Deutsche Bahn legt im Winter-Fahrplan bei Sprintern und Europa-Verbindungen zu
Heute, am 13. Oktober 2026, richtet sich der Blick bei Bahnbau und Reiseplanung schon auf den kommenden Winter: Der neue Fahrplan der Deutschen Bahn tritt am 13. Dezember 2026 in Kraft. Buchbar sind Fahrten ab diesem Datum ab Mittwoch, dem 14. Oktober, über bahn.de, den DB Navigator, Reisezentren und Agenturen.
Für Reisende klingt das zunächst nach mehr Tempo und mehr Auswahl. Zwischen Hamburg und München startet eine neue ICE-Sprinter-Linie. Drei Züge fahren täglich je Richtung, mit Halt ausschließlich in Hannover und Nürnberg. Die Fahrzeit beträgt fünf Stunden und 20 Minuten – rund 20 Minuten weniger als bisher.
Mehr Sprinter, mehr direkte Wege
Auch zwischen Berlin und Stuttgart wird das Angebot kräftig ausgeweitet: Künftig verkehren drei ICE-Sprinter täglich je Richtung statt bisher einer. Die planmäßige Fahrzeit liegt bei vier Stunden und 45 Minuten. Damit ist die Verbindung etwa eine Stunde schneller als das Taktangebot mit Halt in Frankfurt. Deutschlandweit sind ab Dezember rund 70 Sprinter-Fahrten täglich auf wichtigen Strecken vorgesehen.
Berlin und Hamburg sollen wieder im Halbstundentakt verbunden sein. Der Intercity Dresden–Berlin–Rostock fährt wieder alle zwei Stunden bis Warnemünde. Zusätzlich ist täglich ein ICE je Richtung von Warnemünde über Berlin und Leipzig nach Frankfurt, Stuttgart und München geplant. Jena bekommt wieder eine direkte Verbindung nach Berlin, Ostwestfalen eine tägliche Direktverbindung nach München. Offenburg und Baden-Baden werden stündlich angefahren, Saarbrücken erhält erstmals eine Direktverbindung nach Hamburg. Halle und Erfurt werden wegen Bauarbeiten alle zwei Stunden direkt mit der Schweiz verbunden.
Im Regional- und Flächenverkehr bleibt der Fahrplan insgesamt stabil. Ganz ohne Haken geht es aber nicht: Einige Verbindungen entfallen oder können wegen umfangreicher Bauarbeiten nicht angeboten werden. Betroffen sind vor allem Hannover–Berlin, Hanau–Fulda und Rosenheim–Freilassing/Salzburg.
Baustellen bremsen den Fernverkehr
Der Fernverkehr soll trotz der Arbeiten weiterfahren, doch Umleitungen und Engpässe schlagen auf die Uhr durch. Zwischen Nordrhein-Westfalen und Berlin verkehren während der Bauarbeiten mindestens stündlich direkte ICE, die Reise dauert etwa 80 Minuten länger. Auch zwischen Berlin und Hannover ist eine planmäßige Verlängerung um etwa 80 Minuten vorgesehen – auf rund 180 Minuten. Einige Verbindungen entfallen.
Die rund 230 Kilometer lange Strecke zwischen Lehrte und Berlin bleibt wegen Bauarbeiten bis Dezember 2027 vollständig gesperrt. Die Sanierung der Verbindung Berlin–Hannover hat bereits begonnen. 2027 sollen außerdem unter anderem Rosenheim–Salzburg sowie Fulda–Hanau saniert werden. Umleitungen und geänderte Fahrzeiten der größten Bauprojekte sind laut Bahn in der Reiseauskunft hinterlegt und werden beim Ticketkauf angezeigt. Zwischen München und Salzburg verkehren täglich drei EuroCity-Zugpaare über Mühldorf.
Für Pendler und Familien gibt es zugleich etwas weniger Reibung im Geldbörserl. Die Preise im Fernverkehr bleiben zunächst stabil; bis Mai 2027 sind laut früherer Ankündigung keine Preiserhöhungen geplant. Dazu kommen neue Konditionen für Pendler und Gruppen: Monatskarten und Schülermonatskarten im Fernverkehr werden ab 21. Oktober ohne Abo 25 Prozent günstiger. Streckenzeitkarten werden künftig ausschließlich ohne Abo angeboten. Der Sparpreis Gruppe kann online zur besseren Reiseplanung bis zu 14 Tage unverbindlich reserviert werden.
Europa rückt auf den Fahrplan
International wächst das Angebot auf täglich mehr als 320 Fahrten. Das sind 20 Verbindungen mehr als bisher und rund 20 Prozent mehr als 2019 beziehungsweise vor fünf Jahren. Mehr als 200 Städte in 14 Ländern sollen direkt aus Deutschland erreichbar sein, darunter Ziele in Frankreich, Italien, Österreich und Dänemark.
Hamburg–Kopenhagen wird ab März siebenmal täglich je Richtung bedient; ab 7 Uhr ist ungefähr ein Zwei-Stunden-Takt vorgesehen. Derzeit gibt es fünf Verbindungen. Stuttgart–Paris kommt künftig auf zwölf Züge täglich, zwei mehr als bisher. Nach Abschluss der Sanierung Nürnberg–Passau sollen zwischen Frankfurt, Nürnberg und Wien täglich 14 Fernverkehrszüge fahren – zwei mehr als vor den Bauarbeiten. Auch die Verbindung Frankfurt–Wien steigt damit von zwölf auf 14 tägliche Verbindungen.
Ab Sommer 2027 sollen erstmals Frecciarossa-Züge von Trenitalia in Deutschland unterwegs sein: geplant sind je ein tägliches Zugpaar München–Mailand und München–Rom. Die Fahrzeit nach Mailand soll etwa sechs Stunden und 30 Minuten betragen, nach Rom etwa acht Stunden und 30 Minuten. Die Direktverbindung ist gemeinsam mit Trenitalia und den Österreichischen Bundesbahnen vorgesehen.
Über bahn.de und den DB Navigator lassen sich Tickets von ÖBB, SBB, Trenitalia, SNCF, Eurostar, SJ und National Rail direkt buchen. Durch den OSDM-Schnittstellenstandard sind mehr als 10.000 zusätzliche europäische Reiseziele buchbar. Bis Ende 2026 sollen außerdem Tickets der niederländischen Bahn NS und der spanischen Bahngesellschaft IRYO für innerstaatliche Reisen hinzukommen.
Familienticket kehrt dauerhaft zurück
Nach einem erfolgreichen Test in den Sommerferien soll das Familienticket dauerhaft angeboten werden. Ab 26. Oktober ist es wieder buchbar, erster Reisetag ist der 1. November. Für 99,99 Euro können bis zu fünf Personen in der 2. Klasse deutschlandweit mit dem Fernverkehr hin- und zurückfahren; die Sitzplatzreservierung ist inklusive. Ein Angebot, bei dem man beim Rechnen kurz zweimal hinschaut.
Wer heute, am 13. Oktober 2026, seine nächste Fahrt plant, muss also nicht lange warten: Morgen beginnt der Ticketverkauf für den neuen Fahrplan. Auf den schnellen Strecken wird es dichter, in Richtung Europa weiter und an den Baustellen – nun ja – deutlich langsamer. Die Reiseauskunft zeigt die Umleitungen und veränderten Fahrzeiten bereits beim Kauf an.
