Deutsche Bahn zeigt Karrieren an der Schiene: Praxistage in Ulm, Stuttgart und Karlsruhe
Die Deutsche Bahn lädt im Oktober 2026 zu mehreren Karrieretagen in Baden-Württemberg ein. Für Schülerinnen und Schüler, Studieninteressierte, Berufstätige sowie Bewerberinnen und Bewerber für den Direkt- oder Quereinstieg geht es nach Ulm, Stuttgart und Karlsruhe. Wer sich für die Arbeit an der Schiene interessiert, kann dort nicht nur Fragen stellen, sondern auch praktische Einblicke bekommen.
Heute, am 4. Oktober 2026, endet bereits die Anmeldung für den „Praxistag Ausbildung@DB“ am 7. Oktober in Ulm. Die Veranstaltung beginnt um 9 Uhr. In Stuttgart folgt am 12. Oktober „DB Jobs@Stuttgart“ von 10 bis 14 Uhr; dafür ist eine Anmeldung bis zum 7. Oktober möglich. Karlsruhe steht am 13. Oktober gleich zweimal auf dem Programm: Der „Praxistag Ausbildung@DB – Fokus Zugverkehrssteuerung“ läuft von 9 bis 12:30 Uhr, die „Duales Studium@DB – Pitch Show“ von 15 bis 18 Uhr. Für beide Termine gilt der 8. Oktober als Anmeldeschluss.
Einblicke statt Broschürenstapel
Die Deutsche Bahn beschäftigt mehr als 200.000 Menschen in rund 500 Berufen. Bei den Karrieretagen werden unter anderem die Steuerung des Schienenverkehrs, die Instandhaltung von Strecken, technische Tätigkeiten sowie Service und Sicherheit an Bahnhöfen vorgestellt. Dazu kommen Stellwerksbesichtigungen, praktische Einblicke und Bewerbungsgespräche vor Ort. Man sieht also nicht nur Folien, sondern bekommt eher ein Gefühl dafür, wie der Alltag hinter den Signalen, Gleisen und Bahnhofstüren aussieht.
Vor der Veranstaltung prüft das Recruiting-Team die Teilnehmenden. Eine bestätigte Einladung bedeutet, dass die jeweilige Person grundsätzlich für die vorgestellten Berufe geeignet ist. Bei der Anmeldung sollen Bewerberinnen und Bewerber deshalb einen Lebenslauf oder eine Kurzbewerbung hochladen.
Gefragt sind Deutschkenntnisse mindestens auf B2-Niveau, ein vorhandener oder angestrebter Hauptschulabschluss beziehungsweise ein höherer Abschluss sowie eine zuverlässige und sorgfältige Arbeitsweise. Teamarbeit gehört ebenfalls dazu. Für den Direkt- oder Quereinstieg ist ein passender Berufsabschluss oder eine vergleichbare Qualifikation von Vorteil.
Ausbildung, Studium und Schichtdienst
Wer sich für bestimmte Berufe wie Zugverkehrssteuerer, Gleisbauer oder Elektriker interessiert, sollte außerdem bereit sein, im Schichtdienst zu arbeiten. Das ist kein kleiner Nebensatz: Der Bahnbetrieb läuft weiter, wenn andere längst schlafen oder am Sonntag beim Frühstück sitzen.
Für ein duales Studium erwartet die Bahn Offenheit für innovative Projekte sowie Interesse an Technik und am Bahnwesen. Voraussetzung sind Fachabitur oder Abitur und Deutschkenntnisse auf C1-Niveau. Die Karlsruher „Pitch Show“ am 13. Oktober richtet sich genau an diese Zielgruppe.
Quereinstieg als Wagenmeister:in
Ein mögliches Tätigkeitsfeld für Menschen mit gewerblich-technischem Hintergrund ist der Einsatz als Wagenmeister:in. Wagenmeister:innen kontrollieren Güterzüge, prüfen die Radsätze, kontrollieren die Bremssysteme und achten auf die Ladungssicherung. Danach entscheiden sie, welche Wagen in die Instandhaltung müssen und welche im Zug bleiben können.
Kleinere Schäden reparieren sie selbstständig. Größere Schäden werden dokumentiert und an die Instandhaltung weitergemeldet. Auch bei der Ursachenforschung zu Schäden an Wagen oder Ladungen unterstützen Wagenmeister:innen. Die Arbeit ist überwiegend eigenständig, zugleich gibt es Kontakt zu Kolleg:innen aus anderen Bereichen.
Die Umschulung dauert zwölf Monate und wird ab dem ersten Tag voll vergütet. Sie findet in Vollzeit mit 39 Wochenstunden statt und verbindet theoretische mit praktischen Abschnitten. Auf dem Lehrplan stehen die technische Wagenprüfung, die Kontrolle von Bremssystemen, die Sicherung von Ladungen sowie theoretische und praktische Prüfungen.
Der theoretische Unterricht findet in überregionalen Schulungszentren statt. Die Praxiseinsätze erfolgen nach Möglichkeit an der späteren Einsatzstelle. Gearbeitet wird am Rangierbahnhof und bei der Kundschaft vor Ort, etwa bei Automobilherstellern, Stahlproduzenten oder Unternehmen der Papierindustrie. Die Schicht beginnt und endet an einem heimatnahen Rangierbahnhof.
Weil Güterzüge rund um die Uhr fahren, gehören Schicht- und Wechseldienst zum Beruf. Die Schichtpläne richten sich nach dem jeweiligen Standort. Auch Sonn- und Feiertage können betroffen sein. Erwartet werden Bereitschaft zur Arbeit im Freien, Zuverlässigkeit, ein hohes Verantwortungsbewusstsein und eine selbstständige Arbeitsweise.
Vorausgesetzt werden eine abgeschlossene gewerblich-technische Berufsausbildung im Metallbereich oder Berufserfahrung in der Fahrzeuginstandhaltung, außerdem ein Mindestalter von 18 Jahren. Deutsch muss Muttersprache sein oder mindestens auf B2-Niveau beherrscht werden. Für einige Einsatzorte ist ein Führerschein erforderlich.
Später sind unter anderem Weiterentwicklungen zum:r Praxistrainer:in, zum:r Fachreferent:in Qualität oder zur Gruppenleitung mit fachlicher und disziplinarischer Führungsverantwortung möglich. Aktuell sind allerdings keine Quereinstiegsstellen ausgeschrieben. Für Interessierte an Bahnbau und Bahnbetrieb bleiben die Karrieretage dennoch eine Gelegenheit, direkt mit der Bahn ins Gespräch zu kommen – und vielleicht herauszufinden, ob der eigene Platz eher im Stellwerk, an der Strecke, in der Technik oder am Güterzug liegt.
