Bahnverspätungen in Deutschland: Alarmierende 40 Prozent Zunahme und umfassende Sanierungspläne bis 2029
Heute ist der 22.10.2026 und die Diskussion um die Bahnverspätungen in Deutschland wird immer hitziger. Die Deutsche Bahn hat in diesem Jahr eine alarmierende Zunahme der Verspätungen gemeldet, die auf eine marode Infrastruktur zurückzuführen sind. Laut Philipp Nagl, dem Chef von DB-InfraGo, sind die Bahnverspätungen um satte 40 Prozent gestiegen. Ja, ihr habt richtig gehört – 40 Prozent! Dies ist das Resultat extremer Wetterbedingungen, wie dem sehr kalten Winter und dem sehr heißen Sommer, die die Infrastruktur stark in Mitleidenschaft gezogen haben. Die Bahn hat mit beschädigten Weichen, Oberleitungen und Stellwerken zu kämpfen, die schneller kaputtgehen, als sie repariert werden können.
Die Hoffnung auf Besserung besteht, nachdem die besonders herausfordernden Generalsanierungen abgeschlossen sind. So soll die Modernisierung der Strecke Hannover–Berlin bis Ende 2027 abgeschlossen sein, während die Sanierung Hamburg–Hannover für 2029 geplant ist. Das sind langfristige Maßnahmen, die notwendig sind, um das überalterte Schienennetz endlich nachhaltig zu erneuern. Denn, mal ehrlich, das Schienennetz braucht dringend einen neuen Anstrich. Dutzende Strecken werden unter das Sanierungsprogramm fallen, das allerdings schon mehrfach überarbeitet wurde, weil die Probleme einfach nicht enden wollen. Die Fernverkehrspünktlichkeit ist von 64 Prozent im Jahr 2023 auf etwa 60 Prozent im Jahr 2025 gefallen, und für 2026 wird eine weitere Verschlechterung erwartet.
Sanierung der Strecke Berlin–Hannover
Ein besonderes Augenmerk liegt nun auf der Sanierung der Bahnstrecke zwischen Berlin und Lehrte bei Hannover, die von Oktober 2026 bis Dezember 2027 geplant ist. In dieser Zeit werden der Fernverkehr zwischen Berlin und Hannover sowie Verbindungen nach Nordrhein-Westfalen betroffen sein. Es wird sogar zu zwei Totalsperrungen kommen – die erste von Oktober bis Dezember 2026 und die zweite von Oktober bis Dezember 2027. Das bedeutet, dass der Abschnitt zwischen Berlin-Spandau und Fallersleben bei Wolfsburg vollständig gesperrt wird. Fernzüge müssen in diesen Zeiträumen umgeleitet werden, was die Fahrzeit zwischen Hannover und Berlin um 60 bis 80 Minuten verlängert. Ganz schön viel, oder?
Zusätzlich werden Züge zwischen Amsterdam und Berlin über Hamburg umgeleitet, was ebenfalls zu einer Verlängerung der Fahrzeit um etwa 70 Minuten führen wird. Für die Nahverkehrszüge gibt es den Plan, diese möglichst bis an den gesperrten Abschnitt heranzuführen. Wo das nicht möglich ist, werden Ersatzbusse eingesetzt. Die Fahrpläne für die erste Bauphase sollen ab Ende Juni im DB Navigator und in den Apps der Verkehrsverbünde abrufbar sein.
Generalsanierung Hochleistungsnetz
Die Generalsanierung des Hochleistungsnetzes, auch Korridorsanierung genannt, ist ein umfassendes Infrastrukturprogramm der Bundesregierung und DB InfraGO, das sich mit der Erneuerung stark belasteter Eisenbahnstrecken beschäftigt. Zwischen 2024 und 2035 sollen mehr als 4.000 Streckenkilometer in mehrmonatigen Voll- oder Teilsperrungen grundlegend erneuert werden. Die damit verbundenen Arbeiten bündeln zahlreiche Maßnahmen in einer Sperrpause, anstatt viele Einzelmaßnahmen über Jahre hinweg auszuführen. Hintergrund sind die erheblichen Zuverlässigkeitsprobleme, die die Bahn in den letzten Jahren geplagt haben.
Im Jahr 2022 sank die Pünktlichkeit im Fernverkehr dramatisch – von 80,9 Prozent im Januar auf unter 60 Prozent in den Sommermonaten. Ein echter Albtraum für Pendler und Reisende. Der Grund dafür? Zu viele Baustellen, die gleichzeitig liefen. Letztes Jahr waren bei DB Netz über 20.000 Bau- und Reparaturmaßnahmen verzeichnet. Das führte dazu, dass die Nutzung des Netzes überlastet war. Und das ist nicht das Ende der Fahnenstange. Auch die Zahl der geplanten Weichen und Ausweichstellen wurde reduziert, was nicht gerade zur Entspannung der Lage beiträgt.
Die Bahn hat erkannt, dass sie handeln muss. Ein Fünf-Punkte-Plan wurde aufgestellt, um die Situation zu verbessern. Das Ziel: bis Ende 2029 eine Fernverkehrspünktlichkeit von mindestens 70 Prozent zu erreichen. Doch bis dahin wird es noch ein steiniger Weg sein. Die Maßnahmen sind unabdingbar, um das Schienennetz auf Vordermann zu bringen. Schließlich wollen wir alle pünktlich ankommen und nicht im Stau auf dem Gleis stehen!
