Die Wohneigentumsquote in Deutschland ist auf 43 bis 44 Prozent gesunken. Das geht aus Analysen des Pestel-Instituts hervor. Damit liegt sie auf dem niedrigsten Stand seit 2005. 2018 hatten noch knapp 47 Prozent der Menschen in Deutschland in den eigenen vier Wänden gelebt.

Für Jüngere ist der Weg ins Eigentum besonders steinig: Bis zum Alter von 35 Jahren lebt derzeit nur etwa ein Drittel der Menschen in Deutschland im eigenen Wohneigentum. Viele schauen deshalb länger zur Miete auf den Immobilienmarkt – und rechnen im Kopf immer wieder durch, ob das mit dem Eigenkapital überhaupt noch funktionieren kann.

Preise und Nebenkosten laufen davon

Als Hauptursachen gelten hohe Immobilienkaufpreise und gestiegene Erwerbsnebenkosten. Matthias Günther, Leiter des Pestel-Instituts, sagt, untere und mittlere Einkommen könnten sich Wohneigentum kaum noch leisten. Das gelte inzwischen auch für Doppelverdiener mit durchschnittlichen Einkommen.

Der Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland teilt diese Einschätzung. Nach Angaben von Jakob Grimm von Haus & Grund sind Kaufpreise und Erwerbsnebenkosten über Jahre deutlich schneller gestiegen als die Ersparnisse der Bürger. Viele Haushalte könnten das notwendige Eigenkapital nur schwer ansparen, weil Einkommen und Vermögen mit der Preisentwicklung nicht Schritt gehalten hätten. Auf dem Papier wirkt ein Kauf vielleicht noch machbar; beim Blick auf das Konto wird es dann schnell eng.

Deutschland bleibt im europäischen Vergleich weit hinten

Im europäischen Vergleich gehört Deutschland traditionell zu den Ländern mit den niedrigsten Wohneigentumsquoten. Nur die Schweiz weist derzeit eine noch niedrigere Quote auf. Für ein Land, in dem der Wunsch nach dem eigenen Haus oder der eigenen Wohnung regelmäßig Thema ist, ist das eine eher ernüchternde Ausgangslage.

Andere europäische Länder setzen steuerliche Entlastungen ein, um insbesondere Ersterwerbern den Immobilienkauf zu erleichtern. In den Niederlanden sind Ersterwerber zwischen 18 und 35 Jahren bis zu einer bestimmten Wertgrenze vollständig von der Grunderwerbsteuer befreit. Großbritannien gewährt Ersterwerbern bis zu einer festgelegten Kaufsumme einen Nullsteuersatz.

Erwerbsnebenkosten bleiben eine hohe Hürde

In Deutschland tragen staatlich festgelegte Erwerbsnebenkosten weiterhin erheblich zur finanziellen Belastung beim Immobilienkauf bei. Gerade für Menschen, die erstmals kaufen, geht es dabei nicht um Kleingeld: Neben dem Kaufpreis müssen zusätzliche Beträge aufgebracht werden, obwohl das Eigenkapital oft ohnehin nur mühsam angespart wurde.

Am 3.10.2026 zeigt sich damit ein Wohnungsbau- und Immobilienmarkt, auf dem nicht allein die Frage nach passenden Wohnungen zählt. Entscheidend ist für viele Haushalte zuerst, ob der Schritt vom Mietvertrag zum Eigentum finanziell überhaupt noch offensteht.