Am Freitagnachmittag, dem 2. Oktober 2026, geriet der Zugverkehr zwischen Magdeburg und Berlin ordentlich ins Stocken. Kurz nach 12 Uhr wurde die Strecke zwischen Magdeburg-Neustadt und dem Magdeburger Hauptbahnhof vorübergehend gesperrt. Auf den Anzeigetafeln im Hauptbahnhof war lediglich von einer polizeilichen Maßnahme die Rede – für viele Reisende begann damit ein ziemlich zäher Nachmittag.

Grund für den Einsatz war nach Angaben der Polizei ein mutmaßlicher Gefahrstoff in einem Gleis. Der Bahnhof Magdeburg-Neustadt wurde geräumt und gesperrt. Bundespolizei und Gefahrstoffexperten der Magdeburger Feuerwehr rückten an. Erst eine Untersuchung in einem mobilen Labor brachte Entwarnung: Die unbekannte kristalline Substanz war ungefährlich.

Volle Bahnsteige, gestapelte Koffer

Am Magdeburger Hauptbahnhof berichteten Reisende von chaotischen Zuständen. Viele wichen auf Regionalzüge aus, die daraufhin ebenso wie die Bahnsteige sehr voll waren. In den Waggons stapelten sich die Koffer, während mehrere ICE-Verbindungen ausfielen. Einzelne Züge wurden umgeleitet und kamen dadurch etwa 60 Minuten später an. Betroffen war vor allem der Fernverkehr zwischen Berlin und Hannover.

Für Menschen mit Anschlussverbindungen wurde die Sache damit schnell zur Geduldsprobe. Erst warten, dann drängeln, dann wieder eine neue Anzeige – und irgendwo dazwischen der Versuch, mit Gepäck noch einen Platz im Regionalzug zu ergattern. Viel Spielraum blieb nicht.

Sanierung verlängert die Reise nach Berlin

Die aktuelle Störung traf auf eine ohnehin angespannte Lage im Fernverkehr. Die Deutsche Bahn meldete für September eine Pünktlichkeitsquote von 52,4 Prozent. Damit war etwa jeder zweite Fernzug mindestens sechs Minuten verspätet. Es war der drittschlechteste Monatswert des Jahres.

Nach Angaben der Bahn sorgte erneut eine hohe Zahl von Anlagenstörungen für zahlreiche Verspätungen. Wegen des schlechten Streckenzustands mussten ICE-Züge zwischen Berlin und Wolfsburg vielerorts langsamer fahren. Dazu kommt die große Baustelle im Osten: Die Strecke Hannover–Berlin wurde am Freitag für umfassende Sanierungsarbeiten gesperrt.

Die Bauarbeiten sollen bis Mitte Dezember 2027 dauern. Während der Sperrung werden die Züge über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet. Für Fahrgäste bedeutet das rund 80 Minuten zusätzliche Fahrzeit zwischen Berlin und Hannover – an einem Tag wie diesem, mit gesperrtem Bahnhof, Umleitungen und ausgefallenen ICE-Verbindungen, fühlt sich das schnell nach deutlich mehr an.

Quelle: t-online.de