Schotter auf den Gleisen: Kinder lösen ICE-Notbremsung in Gelsenkirchen aus
Am Samstag legten Kinder nahe dem Hauptbahnhof Gelsenkirchen Schottersteine auf Bahngleise. Ein ICE überfuhr mehrere der Steine, woraufhin der Zugführer eine Schnellbremsung einleitete. Für die Fahrgäste ging der Vorfall glimpflich aus: Passagiere wurden nicht verletzt.
Die Sache blieb dennoch nicht ohne Folgen. Durch das Überfahren der Steine wurde eine Weiche beschädigt. Die Bahnstrecke war zeitweise vollständig gesperrt, vier Züge kamen auf freier Strecke zum Stillstand. Erst nach Abschluss der Überprüfungen konnten sie weiterfahren. Zugausfälle und Verspätungen waren die Folge.
Drei Mädchen aufgegriffen
Die Bundespolizei griff in der Nähe drei Mädchen im Alter von 11, 12 und 14 Jahren auf. Sie gaben an, die Steine „aus Neugier“ auf die Gleise beziehungsweise Schienen gelegt zu haben. Ein 13-jähriger Junge soll ebenfalls beteiligt gewesen sein.
Die Kinder wurden zur Dienststelle gebracht und anschließend ihren Eltern übergeben. Gegen sie wurde unter anderem wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr und Sachbeschädigung ermittelt. Wie hoch der entstandene Schaden ist, war zunächst nicht bekannt; zur Schadenshöhe lagen zunächst keine Angaben vor.
Ermittlungen und größerer Kontext
Der Vorfall nahe dem Gelsenkirchener Hauptbahnhof zeigt, wie schnell aus einer offenbar neugierigen Handlung eine Störung des Bahnverkehrs werden kann. Neben der beschädigten Weiche mussten Züge angehalten und die Strecke überprüft werden. Der genaue finanzielle Umfang war zunächst offen.
Für die Einordnung wird auf einen Bericht der Bund-Länder-Projektgruppe „Bundesweit steigende Fallzahlen im Bereich der Kinder- und Jugendkriminalität“ verwiesen. Der bereitgestellte Inhalt des Dokuments ist allerdings ein verschlüsselter beziehungsweise unlesbarer PDF-Datenstrom. Erkennbar ist lediglich der Dokumenttitel „Bund-Länder-Projektgruppe ‚Bundesweit steigende Fallzahlen im Bereich der Kinder- und Jugendkriminalität‘ – Bericht zu den Handlungsempfehlungen“. Der eigentliche Artikeltext ist im bereitgestellten Inhalt nicht lesbar; eine sachliche Zusammenfassung dieses Berichts ist daher nicht möglich.
