Bahnbau, 7. Oktober 2026. Für rund 10.000 Pendlerinnen und Pendler im Fernverkehr wird der Blick auf den nächsten Kontoauszug ab dem 21. Oktober erfreulicher: Die Deutsche Bahn senkt die Preise für Monatskarten auf festen Fernverkehrsstrecken um 25 Prozent. Gleichzeitig verschwinden die bisherigen Jahresabos für sogenannte Streckenzeitkarten.

Die Bahn spricht von einem einfacheren Tarifsystem und mehr Flexibilität. Zeitkarten müssen künftig nur noch für jene Monate gekauft werden, in denen sie tatsächlich gebraucht werden. Wer im Urlaub ist, zahlt also nicht mehr für eine ungenutzte Monatskarte. Das klingt nach einer kleinen Tarifkorrektur, kann sich bei regelmäßigen Fahrten aber ordentlich bemerkbar machen.

Weniger zahlen auf der Pendelstrecke

Auf der Verbindung Frankfurt–Mannheim kostet die Monatskarte ohne Jahresabo bisher 375,60 Euro. Der neue Preis liegt bei 281,70 Euro. Das sind 93,90 Euro weniger im Monat. Für Augsburg–München kündigt die Bahn eine Senkung um 79 Euro an.

Die Monatskarte erlaubt beliebig viele Fahrten auf der jeweils gebuchten Strecke während des Gültigkeitszeitraums. Der Preis hängt grundsätzlich von Strecke und Wagenklasse ab. Die klassische DB-Strecken-Zeitkarte bleibt damit für Menschen interessant, die regelmäßig ICE, IC oder EC zwischen denselben Bahnhöfen nutzen. Sie umfasst auf dieser Strecke Fern- und Nahverkehr, gilt persönlich, ist nicht übertragbar und wird mit Lichtbild ausgestellt.

Auch praktische Extras gehören dazu: An Samstagen dürfen Inhaber bis zu vier Personen kostenlos mitnehmen. Im Stadt- und Umlandbereich der Start- und Zielbahnhöfe ist der Nahverkehr in der Regel über den City-Bereich eingeschlossen. Kaufen lassen sich die Karten über bahn.de, den DB Navigator oder in DB-Reisezentren.

Die bisherige Monatskarte im Abo wurde in zwölf Monatsraten zum Gesamtpreis von zehn Monatskarten angeboten – rund 17 Prozent günstiger als zwölf einzelne Monatskarten. Eine Jahreskarte gegen Einmalzahlung kostete etwa so viel wie 9,5 Monatskarten und war bei ganzjähriger Nutzung die günstigste Variante. Genau diese Jahresabos fallen nun weg. Mehrfahrtentickets oder eine BahnCard 100 können je nach Strecke trotzdem günstiger sein.

Deutschlandticket bleibt der Gegenspieler

Das Deutschlandticket kostet 2026 monatlich 63 Euro. Es gilt seit Mai 2023 deutschlandweit im Nahverkehr und startete damals bei 49 Euro; 2025 waren es 58 Euro. Enthalten sind Regionalzüge wie RE, RB und IRE, S-Bahnen, U-Bahnen, Straßen- und Stadtbahnen, Linien- und Expressbusse sowie Fähren des regulären öffentlichen Nahverkehrs.

ICE, IC und EC sind nicht dabei, ebenso wenig Fernbusse, einzelne touristische Sonderverkehre oder der Zuschlag für die 1. Klasse im Nahverkehr. Das Ticket gilt nur in der 2. Klasse und ist ausschließlich digital erhältlich – als Chipkarte oder in einer App, Papiertickets gibt es nicht.

Das Abo ist monatlich kündbar und hat keine Mindestlaufzeit. Die Kündigung muss bis zum 10. des laufenden Monats eingehen und gilt dann zum Monatsende. Nach einer Kündigung kann das Ticket jederzeit erneut abgeschlossen werden. Wer mitten im Monat einsteigt, zahlt trotzdem den vollen Monatsbetrag; die Gültigkeit beginnt in diesem Fall am Kaufdatum. Regulär startet das Abonnement am 1. eines Monats.

Erhältlich ist das Deutschlandticket unter anderem über den DB Navigator, bahn.de und Verkehrsverbünde wie VBB, MVV, RMV, VRS und HVV sowie weitere teilnehmende Verkehrsunternehmen. Bezahlt wird monatlich per SEPA-Lastschrift oder Kreditkarte. Studierende können, wenn ihre Hochschule am Solidarmodell teilnimmt, ein Semesterticket-Upgrade für 37,80 Euro im Monat bekommen. Ab 2027 soll der Preis jährlich über einen Index angepasst werden, der sich an den Kosten im öffentlichen Nahverkehr orientiert; wie stark er dann steigt oder fällt, steht noch nicht fest.

Gerade auf kürzeren Strecken ist das Deutschlandticket trotz längerer Fahrzeit eine günstigere Alternative zum ICE. RE- und RB-Züge sind oft langsamer, aber eben billiger. Die Konkurrenz durch das Ticket gilt deshalb als ein Grund für Sonderangebote und Preissenkungen im Fernverkehr. Für reine Nahverkehrspendler ist es meist günstiger und flexibler als eine Strecken-Zeitkarte.

BahnCard: Rabatt statt Fahrschein

Eine BahnCard ist etwas anderes als das Deutschlandticket: Sie ist kein Fahrschein, sondern eine Rabattkarte für Fernverkehrstickets. Die BahnCard 25 kostet 62,90 Euro im Jahr und bringt 25 Prozent Rabatt auf Flex-, Spar- und Super-Sparpreise. Bei der Bahn wird sie auch mit 59,90 Euro pro Jahr genannt; für unter 27-Jährige gibt es die My BahnCard 25 ab 36,90 Euro, in den Angaben für 2026 wird außerdem ein Preis von 39,90 Euro genannt. Für Menschen ab 65 kostet die Senioren BahnCard 25 40,90 Euro.

Die BahnCard 50 kostet 244 Euro pro Jahr. Sie reduziert Flexpreise um 50 Prozent und Sparpreise um 25 Prozent. Die My BahnCard 50 für unter 27-Jährige gibt es ab 69,90 Euro. Bis zum 31. Juli 2026 galt für die BahnCard 50 ein Aktionspreis von 199 Euro. Auf Tickets im Nahverkehr von Verkehrsverbünden gibt es mit BahnCard 25 oder 50 keinen Rabatt.

Reguläre BahnCards laufen zwölf Monate und verlängern sich automatisch, wenn sie nicht spätestens sechs Wochen vor Ablauf gekündigt werden. Eine Probe BahnCard 25 kostet 19,90 Euro für drei Monate und endet automatisch, wenn sie spätestens vier Wochen vor dem Ende gekündigt wird; sonst wechselt sie in ein Jahresabo. Die Probe BahnCard 50 kostet 76,90 Euro für drei Monate.

Rechnerisch lohnt sich die BahnCard 25 ab etwa 252 Euro Fernverkehrsausgaben im Jahr, die My BahnCard 25 ab etwa 160 Euro und die Seniorenvariante ab etwa 164 Euro. Bei der BahnCard 50 liegt die Schwelle bei ungefähr 488 Euro Flexpreis-Ausgaben. Für die Probe BahnCard 25 werden etwa 80 Euro Ticketausgaben in drei Monaten genannt, für die Probe BahnCard 50 rund 154 Euro Flexpreis-Ausgaben.

Viele Reisende fahren mit einer Kombination gut: Deutschlandticket für S-Bahn oder RE zum Bahnhof, dazu ein Sparpreis- oder Flexpreis-Ticket und gegebenenfalls eine BahnCard für den ICE. Der Zubringer-Effekt ist nicht zu unterschätzen. Je nach Strecke können durch die ersparte Nahverkehrsfahrt 5 bis 15 Euro pro Fahrt zusammenkommen.

Produkt Preis und Gültigkeit Geeignet für
Deutschlandticket 63 Euro monatlich, deutschlandweiter Nahverkehr, keine feste Strecke Nahverkehrspendler und Freizeitreisende
Strecken-Zeitkarte Streckenabhängiger Preis, feste Route, Nah- und Fernverkehr auf dieser Strecke Regelmäßige ICE-/IC-Pendler
BahnCard 100 Freie Nutzung aller DB-Züge deutschlandweit, etwa 4.550 Euro pro Jahr in einer Preisangabe Personen mit vielen verschiedenen Fernverkehrsstrecken

Die Rechnung lässt sich an drei Beispielen aus dem Ratgeber nachvollziehen. Lisa fährt täglich S-Bahn und einmal im Monat mit dem ICE hin und zurück. Ohne BahnCard kommt sie auf 123 Euro monatlich: 63 Euro für das Deutschlandticket und 60 Euro für den ICE. Mit BahnCard 25 sind es 113,24 Euro – 63 Euro, 5,24 Euro anteiliger BahnCard-Preis und 45 Euro für die ICE-Tickets. Die Ersparnis beträgt rund 10 Euro im Monat beziehungsweise 117 Euro im Jahr; die BahnCard für 62,90 Euro hat sich nach etwa sieben Monaten amortisiert.

Tom fährt jedes zweite Wochenende zwischen Frankfurt und Berlin. Ohne BahnCard ergeben Deutschlandticket und Flexpreis-Tickets 583 Euro im Monat. Mit BahnCard 50 sinkt die Rechnung auf 343,33 Euro: 63 Euro Deutschlandticket, 20,33 Euro BahnCard-Anteil und 260 Euro Tickets. Rund 240 Euro monatliche Ersparnis – da ist die BahnCard nach weniger als zwei Monaten bezahlt.

Mia ist Studentin und reist drei- bis viermal im Jahr zu ihrer Familie. Mit Semesterticket liegen ihre Kosten ohne BahnCard bei etwa 535 Euro im Jahr. Mit My