In Bahnbau rückt ein neues Angebot für Familien näher: Die Deutsche Bahn führt das Familienticket ab November 2026 dauerhaft ein. Kaufen lässt es sich nach Angaben des WDR ab dem 26. Oktober 2026, die ersten Reisen sollen im November beginnen. Für eine Hin- und Rückfahrt im innerdeutschen Fernverkehr werden 99,99 Euro fällig – die Sitzplatzreservierung ist bereits enthalten.

Mitfahren dürfen bis zu fünf Personen, darunter mindestens ein Kind. Das DB Familienticket ist für höchstens zwei Erwachsene und drei Kinder ausgelegt. Ein oder zwei Reisende müssen mindestens 15 Jahre alt sein, mindestens ein Kind darf höchstens 14 Jahre alt sein. Verwandt müssen die Mitreisenden nicht sein. Entscheidend ist allerdings: Ein Kind muss tatsächlich mitfahren. Bleibt es beispielsweise krank zu Hause, könnte das Ticket formal ungültig sein; ob Zugbegleiter das durchsetzen, hängt laut WDR auch von deren Kulanz ab.

Was das Ticket kostet und wann es gilt

Neben der Rückfahrt-Variante für 99,99 Euro gibt es das Familienticket für eine einfache Fahrt im Fernverkehr für 59,99 Euro. Wer zur An- oder Weiterfahrt den Nahverkehr einbezieht, zahlt 143,99 Euro für Hin- und Rückfahrt beziehungsweise 81,99 Euro für eine einfache Fahrt. Die Reservierung gilt jeweils für maximal fünf Personen und ist im Preis eingeschlossen.

Die Deutsche Bahn hatte das Angebot zunächst für die Sommerferien aufgelegt und danach dauerhaft verlängert. Während des ursprünglichen Sommerangebots musste zusätzlich mindestens eine erwachsene Person mitreisen. Grundsätzlich fahren Kinder bis einschließlich 14 Jahre im Fernverkehr kostenlos, wenn sie von einer Person über 14 Jahren begleitet werden. Der Familientarif bringt also vor allem dann etwas, wenn die Reservierungen für alle wichtig sind oder zwei Erwachsene auf einer längeren Strecke regulär mehr als 100 Euro für Hin- und Rückfahrt zahlen würden.

Spontane Ausflüge – etwa an die Nordsee oder nach München – können ebenfalls ein Fall für das Ticket sein. Bis Ende Juli nutzten nach Angaben der Deutschen Bahn mehr als 200.000 Reisende den Tarif. Im Pressespiegel bestätigt der WDR Preis, Gültigkeit und enthaltene Reservierungen und schaut vor allem auf Buchungsregeln, Verfügbarkeit und Strecken, auf denen sich das Angebot lohnt. n-tv nennt ebenfalls die mehr als 200.000 Nutzer und stellt den Tarif in den Zusammenhang mit der Pünktlichkeit im Fernverkehr. Einig sind sich die Berichte bei der dauerhaften Einführung, dem Preis von 99,99 Euro und der enthaltenen Sitzplatzreservierung.

Reserviert ist nicht immer nebeneinander

Die Bahn plant keine von vornherein begrenzte Stückzahl und will das Ticket in hoher Verfügbarkeit anbieten. Ganz ohne Haken ist die Sache trotzdem nicht: Auf stark gebuchten Verbindungen kann der Tarif ausverkauft sein. Und manchmal sind bei der Buchung keine zusammenhängenden Plätze mehr frei. Dann bleibt nur, den Familientarif mit getrennten Sitzplätzen zu buchen oder auf einen anderen Zug auszuweichen.

Das passt zur aktuellen Lage bei der Deutschen Bahn, die gleichzeitig mit Problemen bei der Pünktlichkeit und hoher Auslastung kämpft. Gerade in nachfragestarken Zügen können sowohl die Verfügbarkeit des Tarifs als auch nebeneinanderliegende Plätze begrenzt sein. Ob sich die knapp 100 Euro rechnen, hängt daher von Strecke, Reisezeit, den verfügbaren Verbindungen und dem Preisvergleich mit dem Auto ab. Am Bahnsteig klingt das dann manchmal weniger nach Familienidylle als nach Platz-Tetris mit Koffern.

Bilger begrüßt die dauerhafte Lösung

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) begrüßte die dauerhafte Einführung. Die Bahn sei für viele Familien das Verkehrsmittel für Urlaubsreisen und Besuche bei Verwandten, erklärte er. Nach der Abschaffung der Familienreservierung sei ihm ein attraktives Familienangebot wichtig gewesen, sagte Bilger außerdem.

Angesichts hoher Kraftstoffpreise bezeichnete der Minister das Ticket als Beitrag zu klimafreundlicher Mobilität auf der Schiene. Zugleich soll es Familien die gemeinsame Planung von Bahnreisen erleichtern. Ob das im Alltag klappt, entscheidet sich allerdings oft erst beim Buchen: Gibt es noch einen passenden Zug, fünf Plätze und eine Verbindung, bei der nicht schon die Anreise zum Bahnhof zur kleinen Expedition wird?