit neun Millionen Gästen, wobei die Zahl dort um 0,6 Prozent sank.

Spanien insgesamt zählte in diesem Zeitraum mehr als 58,1 Millionen internationale Touristen, 4,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Die internationalen Reiseausgaben stiegen um 7,8 Prozent auf 82,054 Milliarden Euro.

Für September erwartet die Hotelbranche in Peguera und Cala Fornells auf Mallorca eine Auslastung von mehr als 90 Prozent. Antoni Mayol, Präsident des örtlichen Hotelverbands, rechnet deshalb mit einem positiven Saisonabschluss. Im Sommer lag die Hotelauslastung dort zwar leicht unter dem Niveau früherer Jahre, höhere Preise führten trotzdem zu höheren Einnahmen.

Im örtlichen Einzelhandel fällt die Bilanz allerdings weniger freundlich aus. Händler in Peguera vermuten, dass Gästen nach den gestiegenen Unterkunftskosten weniger Geld für Einkäufe im Ferienort bleibt. Das ist die andere Seite der höheren Pro-Kopf-Ausgaben: Der Gast zahlt mehr, aber nicht jeder Betrieb spürt davon gleich viel.

Was die Zahlen tatsächlich abbilden

Bei den Balearen-Statistiken lohnt ein genauer Blick auf die jeweilige Datengrundlage. Monats- und Jahresdaten werden in absoluten Werten angegeben und beziehen sich auf die Entwicklung nationaler und ausländischer Touristen. Angaben zu Übernachtungen und zur durchschnittlichen Aufenthaltsdauer können je nach Abschnitt unterschiedlich erhoben werden.

Die Daten zum touristischen Angebot stammen vom INE und beruhen auf Befragungen verschiedener touristischer Betriebe. Die touristische Nachfrage wird dagegen aus Erhebungen von IBESTAT und IET abgeleitet, bei denen Touristen an Häfen und Flughäfen der Balearen befragt werden.

In den Nachfragedaten sind zusätzlich Übernachtungen in nichttouristischen Unterkünften enthalten – etwa in eigenen Wohnungen, in Wohnungen von Freunden oder Verwandten und in vergleichbaren Unterkünften. Wer also bei Bekannten auf dem Sofa schläft oder die eigene Ferienwohnung nutzt, verschwindet nicht einfach aus der Statistik.

Für die Ankunftsdaten werden das Institute for Tourism Studies (IET), das Statistische Institut der Balearen (IBESTAT), das Balearische Ministerium für Innovation, Forschung und Tourismus sowie die spanische Tourismusankunftserhebung Frontur herangezogen. Die übrigen Daten stammen aus der Tourism Survey Egatur. Aktualisiert werden die Angaben monatlich.