Wohnungsnot trotz Leerstand: Städtebund fordert mehr Verkehr und Versorgung auf dem Land
Die Wohnungsnot in Deutschland lässt sich nach Ansicht des Deutschen Städte- und Gemeindebunds nicht allein mit Mietpreisbremsen und neuen Wohnungsbauprogrammen in Ballungsräumen lösen. Der Verband fordert, das Wohnen im ländlichen Raum attraktiver zu machen und die Wohnungspolitik insgesamt neu und nachhaltiger auszurichten.
Bund und Länder sollten noch in diesem Jahr ein umfassendes Gesamtkonzept vorlegen. Dabei müsse der Blick stärker auf Regionen außerhalb der großen Städte fallen. André Berghegger, Hauptgeschäftsführer des Verbandes, erklärte, die bisherigen Bemühungen um ein größeres Wohnungsangebot seien gescheitert.
1,9 Millionen Wohnungen stehen leer
In ländlichen Regionen stehen laut Verband 1,9 Millionen Wohnungen leer. Mehr als 700.000 davon könnten innerhalb der nächsten drei Monate bezugsfertig sein. Angesichts von mehr als 800.000 fehlenden Wohnungen in Deutschland klingt das zunächst nach einer naheliegenden Reserve – ganz so einfach ist es freilich nicht. Leerstand allein bringt noch niemanden in ein warmes, erreichbares Zuhause.
Nach Angaben des Städte- und Gemeindebunds sind die Mieten in Deutschland in den vergangenen 15 Jahren um rund 65 Prozent gestiegen. In den Ballungsräumen lag der Anstieg sogar bei mehr als 70 Prozent. Dort konzentriert sich deshalb auch der politische Druck, während andernorts Wohnungen vorhanden sind, aber Arbeitsplätze, Versorgung oder eine brauchbare Verbindung in die nächste Stadt fehlen.
Mehr Bahn, Bus und Versorgung
Neue oder reaktivierte Bahnstrecken sowie weitere Verkehrswege sollen ländliche Räume besser an die Ballungsräume anbinden. Auch der öffentliche Personennahverkehr müsse ausgebaut werden. Ein leerer Bahnhof am Ortsrand hilft schließlich niemandem, wenn der nächste Zug nur selten fährt.
Zur Aufwertung strukturschwacher Regionen gehören nach den Vorstellungen des Verbandes außerdem eine bessere Gesundheitsversorgung sowie mehr Kultur- und Freizeitangebote. Es geht also nicht bloß um Quadratmeter, sondern um die Bedingungen, unter denen Menschen dort tatsächlich leben wollen und können – vom Arzttermin bis zum Abendprogramm.
Gleichwertige Lebensverhältnisse als Ziel
Der Deutsche Städte- und Gemeindebund bezeichnet ein solches Gesamtkonzept als Beitrag zu gleichwertigen Lebensverhältnissen in Deutschland. Für den nachhaltigen Umbau des Landes sollten auch Mittel aus dem Sondervermögen für Infrastruktur eingesetzt werden.
Die Forderung fällt in eine angespannte Lage: Während in den Städten Wohnungen fehlen und die Mieten stark gestiegen sind, bleiben in ländlichen Regionen viele Einheiten ungenutzt. Damit aus diesem Gegensatz mehr wird als eine Statistik, müssten Bund und Länder Wohnen, Verkehr, Versorgung und regionale Entwicklung gemeinsam planen – und zwar noch im Jahr 2026.
Die zweite angegebene Quelle, eine Themenseite von Destatis zum Wohnen, ist nicht lesbar beziehungsweise offenbar verschlüsselt oder beschädigt. Daraus lassen sich keine verlässlichen zusätzlichen Nachrichteninhalte extrahieren.
Stand: 3.10.2026. Ort: Wohnungsbau.
