Heute, am 8.10.2026, lohnt sich für viele Fernpendler ein genauer Blick auf den Fahrkartenautomaten – oder besser: auf die Preise dahinter. Die Deutsche Bahn senkt ab dem 21. Oktober 2026 die Preise für Streckenzeitkarten im Fernverkehr um 25 Prozent. Gemeint sind Monatskarten für eine festgelegte Strecke, mit denen während des Buchungszeitraums beliebig viele Fahrten möglich sind. Rund 10.000 Pendlerinnen und Pendler nutzen solche Angebote, regelmäßig fahren davon etwa 10.000 Menschen in Deutschland mit dem ICE.

Die Änderung kommt nicht allein. Das bisherige Jahresabo für Streckenzeitkarten wird ersatzlos abgeschafft. Künftig gibt es die Monatskarte ohne Vertragsbindung und ohne feste Laufzeit. Wer im Urlaub ist oder krank zu Hause liegt, kauft einfach keinen Fahrschein für diesen Monat. Das klingt banal, kann im Alltag aber einen ordentlichen Unterschied machen – gerade bei langen Pendelstrecken.

Frankfurt–Mannheim wird deutlich günstiger

Auf der Strecke Frankfurt–Mannheim sinkt der Monatspreis von bisher 375,60 Euro auf 281,70 Euro. Das sind 93,90 Euro weniger. Eine einzelne ICE-Fahrt kostet derzeit 42,90 Euro, gerechnet ohne BahnCard-Rabatt. Schon bei einer Hin- und Rückfahrt pro Woche kann sich die Monatskarte daher lohnen.

Die Rechnung gilt allerdings nicht automatisch für jede Verbindung. Wie viel tatsächlich gespart wird, hängt von der jeweiligen Strecke und der persönlichen Nutzung ab. Auf Augsburg–München reduziert die Bahn den Preis laut eigenen Angaben um 79 Euro. Wer nur gelegentlich fährt, sollte trotzdem gegenrechnen: Mehrfahrtentickets können günstiger sein, ebenso eine BahnCard 100 – je nachdem, wie oft der Zug tatsächlich genommen wird.

Die Bahn spricht bei der Neuregelung von einer Vereinfachung des Tarifsystems und mehr Flexibilität. Dahinter steckt aber auch der Druck durch das Deutschlandticket. Es kostet derzeit 63 Euro im Monat, gilt bundesweit und ausschließlich im Nahverkehr. Auf kürzeren Strecken steigen deshalb manche Fahrgäste trotz längerer Fahrzeit vom ICE auf Regionalzüge um. Für den Fernverkehr ist das spürbar und gilt als möglicher Grund für weitere Sonderangebote und Preissenkungen.

Deutschlandticket, BahnCard oder Monatskarte?

Im Fernverkehr müssen Reisende weiterhin eine feste Strecke wählen oder eine sehr teure BahnCard 100 kaufen. Das Deutschlandticket gilt regulär in RE, RB, S-Bahn, Bus, U-Bahn und Tram, nicht aber in ICE, IC oder EC. Es ist monatlich kündbar und gilt nur in der 2. Klasse. Eine BahnCard funktioniert ganz anders: Die BahnCard 25 und BahnCard 50 sind Rabattkarten, aber keine Fahrscheine. Zusätzlich braucht es jeweils ein Ticket.

Die BahnCard 25 bringt 25 Prozent Rabatt im Fernverkehr, die BahnCard 50 50 Prozent. Beide laufen zwölf Monate und verlängern sich automatisch, wenn nicht sechs Wochen vor Ablauf gekündigt wird. Die BahnCard 100 ist dagegen eine Jahres-Flatrate für unbegrenzte Fahrten in ICE, IC, EC und im Nahverkehr; das Deutschlandticket ist eingeschlossen. Deutschlandticket und BahnCard lassen sich kombinieren. Wer mit S-Bahn oder RE zum ICE-Bahnhof fährt, hat diesen Zubringer damit bereits abgedeckt. Je nach Strecke können dadurch 5 bis 15 Euro pro Fahrt für ein separates Nahverkehrsticket entfallen.

Für 2026 kostet die BahnCard 25 62,90 Euro im Jahr. Unter 27-Jährige zahlen für die My BahnCard 25 39,90 Euro, die Senioren BahnCard 25 ab 65 Jahren kostet 40,90 Euro. Die BahnCard 50 liegt bei 244 Euro jährlich, bis zum 31.07.2026 gab es einen Aktionspreis von 199 Euro. Eine Probe BahnCard 25 kostet 19,90 Euro für drei Monate, die Probe BahnCard 50 76,90 Euro für drei Monate. Bei den Probeangeboten ist Vorsicht angesagt: Sie enden nach drei Monaten nur bei rechtzeitiger Kündigung, sonst können sie in ein Jahresabo übergehen.

Für eine BahnCard 25 werden etwa 252 Euro Fernverkehrsausgaben pro Jahr als Rentabilitätsschwelle genannt, bei der My BahnCard 25 sind es rund 160 Euro. Die BahnCard 50 rechnet sich ab etwa 488 Euro Flexpreis-Ausgaben jährlich. Eine Probe BahnCard 25 lohnt sich ab ungefähr 80 Euro Ticketausgaben in drei Monaten, bei der Probe BahnCard 50 sind es etwa 154 Euro Flexpreis-Ausgaben.

Drei Pendler, drei Rechnungen

Lisa fährt täglich mit der S-Bahn und einmal im Monat mit dem ICE hin und zurück. Die Sparpreise liegen bei jeweils etwa 30 Euro. Ohne BahnCard kostet sie das inklusive Deutschlandticket 123 Euro im Monat. Mit BahnCard 25 sind es 113,24 Euro. Rund 10 Euro monatlich beziehungsweise 117 Euro im Jahr bleiben bei ihr übrig; nach etwa sieben Monaten hat sich die BahnCard 25 amortisiert.

Tom fährt jedes zweite Wochenende zwischen Frankfurt und Berlin. Der Flexpreis liegt bei etwa 130 Euro je Strecke. Ohne BahnCard kommt er einschließlich Deutschlandticket auf 583 Euro im Monat, mit BahnCard 50 auf 343,33 Euro. Die Ersparnis beträgt ungefähr 240 Euro monatlich, die Karte hat sich damit in weniger als zwei Monaten bezahlt.

Mia ist Studentin und fährt drei- bis viermal im Jahr zwischen Köln und München. Ein Sparpreis kostet etwa 25 Euro je Strecke. Einschließlich Semesterticket liegen ihre Kosten ohne BahnCard bei ungefähr 535 Euro pro Jahr, mit My BahnCard 25 bei 609,90 Euro. Bei nur drei oder vier Fernreisen jährlich lohnt sich die Karte in diesem Beispiel kaum; als Rentabilitätsschwelle werden etwa sechs Fernreisen pro Jahr genannt. Zum Ausprobieren bietet sich die Probe BahnCard 25 für 19,90 Euro an.

Wann sich die Flatrate rechnet

Die BahnCard 100 kostet in der 2. Klasse 4.899 Euro pro Jahr, in der 1. Klasse 7.999 Euro. Für unter 27-Jährige gibt es die My BahnCard 100 für 3.199 Euro. Rechnerisch sind das bei der regulären BahnCard 100 in der 2. Klasse 408,25 Euro im Monat. Im Preis steckt der Deutschlandticket-Anteil von 756 Euro pro Jahr; für den unbegrenzten Fernverkehr bleiben rechnerisch etwa 4.143 Euro.

Als Break-even gelten ungefähr 38 Fernverkehrsfahrten im Jahr oder rund 5.000 Euro jährliche Ticketausgaben. Zielgruppe sind etwa Fernpendler mit vier bis fünf ICE-Tagen pro Woche und Menschen, die mehrmals wöchentlich deutschlandweit unterwegs sind. Wer dagegen überwiegend Nahverkehr nutzt, fährt mit dem Deutschlandticket allein für 63 Euro im Monat meist einfacher. Bei täglichem Nahverkehr und gelegentlichen ICE-Fahrten passt häufig die Kombination aus Deutschlandticket und BahnCard 25; bei häufigen, flexiblen ICE-Fahrten eher Deutschlandticket plus BahnCard 50.

Ein paar Haken bleiben: BahnCard 25 und 50 geben keinen Rabatt auf Nahverkehrstickets in Verkehrsverbünden. Das Deutschlandticket reduziert keine Fernverkehrspreise, wird durch keine BahnCard günstiger und gilt nicht regulär in ICE, IC oder EC. Auch bei den neuen Streckenzeitkarten sollte deshalb niemand nur auf den Monatsbetrag schauen. Entscheidend ist, wie oft die Strecke wirklich gefahren wird – und ob im August der Koffer im Zug liegt oder die Fahrkarte ungenutzt in der Schublade.

Die Deutsche Bahn reagiert mit der Preissenkung auf ein verändertes Nutzungsverhalten. Die günstigere, monatlich buchbare Karte könnte künftig auch für Personen interessant sein, die mehrmals im Monat dieselbe Fernverkehrsstrecke fahren, während das Deutschlandticket vor allem auf kurzen Verbindungen weiter Druck macht. Konditionen und Preise können sich ändern; aktuelle Angaben sollten auf bahn.de geprüft werden.

Quelle: Giga · Quelle: Spiegel · Quelle: Ticket-Rechner