70 Prozent Pünktlichkeit bis 2029: Wie die Bahn Baustellen und Fahrplanprobleme in den Griff bekommen will
Im deutschen Bahnverkehr soll sich bis 2029 spürbar etwas bewegen. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) erwartet bis dahin eine „spürbare Verbesserung“ und nennt dafür ein klares Ziel: 70 Prozent Pünktlichkeit im Fernverkehr. In den vergangenen Monaten lag der Wert bei etwas mehr als 50 Prozent. Für Reisende ist das der Unterschied zwischen knappem Umsteigen und einer langen Wartezeit am Bahnsteig.
Nur pünktliche Züge reichen Bilger allerdings nicht. Auch Sicherheit, Sauberkeit und eine bessere Kundenkommunikation gehören für ihn dazu. Gerade bei Baustellen entscheidet sich oft an der Anzeigetafel, ob aus einer kleinen Verspätung ein ganzer verlorener Nachmittag wird.
Neue Idee für gesperrte Korridore
Das bisherige Konzept der Korridorsanierungen sieht der Minister kritisch. Für die Arbeiten werden Strecken vollständig gesperrt. Danach sollten die sanierten Abschnitte störungsfrei befahrbar sein – dieses Versprechen wurde laut Bilger jedoch mehrfach nicht eingehalten. Auf der sanierten Strecke Hamburg–Berlin lag die Pünktlichkeit anschließend bei gerade einmal 25 Prozent.
Bund und Deutsche Bahn arbeiten deshalb an einem neuen Baustellenkonzept. Korridorsanierungen sollen zwar fortgesetzt werden, ihre Auswirkungen danach aber besser beherrschbar sein. Bilger will dazu bald einen Vorschlag vorlegen. Wie genau die neuen Regeln aussehen, ist am 5. Oktober 2026 noch offen.
Auch über eine Leistungsvereinbarung für die kommenden fünf Jahre verhandeln Bund und Bahn. Dafür sollen mehr als 80 Milliarden Euro bereitgestellt werden – doppelt so viel wie in den vergangenen fünf Jahren. Mit dem zusätzlichen Geld verbindet Bilger die Erwartung, dass sich die Infrastruktur deutlich verbessert. Das klingt nach großen Summen, und es sind auch große Summen; auf den Baustellen muss daraus trotzdem irgendwann ein verlässlicher Fahrplan werden.
Mehr System hinter den Bauarbeiten
Ein Ansatz der Deutschen Bahn heißt SB² – „Bauen im Takt“. Das Programm entwickelt Sperrzeiten-Container für standardisierte Zeitfenster im Fahrplan. Sie sollen sowohl Instandhaltungsmaßnahmen als auch Investitionsmaßnahmen aufnehmen. Ziel ist, die Baubetroffenheit der Züge bis 2027 gegenüber 2023 um 30 Prozent zu reduzieren.
Als wesentlicher Hebel gilt die Ausregelung der Investitions-Container innerhalb des Netzfahrplans. Die Instandhaltungs-Container werden bereits seit Juni 2024 aktiv umgesetzt. Mehr als 80 Prozent der Instandhaltungsarbeiten an Strecken, Knoten, S-Bahnen und zur präventiven Instandhaltung finden inzwischen getaktet statt.
Im ersten Halbjahr 2025 stieg der Anteil der taktkonformen Instandhaltungsmaßnahmen auf 85 Prozent. Weil Arbeiten in den Containern gebündelt wurden, erhöhte sich deren Belegungsgrad auf stabil 70 Prozent. Im zweiten Halbjahr 2025 sollte die Taktung in Abschnitten mit gutem Netzzustand auf acht Wochen angepasst werden. Der Belegungsgrad soll dadurch weiter steigen, Zielgröße sind 80 Prozent.
Für Ende 2025 wurde erwartet, dass die Baubetroffenheit der Zugverkehre von Eisenbahnverkehrsunternehmen gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent niedriger liegt. Die Vorbereitungen für die Investitions-Container im Netzfahrplan 2027 sind abgeschlossen, ihre Sperrzeiten wurden in den Netzfahrplan aufgenommen. Ein kleiner Fahrplanbaustein vielleicht – aber einer, der später im großen Durcheinander den Unterschied machen kann.
Elektromobilität statt neuer Kaufprämie
Beim Klimaschutz setzt Bilger neben der Bahn auf Elektroautos und Elektro-Lkw. Der Ausbau der Elektromobilität habe begonnen. Eine Förderung beim Kauf von Elektroautos hält der Minister künftig nicht mehr für notwendig. Das bestehende Förderprogramm solle bis Ende 2029 laufen und danach nicht verlängert werden.
Elektroautos seien inzwischen in vielen Fällen günstiger als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, argumentiert Bilger. Fördermittel sollten deshalb stärker in die Ladeinfrastruktur fließen, nicht in neue Kaufprämien.
Das Bezahlen an Schnellladestationen entlang der Autobahnen soll einfacher werden. Künftig soll dort jederzeit mit Kredit- oder Bankkarte bezahlt werden können, ohne Kunde eines bestimmten Anbieters zu sein. Außerdem kündigt Bilger mehr Preistransparenz an: Autofahrer sollen unmittelbar erkennen, wo Lademöglichkeiten verfügbar sind und wie viel das Laden kostet.
Als mögliche Lösungen nennt der Minister gut sichtbare Preisanzeigen wie an Tankstellen sowie aktuelle Preisangaben in Apps. Erst sehen, dann einstecken, dann zahlen – eigentlich keine wilde Idee. Trotzdem ist genau das heute nicht überall selbstverständlich.
Was die zweite Quelle tatsächlich hergibt
Das BauInfoPortal der Deutschen Bahn ist in der angegebenen PDF-Fassung kein lesbarer Nachrichtenartikel, sondern ein Rohdatenstrom. Die Datei trägt laut Metadaten den Titel „BauInfoPortal – Bauprojekt Korridorsanierung | BauInfoPortal der Deutschen Bahn“. Als Erstellungs- und Änderungsdatum ist der 28. September 2026 angegeben.
Der Inhalt umfasst 24 Seiten und zahlreiche eingebettete Bildobjekte. Aus den vorliegenden komprimierten PDF-Daten lassen sich keine überprüfbaren Artikelinformationen extrahieren. Mehr lässt sich daraus seriös nicht herauslesen – auch wenn eine 24-seitige Datei zunächst nach reichlich Inhalt aussieht.
Für die Bahn bleibt damit ein doppelter Kraftakt: Strecken müssen erneuert werden, ohne dass die Fahrgäste danach wieder vor Anzeigetafeln mit roten Zahlen stehen. Und parallel soll das Auto elektrisch werden – mit besser zugänglichen Ladestationen, klaren Preisen und weniger Rätselraten beim Bezahlen.
Am Ende entscheidet sich die Qualität nicht allein in Milliardenbeträgen, Bauprogrammen oder PDF-Dateien, sondern draußen im Alltag: am Gleis, im Zug, an der Ladesäule. Wenn der Fernverkehr bis 2029 tatsächlich auf 70 Prozent Pünktlichkeit kommt, dürfte das vielen Pendlern ziemlich schnell auffallen.
