14 Wochen Bahnsperrung zwischen Bebra und Fulda: 94 Millionen Euro für neue Gleise und Weichen
Zwischen Bebra und Fulda wird es für Bahnreisende im kommenden Jahr ungemütlich: Die Deutsche Bahn sperrt die 54 Kilometer lange Strecke von Freitag, 5. Februar, bis Freitag, 14. Mai 2027, vollständig. Rund 14 Wochen lang geht auf der wichtigen Verbindung kein Zug. Grund sind umfangreiche Arbeiten an Gleisen und Weichen.
Betroffen sind vor allem Reisende von und nach Bebra, Ludwigsau, Bad Hersfeld, Hünfeld und Fulda. Die Regionalbahnlinien RE5, RE50 und RB5 fallen aus und werden durch Ersatzbusse ersetzt. Weil diese im normalen Straßenverkehr unterwegs sind, dauert die Fahrt länger als mit der Bahn. Fahrgäste sollten also zusätzliche Zeit einplanen. Fahrräder werden in den Bussen nur bei freien Kapazitäten mitgenommen – empfohlen wird die Mitnahme ausdrücklich nicht.
94 Millionen Euro für Gleise, Weichen und Brücken
DB InfraGO investiert rund 94 Millionen Euro in die stark beanspruchte Strecke. Auf 54 Kilometern werden 46 Weichen ausgetauscht und rund 40 Kilometer Gleise erneuert. Zum Einsatz kommen dabei auch Großmaschinen, darunter eine Bettungsreinigungsmaschine, die den Schotter unter den Gleisen säubert. Ab Anfang Oktober beginnen bereits die Vorbereitungen mit Baustellen- und Zwischenlagerflächen.
In Bad Hersfeld wird zusätzlich die Eisenbahnüberführung Mühlgraben erneuert. Zeitweise müssen außerdem die Bahnübergänge in Hauneck-Oberhaun und Mecklar-Friedlos gesperrt werden. In Fulda-Bronnzell stehen der Austausch von zehn Weichen und der Bau einer neuen Weichenverbindung auf dem Plan. Im Bahnhof Fulda richtet die Bahn während der Sperrung eine neue Logistikstelle ein.
Die Bauarbeiten greifen auch in den Straßenraum hinein. Städte und Gemeinden nutzen die Vollsperrung, um Arbeiten zu erledigen, für die Oberleitungen abgeschaltet werden müssen. In Bad Hersfeld geht es um Abriss- und Gründungsarbeiten an der Straßenüberführung Peterstor sowie um den Einbau einer Fußgängerüberführung. In Hünfeld werden zwei Straßenüberführungen abgerissen und teilweise erneuert. Zudem laufen Vorarbeiten für die Sanierung der Straßenüberführung Rhina.
ICE-Züge fahren Umwege
Auch im Fern- und Güterverkehr wird die Sperrung spürbar. ICE-Züge verkehren grundsätzlich weiter, brauchen aber länger. In Richtung Osten werden sie über Kassel umgeleitet, Richtung Süden geht es über Würzburg und Nürnberg. Einzelne Fernverkehrslinien halten während der Bauzeit nicht in Fulda, Wiesbaden, Berlin, Halle, Erfurt und Frankfurt.
Fulda bleibt trotzdem angebunden: Fernverkehrsverbindungen führen von und nach Kassel sowie weiter in Richtung Hannover und Berlin. Über Kassel bestehen Verbindungen Richtung Berlin, Halle, Leipzig und Erfurt, ab Fulda geht es außerdem weiter nach Würzburg und Nürnberg. Zwischen Frankfurt und Fulda sollen stündlicher Regionalverkehr und regelmäßiger Fernverkehr bestehen bleiben.
Wegen der umgeleiteten Fern- und Güterzüge über Kassel fährt die RegioTramlinie RT5 zwischen Melsungen und Kassel seltener. Die Fahrplanabstimmung ist noch nicht abgeschlossen; weitere Einzelheiten will die Bahn bekanntgeben. Die detaillierten Fahrpläne für den Ersatzverkehr sollen rechtzeitig vor Baubeginn in den digitalen Auskunftsmedien erscheinen.
Auch die Bahnstrecke war schon im Sommer gesperrt
Ganz überraschend kommt der große Einschnitt nicht. Bereits in den Sommerferien war die Strecke zwischen Bebra und Fulda zwei Wochen lang gesperrt. Damals erneuerte die Bahn mehr als sieben Kilometer Schienen und mehrere Weichen. Die Verbindung zählt zu den meistbefahrenen Deutschlands. Die nun geplanten Arbeiten sollen einen weiterhin zuverlässigen Zugverkehr ermöglichen – bis dahin braucht es allerdings Geduld, etwas Zeitpolster und im Ersatzbus vermutlich einen guten Sitzplatz.
