Wer in Düsseldorf an einer Haltestelle wartet, steht meist nicht allein zwischen Fahrplan, Rolltreppe und Beton. Rund 1700 Haltestellen der Rheinbahn sowie zusätzliche City-Light-Poster sind Werbeflächen. Die Rechte daran wurden kürzlich erneut an die Wall GmbH vergeben. Zuständig sind die Düsseldorf Marketing GmbH und die Rheinbahn AG im Auftrag der Stadt.

Das bringt Geld, und zwar dringend benötigtes. Stadt und Rheinbahn erwarten höhere Pachteinnahmen; die kommunale Finanzkrise spielt dabei ebenso eine Rolle wie das Defizit der Rheinbahn von rund 200 Millionen Euro. Die Erlöse aus der Vermietung von Werbeflächen stiegen 2025 deutlich auf 4,8 Millionen Euro.

Wo Werbung draußen bleibt

Unter der Erde gibt es allerdings Räume, in denen Reklame keinen Zutritt hat. Werbefrei sind die sieben neuen U-Bahn-Stationen der Wehrhahn-Linie sowie seit Kurzem die neue Station der Linien U80/U81 am Flughafen-Terminal. Bahnsteige, Zwischengeschosse und Zugänge werden dort nicht zu Werbezwecken genutzt.

Rechtlich müsste das nicht so sein. Die kommerziellen Nutzungsrechte für diese Flächen übertrug die Stadt vor mehr als 20 Jahren an die Rheinbahn; aktuell liegen sie bei der Deutschen Städte Medien GmbH. Nach Angaben der Stadt ist also kein Gesetz der Grund für die Werbefreiheit, sondern das künstlerische und architektonische Gestaltungskonzept.

Die Stadt hält die aufwendig gestalteten, werbefreien Stationen für stimmig und erfolgreich. Die Wehrhahn-Linie hat international Beachtung gefunden, unter anderem durch einen Artikel in der „New York Times“, und erhielt Auszeichnungen. In ihren Stationen gibt es keine Plakate, Reklamefenster oder sonstige Kommerzflächen. Das ist im täglichen Pendelverkehr durchaus spürbar: weniger flimmernde Botschaften, mehr Raum für den Weg, die Treppe, den nächsten Zug.

Die Strecke wurde am 20. Februar 2016 eröffnet. Sie ist 3,4 Kilometer lang und führt mit sechs Bahnhöfen unter der Innenstadt zwischen Bilk und Wehrhahn. Tausende Menschen besichtigten zur Eröffnung die neuen unterirdischen Räume. Planung und Bau hatten insgesamt 15 Jahre gedauert; Ausgangspunkt war ein zweistufiger EU-Wettbewerb aus dem Jahr 2001.

Ein Tunnel als zusammenhängendes Kunstwerk

Den Wettbewerb gewannen die netzwerkarchitekten aus Darmstadt gemeinsam mit der in Berlin lebenden Künstlerin Heike Klussmann. Alexander Hentschel beriet das Team bei der Tragwerksplanung, Andrew Holmes bei der Lichtplanung. Das Siegerkonzept verband eine einheitliche Gestaltung der gesamten Linie mit individuellen Lösungen für die einzelnen Stationen.

„Kontinuum“ und „Schnitträume“ hießen die zentralen Begriffe. Das Kontinuum umfasst Tunnel und Stationsräume entlang der Strecke. Eine einheitliche Reliefverkleidung aus Betonfertigteilen schafft das verbindende Erscheinungsbild. Die Schnitträume stellen die Verbindung zum oberirdischen Stadtraum her: Zugänge, Treppen, Fahrtreppen, Aufzüge und Verteilerebenen. Sie sollten Perspektiven öffnen, direkte Beziehungen zwischen Stadt und Station herstellen, möglichst Tageslicht hinunterführen, Orientierung und Sicherheit unterstützen und dem Gefühl räumlicher Enge entgegenwirken.

Weil diese Räume ganz unterschiedliche Geometrien und städtebauliche Situationen haben, wurden sie als Orte individueller künstlerischer Interventionen festgelegt. Das Preisgericht empfahl einstimmig, die gesamte Linie auf Grundlage des gemeinsamen Gestaltungsprinzips zu entwickeln und weitere Künstler einzubeziehen. Die Wehrhahn-Linie sollte eben nicht aus unabhängig entworfenen Stationen verschiedener Teams bestehen, sondern als zusammenhängendes architektonisches und künstlerisches Konzept.

Für den weiteren Kunstwettbewerb stellten Düsseldorfer Kulturinstitutionen eine Künstlerliste zusammen. 16 Teilnehmer wurden zu einem zweistufigen Verfahren eingeladen: zuerst zur Entwicklung eines Grundkonzepts, danach zur Vertiefung für bestimmte Schnitträume gemeinsam mit den Architekten. Ausgewählt wurden Enne Haehnle für Kirchplatz, Manuel Franke für Graf-Adolf-Platz, Thomas Stricker für Benrather Straße, Ralf Brøg für Heinrich-Heine-Allee und Ursula Damm für Schadowstraße. Heike Klussmann gestaltete den Schnittraum der Station Pempelforter Straße und entwickelte zudem die künstlerische Konzeption des linienweiten Kontinuums weiter.

Die Wandverkleidung aus Betonfertigteilen übersetzt die Stahlbetonfertigteile der Tunnelröhren in die Gestaltung. Teilweise gestreckte und gestauchte Rauten erinnern an eine Schlangenhaut und greifen den langen, gewundenen Tunnelraum auf. Zugleich mussten die Bauteile handhabbar und revisionierbar, gegen Brand und Vandalismus beständig sowie konstruktiv und wirtschaftlich herstellbar sein. Die Kunst wurde als Bestandteil des Bauwerks und als Teil der architektonischen Ausbauleistungen geplant, nicht nachträglich aufgebracht. Ingenieure, Architekten und Künstler arbeiteten während Planung und Realisierung eng zusammen.

So bekam jeder Transitraum seine eigene Sprache. Ralf Brøg schuf an der Heinrich-Heine-Allee drei Aufführungsorte für wechselnde Klang- und Soundbeiträge: Theater, Labor und Auditorium. Ursula Damm entwickelte an der Schadowstraße eine mehrteilige interaktive Installation. Am Graf-Adolf-Platz entstand mit Hunderten leuchtend grünen Glastafeln ein begehbarer Farbraum, den ein Linienstrom durchbricht. Enne Haehnle setzte am Kirchplatz poetische Texte skulptural um.

In der Pempelforter Straße laufen weiße Bänder von den Zugängen über Wände, Decken und Boden; entlang der Architektur brechen sie auf und entfalten sich. Thomas Stricker übertrug in der Benrather Straße mit einer konzeptionellen Umkehrung den Weltraum mit Planeten und Sternen in den U-Bahnhof. Diese Kunst richtet sich an Fahrgäste im Alltag, nicht ausschließlich an Besucher von Ausstellungen. Man muss nicht stehen bleiben. Aber man kann.

Sechs Stationen, sechs Gesichter

Die Wehrhahn-Linie, auch Stammstrecke 3 der Düsseldorfer Stadtbahn, wird von der Rheinbahn als Teil der Stadtbahn Rhein-Ruhr betrieben. Ihre Spurweite beträgt 1.435 Millimeter, das Stromsystem arbeitet mit 750 Volt Gleichspannung, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 70 km/h. Im Regelbetrieb ab 21. Februar 2016 fahren die Linien U71, U72, U73 und U83 durch die neuen Tunnel. Geschätzt werden 53.100 Fahrgäste an Werktagen.

Die Strecke beginnt an der oberirdischen Haltestelle S-Bahnhof Wehrhahn. Rund 100 Meter westlich des S-Bahnsteigs liegt an der Adlerstraße die östliche Tunnelrampe. Unterirdisch folgen Pempelforter Straße, Schadowstraße, Heinrich-Heine-Allee, Benrather Straße, Graf-Adolf-Platz und Kirchplatz; in Düsseldorf-Bilk führt die Strecke wieder ans Tageslicht. Benannt ist sie nach dem S-Bahnhof und der Straße Am Wehrhahn. Am U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee besteht Anschluss an die Linien U70 und U75 bis U79.

Pempelforter Straße liegt unter der Straße Am Wehrhahn zwischen Cantadorstraße und Oststraße. Die Station wurde im Februar 2016 in Betrieb genommen und besitzt zwei Seitenbahnsteige von jeweils 90 Metern Länge und 4,5 Metern Breite sowie eine Verteilerebene. Schwarz und Weiß bestimmen den Raum. Fünf Treppenzugänge und zwei Aufzugsanlagen erschließen ihn; im westlichen Bereich führen drei Treppen und zwei Rolltreppen von Schadow- und Oststraße in die Verteilerebene. Baubeginn war am 15. März 2008. Während der Arbeiten wurden stadtauswärts führende Straßenbahngleise Richtung Grafenberg verlegt, später die verbliebenen Gleise auf der Straße Am Wehrhahn demontiert. Früher hieß die Station „Jacobistraße/Pempelforter Straße“.

Direkt unter der Schadowstraße entstand die Station Schadowstraße, deren Bau bis 2014 dauerte. Blau ist ihre Grundfarbe, drei Treppenzugänge und eine Aufzugsanlage führen hinunter, die beiden Seitenbahnsteige sind jeweils 90 Meter lang und 4,5 Meter breit. Ursula Damm gestaltete den Bahnhof; eine Videoinstallation überträgt und interpretiert das Geschehen an der Oberfläche auf einer Glasfläche.

Am 26. November 2010 kam es im Baustellenbereich zu Absackungen. Die darüberliegende Hochstraße „Tausendfüßler“ wurde zeitweise gesperrt, 2013 abgerissen. Der ersetzende Nord-Süd-Tunnel wurde bis November 2015 abschnittsweise in Betrieb genommen.

Die Heinrich-Heine-Allee ist neben dem Hauptbahnhof die wichtigste Station der Düsseldorfer Stadtbahn und liegt an den ersten drei Stammstrecken. Sie wurde 1988 eröffnet und erschließt unter anderem Flinger Straße und Bolkerstraße. In der ersten Ebene liegt die Einkaufspassage Heinrich-Heine-Galerie mit Zugängen zu Galeria Kaufhof und dem Carsch-Haus; außerdem besteht die Verbindung zu den gleichnamigen oberirdischen Bushaltestellen.

Ein dritter Bahnsteig wurde dort ab April 2008 gebaut, der Rohbau stammte bereits aus dem Jahr 1984. Der neue Bahnsteig ist 90 Meter lang und 8,8 Meter breit, Violett und Grau geben den Ton an. Von Juli 2012 bis Mai 2013 wurde der Boden unter einem benachbarten Kaufhaus vereist, um einen rund 75 Meter langen Bauabschnitt fertigzustellen. Die offizielle Tunneltaufe fand am 6. Mai 2013 statt; Tunnelpatin war die frühere Oberbürgermeisterin Marlies Smeets. Der im Tagebau erstellte Abschnitt kostete 71 Millionen Euro.

Unter der Kasernenstraße liegt die Benrather Straße mit zwei Treppenzugängen, zwei Aufzugsanlagen und zwei Seitenbahnsteigen von jeweils 90 Metern Länge und 4,5 Metern Breite. Thomas Stricker gestaltete sie unter dem Titel „Himmel oben – Himmel unten“.

Der Graf-Adolf-Platz liegt unter der Elisabethstraße am Graf-Adolf-Platz. Grün ist die Grundfarbe. Zur Station gehören eine Verteilerebene, zwei 90 Meter lange und 4,5 Meter breite Seitenbahnsteige, drei Treppenzugänge und zwei Aufzüge. Der Rohbau war 2012 fertig, im Februar und März 2013 wurden die Schienen verlegt. Sollte die Stammstrecke 6 in Richtung Hafen gebaut werden, könnte der Bahnhof zu einem Turmbahnhof umgebaut werden; Angaben zu Bauvorleistungen liegen nicht vor.

Kirchplatz liegt unter der Elisabethstraße an der Ecke Fürstenwall und ist der letzte unterirdische Bahnhof in südlicher Richtung. Zwei Seitenbahnsteige mit jeweils 90 Metern Länge und 4,5 Metern Breite, eine Verteilerebene mit drei Ausgängen und zwei Aufzügen gehören zur Station. Baubeginn war im März 2008.

Über der Linie: Bau, Fahrzeuge und offene Enden

Die Arbeiten für die Strecke begannen am 28. November 2007, zugleich wurden die oberirdischen Gleise stillgelegt. Im Steckbrief stehen Baukosten von 843,6 Millionen Euro, insgesamt werden auch 929 Millionen Euro genannt. Ursprünglich sahen die Pläne der 1970er-Jahre eine 7,4 Kilometer lange Tunnelstrecke zwischen Witzelstraße in Bilk und Schlüterstraße in Grafenberg mit elf unterirdischen Bahnhöfen vor, Eröffnung 1988. 1999 beschloss der Stadtrat zunächst die große Lösung; wegen einer unzureichenden Finanzierung von damals 1,2 Milliarden Mark wurde sie verkürzt. Übrig blieben 3,4 Kilometer und sechs statt elf Bahnhöfe. Pempelforter Straße/Am Wehrhahn und Jacobistraße/Am Wehrhahn wurden zu einer Station zusammengelegt.

Das Planfeststellungsverfahren lief von September bis November 2004, der Planfeststellungsbeschluss wurde im März 2007 erteilt. Der symbolische erste Spatenstich erfolgte am 28. November 2007 am Graf-Adolf-Platz, die Tunnelbohrung war Anfang 2012 abgeschlossen. Im Dezember 2015 wurde an mindestens 400 bereits verlegten Schwellen Holzwurmbefall festgestellt; vor der Inbetriebnahme mussten sie ausgetauscht werden. Bis zur zweiten Hälfte 2016 wurden die neuen Tunnelbereiche fertiggestellt.

Am Corneliusplatz stand von November 2007 bis September 2015 ein Informationszentrum aus Baucontainern. Straßen, Gleise, Leitungen und Haltestellen wurden während der Bauarbeiten mehrfach verlegt. Bei Kanalbauarbeiten nahe Kasernenstraße und Benrather Straße entdeckte man im April 2009 ein Skelett, das möglicherweise zu einem um 1700 angelegten jüdischen Friedhof gehörte. Baustellenbedingte Umsatzeinbußen wurden im Dezember 2015 mit rund 1,3 Millionen Euro entschädigt: Einzelhändler erhielten 875.000 Euro, Vermieter 410.000 Euro.

Am 20. Februar 2016 wurde die Strecke mit einem Fest auf dem Schadowplatz eröffnet; historische Bahnen verabschiedeten die oberirdische Straßenbahnstrecke. Alle sechs neuen Bahnhöfe wurden von Absolventen der Düsseldorfer Kunstakademie gestaltet. Bereits ab Ende November 2015 waren sie an Adventswochenenden schrittweise der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

Auf der Wehrhahn-Linie verkehren ausschließlich niederflurige Stadtbahnwagen des Typs NF8U aus der Combino-Reihe. Die Einrichtungswagen haben Türen auf beiden Seiten und können dadurch auch an Mittelbahnsteigen halten. Der vollständig niederflurige Einstieg liegt 30 Zentimeter hoch. Gefordert waren Niederflurtechnik, Einrichtungsbauweise, Türen auf beiden Seiten, IMÜ- und ZUB200-Fähigkeit sowie eine Wagenkastenbreite von höchstens 2,4 Metern. Wegen geringer Gleisabstände konnten keine 2,65 Meter breiten Hochflurfahrzeuge eingesetzt werden.

Die ersten NF8U kamen im Mai 2006 zur Rheinbahn und wurden ab 18. April 2007 im Betrieb eingesetzt. Seit April 2012 verfügt die Rheinbahn über 76 Fahrzeuge dieses Typs. Mit der Eröffnung wurden mehrere Linien neu geordnet: Aus Linie 713 und einem Teil der 701 entstand U71, Linie 712 wurde zu U72, Linie 703 und der südliche Teil der 707 wurden zu U73, Linie 715 wurde in 705 umbenannt. Die Linien 706 und 715 wurden wegen fehlender Tunnelrampen und stillgelegter oberirdischer Gleise teilweise über andere Linienwege geführt. Die U83 kam zusätzlich hinzu, weil die ursprünglich geplante U71-Verbindung zu zwei Endpunkten sonst nur im 40-Minuten-Takt möglich gewesen wäre.

Sechs Zulaufstrecken führen zur Wehrhahn-Linie, überwiegend auf eigenem Bahnkörper. Nördlich beginnt der Außenabschnitt am Bahnhof Düsseldorf-Wehrhahn mit Anschlüssen an S-Bahn-Linien nach Essen, Dortmund, Duisburg, Köln und Solingen. Ursprünglich sollte die U71 über Grafenberger Allee und Ludenberger Straße zum Gerresheimer Krankenhaus fahren. 2011 wurde eine Führung über Uhlandstraße, Heinrichstraße und Rath bis zum ISS Dome vorgeschlagen; die Verlängerung zum ISS Dome wurde jedoch abgelehnt. Seit 7. Januar 2018 übernimmt die Linie 701 den Abschnitt Rath–DOME/Am Hülserhof, einzelne U71-Züge fahren bis Rath.

Auf der Grafenberger Allee gibt es für die künftigen Linien U72 und U73 bislang teilweise keinen eigenen Bahnkörper. Die U72 zweigt an Schlüterstraße/Arbeitsagentur nach Ratingen ab, überquert hinter Hubertushain die Stadtgrenze und bedient auf Ratinger Gebiet Felderhof, Gerhardstraße, Europaring, Weststraße und Ratingen Mitte. Der Abschnitt Schlüterstraße–Ratingen wurde 2010 auf Niederflur-Stadtbahnstandard umgebaut, die umgebaute Endhaltestelle Ratingen am 19. Mai 2018 eröffnet. Die Strecke führt durch den Rather Broich und den Rather Wald auf eigenem Bahnkörper.

U83 und U73 verlaufen über Gerresheim. Hinter Pöhlenweg führt die Strecke über die Hardt; U83 und Linie 709 zweigen am LVR-Klinikum zum Gerresheimer Krankenhaus ab, die U73 fährt weiter über den alten Ortskern zum S-Bahnhof Gerresheim. Eine frühere Verlängerung über Gerresheim hinaus nach Vennhausen wurde wegen hoher Kosten zurückgestellt. Der Nahverkehrsplan von 2017 sah immerhin eine kurze Verlängerung ins Glasmacherviertel bis zur Haltestelle „Nach den Mauresköthen“ vor.

Die U83 fährt vom Bahnhof Bilk parallel zur U73 und begleitet ab Engerstraße die Linie 709 bis zum Gerresheimer Krankenhaus. Seit dem RheinTakt 2024 fahren U71 und U83 ab Bilk nach Volmerswerth, während U72 ab Bilk nach Benrath fährt. U71 und U83 verkehren im 20-Minuten-Takt und bedienen den Abschnitt nach Volmerswerth abwechselnd. Zwischen Suitbertusstraße und Südring liegen die Gleise auf der Straße. Ein geplanter Abzweig zum früheren Betriebshof Am Steinberg wurde nach dessen Aufgabe 2011 verworfen.

Die Haltestelle Aachener Platz wurde für Doppeltraktionen verlegt, ein Abstellgleis für Beiwagen entfernt. Zwischen 1962 und 1990 endete die Strecke an der Volmerswerther Straße; seit 1990 liegt die Endhaltestelle an der Hellriegelstraße. Eine Verlängerung zum Volmerswerther Deich ist nicht geplant, weil die Buslinie 726 diesen Abschnitt bedient.

Vom Bahnhof Bilk führen U72 und U73 über Brunnen- und Witzelstraße zu Uni-Kliniken und Universität Nord/Christophstraße. An der Haltestelle Südpark trennt sich die U72 von der U73. Eine Verlängerung zur neuen Haltestelle Universität West ist vorgesehen; sie soll rund 500 Meter nördlich der Universität Ost/Botanischer Garten abzweigen und von der U79 bedient werden. Die U73 endet an der Universität Ost/Botanischer Garten, deren Wendeschleife langfristig durch Wendegleise ersetzt werden soll.

Östlich von Südpark bis Werstener Dorfstraße nutzt die U72 die Gleise der U79, anschließend bis Holthausen jene der U76. Danach fährt sie auf eigenem Bahnkörper über Am Trippelsberg nach Düsseldorf-Benrath. Dort gibt es Anschluss an die S6 und mehrere Buslinien; Endpunkt ist Benrath, Betriebshof, ein Stumpfgleis führt in den Betriebshof. Pläne zur Reaktivierung der Straßenbahnstrecke nach Hilden wurden aus finanziellen Gründen zurückgestellt.

Werbefreiheit mit Flughafenton

Die Flughafenstation gehört nicht zur Wehrhahn-Linie, wird aber ebenfalls von Kunst und Architektur geprägt. An Bahnsteigwänden und -decken sitzt ein rippenartiges Design aus Edelstahlrohren, das an das Flughafenterminal erinnert. Längliche Leuchtröhren betonen die Struktur.

An den Aufgängen gestaltete Anna Vogel Säulen und Wände mit Kunstwerken. Die Stadt gab dafür 180.000 Euro aus. Ihre Arbeit stellt wahrnehmbare Geräusche des Bahnhofs als übereinandergeschichtete Frequenzlinien dar; die schwarz-grau-weißen Strukturen ähneln der Gestaltung der Bahnsteige. Nach Angaben der Stadt soll die zurückhaltende Gestaltung einen ruhigen Raum schaffen und Reizüberflutung vermeiden. Ob mit Werbetafeln in der Flughafenstation Einnahmen erzielt werden könnten, dazu machte die Rheinbahn keine Angaben.

In älteren U-Bahnhöfen wird Werbung nach Darstellung der Stadt nur gezielt eingesetzt, damit Orientierung erhalten bleibt und Fahrgäste nicht zu stark abgelenkt werden. Auch die Orientierung zu Rettungswegen sei wichtig. Vor rund 20 Jahren beschloss die Politik, Werbung im öffentlichen Raum zu begrenzen. Im älteren Bereich des U-Bahnhofs Heinrich-Heine-Allee hängen dennoch etwa zehn große digitale Werbebildschirme.

Für die Wehrhahn-Linie bleibt der Weg nach Osten und Süden offen. Die östliche Rampe liegt am Wehrhahn/Ecke Adlerstraße; eine Verlängerung bis zur Grafenberger Allee mit einem zusätzlichen siebten Bahnhof wurde aus Kostengründen nicht gebaut. Die Rampenarbeiten liefen seit 2012, ab Februar 2013 wurden Gleise im Tunnel verlegt. Die westliche Rampe liegt am Bahnhof Düsseldorf-Bilk und reicht von der Eisenbahnbrücke bis zur Bachstraße. Am Tunnelende gibt es eine Bauvorleistung für eine mögliche unterirdische Verlängerung in Richtung Witzelstraße.

Als Erweiterungen wurden eine Südverlängerung ab dem Bereich Universität/Uni-Klinik mit zwei neuen Stationen, eine Ostverlängerung vom Wehrhahn bis Schlüterstraße mit zwei neuen Stationen und die Hofgartenkurve genannt. Letztere gilt wegen einer erwarteten Überlastung des Tunnelabschnitts Schadowstraße–Bilk als unrealistisch. Die Südverlängerung könnte die Fahrzeit zwischen Uni-Klinik und Heinrich-Heine-Allee von zehn auf sechs Minuten verkürzen und gehört zum mittelfristigen Ausbauprogramm der Stadt Düsseldorf.

Bis dahin bleiben die Stationen Orte, an denen man nicht nur umsteigt. Draußen flimmern Plakate und City-Light-Poster, drinnen ziehen sich Betonrauten, weiße Bänder, grüne Glasflächen und leuchtende Frequenzlinien durch den Weg. Und irgendwo zwischen Rolltreppe, Tunnelwind und dem leisen Quietschen eines NF8U merkt man: Werbung kann fehlen, ohne dass etwas leer wirkt.