Ammergaubahn wird nach hitzebedingten Gleisabsenkungen ab Dezember repariert
Zwischen Murnau und Oberammergau fährt derzeit kein Zug. Die Ammergaubahn ist gesperrt, Ersatzbusse übernehmen den Verkehr. Für Fahrgäste ist das mühsam, zumal die Strecke durch das Ammertal seit einer langen Hitzeperiode mit abgesenkten Gleisen zu kämpfen hat.
Am 16. Oktober 2026 um 11:00 Uhr informierte die DB in Murnau über den nächsten Schritt: Die DB InfraGO, eine hundertprozentige Tochter der Deutschen Bahn AG, beginnt in der kommenden Woche mit den Instandsetzungsarbeiten. Nach aktuellem Stand soll die Strecke ab Mitte Dezember beziehungsweise zum Fahrplanwechsel wieder befahrbar sein.
Hitze setzte dem Bahndamm zu
Auslöser war ein Bahndamm, der während der langen Hitzeperiode stark austrocknete und sich an mehreren Stellen absenkte. Dadurch geriet die korrekte Gleislage aus dem Lot. Die vorgesehenen Stopfarbeiten sollen nun den Schotter unter den Gleisen verdichten und das Gleis wieder gerade, stabil und sicher befahrbar machen. Zugleich soll die Anfälligkeit für vergleichbare Schäden sinken.
Dafür musste zunächst eine Fachfirma mit geeigneter spezieller Maschinentechnik beauftragt werden. Stopfmaschinen sind gerade in den Herbstmonaten bundesweit stark nachgefragt und weitgehend ausgelastet. Ohne diese Maschinen geht auf der Baustelle allerdings wenig weiter. Zusätzlich werden in den kommenden Wochen teilweise der Gleisoberbau erneuert und der Untergrund ausgebessert.
Bis zur Wiederaufnahme des Zugverkehrs setzt DB Regio weiterhin Ersatzbusse ein. Informationen zum Ersatzangebot sollen rechtzeitig unter verkehrslage.bahnhof.de/de/state/Bayern veröffentlicht werden.
Weitere Erneuerungen an der Ammergaubahn
Im Jahr 2024 wurden bereits rund zehn Kilometer der Strecke umfassend erneuert – knapp 50 Prozent. Diese Abschnitte gelten laut DB seitdem als stabil. Im kommenden Jahr will die DB InfraGO außerdem die noch nicht grundlegend erneuerten Teile der Ammergaubahn modernisieren.
Die Arbeiten gehören in ein größeres Investitionsprogramm: Seit 2022 investierte die Deutsche Bahn für die Bahnstrecken im Werdenfels und Oberland einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag in die Infrastruktur. Modernisiert wurde unter anderem auf den Strecken Tutzing–Garmisch-Partenkirchen, Garmisch-Partenkirchen–Griesen, Garmisch-Partenkirchen–Mittenwald und der Ammerseebahn. Aktuell läuft außerdem die Erneuerung der Pfaffenwinkelbahn.
Auch andernorts im Werdenfelsnetz wird gebaut. Vom 11. bis 19. November stehen Gleisbauarbeiten auf der Kochelseebahn an. Am Wochenende 21. und 22. November werden in Murnau Weichen erneuert. Für Bahnreisende heißt das: Fahrpläne prüfen, ein bisserl Zeit einplanen und im Zweifel den Bus nehmen.
Bahn rüstet sich gegen mehr Wetterextreme
Die Schäden an der Ammergaubahn zeigen, wie direkt die Folgen des Klimawandels den Bahnbetrieb treffen können. Die Deutsche Bahn ist als Betreiber kritischer Infrastruktur und als Flächenorganisation von aktuellen und künftigen Folgen des Klimawandels betroffen. Sie entwickelt ihr Klimaresilienzmanagement deshalb in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Verkehr strategisch und operativ weiter.
Das konzernweite Resilienzmanagement richtet sich auf eine sicherere Infrastruktur, resilientere Gebäude und zuverlässigere Fahrzeuge. Ebenso soll der Schutz von Kundinnen, Kunden und Mitarbeitenden vor klimabedingten Auswirkungen auf den Schienenverkehr verbessert werden.
Unter dem Leitbild „Sturmsichere Schiene“ hat die Deutsche Bahn zudem einen an den Klimawandel angepassten Ansatz zur Vegetationskontrolle entlang von Bahnstrecken entwickelt. Im ersten Halbjahr 2026 wurde dieser neue Ansatz erstmals auf Teilabschnitten der Korridorsanierungen Hamburg–Berlin und Nürnberg–Regensburg umgesetzt. An der Ammergaubahn geht es vorerst aber um etwas sehr Konkretes: Schotter unter dem Gleis, abgesackten Untergrund und darum, dass zwischen Murnau und Oberammergau wieder Züge rollen.
