Bahnbau kann teuer werden. Wie teuer, wollte ein Autor der Berliner Zeitung von der Deutschen Bahn wissen. Anlass war ein 75 Meter langer Bahnsteig der DB InfraGO, der rund 1,7 Millionen Euro gekostet haben soll.

Die Antwort ließ auf sich warten: Erst nach drei Wochen meldete sich die Bahn. In der Zwischenzeit wurde der Autor vier- oder fünfmal vertröstet. Die Anfrage werde weitergeleitet und bearbeitet, hieß es jeweils. Nach drei Wochen entschuldigte sich die Deutsche Bahn schließlich für die verspätete Rückmeldung.

Hohe Kosten, wenig konkrete Erklärung

Zum eigentlichen Punkt blieb die Antwort knapp: „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns zu Einzelprojekten nicht äußern.“ Damit bestätigte die Bahn weder die genannten Kosten noch legte sie eine Aufschlüsselung für den konkreten Bahnsteig vor.

Zum Vergleich: Ein vergleichbares Projekt eines regionalen Betreibers in Schleswig-Holstein kostete etwa 400.000 Euro. Laut dem Artikel lagen allein die Planungskosten der DB über den Gesamtkosten dieses Vergleichsprojekts. Das ist die Stelle, an der man beim Lesen kurz innehält.

Statt konkreter Zahlen nannte die Bahn allgemeine mögliche Kostentreiber: komplexe Planungen, gesetzliche Anforderungen, gestiegene Preise und Sicherheitsanforderungen. Alles Faktoren, die bei Bauvorhaben eine Rolle spielen können. Ob und in welchem Umfang sie den 75 Meter langen Bahnsteig verteuerten, blieb offen.

Nachfragen ohne Aufschlüsselung

Gerade deshalb kritisiert der Artikel, dass auf die lange Wartezeit und die mehrfachen Vertröstungen keine konkrete Erklärung folgte. Drei Wochen warten, mehrmals nachhaken – und am Ende keine Antwort auf die konkrete Kostenfrage: Das sorgt naturgemäß für Stirnrunzeln, auch wenn sich einzelne Baupreise ohne vollständige Unterlagen nicht seriös bewerten lassen.

Die beiden zusätzlich genannten DB-Quellen führen hier nicht weiter. Der Inhalt der PDF zu „TPS 2025 – Neuerungen und Entgeltdynamisierung“ liegt als binäre beziehungsweise komprimierte PDF-Daten vor; ein lesbarer Nachrichtenartikel ist daraus nicht ersichtlich. Eine inhaltliche Zusammenfassung ist daher nicht möglich.

Das gilt ebenso für die Bedienungsanleitung „StaKoPla-ne-BK-in-iTWO_V2-0“. Auch dort handelt es sich um einen binären PDF-Datenstrom ohne auslesbaren Nachrichtenartikeltext. Mehr lässt sich aus diesen Unterlagen sachlich nicht ableiten.

Stand dieses Berichts ist der 12.10.2026. Ort der Einordnung: Bahnbau. Die offene Frage bleibt damit sehr konkret: Warum kostet ein 75 Meter langer Bahnsteig der DB InfraGO rund 1,7 Millionen Euro, während ein vergleichbares Projekt in Schleswig-Holstein mit etwa 400.000 Euro auskam?