Gmunder Berg: 800 Meter Gleis am Tegernsee werden erneuert
Wer heute, am 6. Oktober 2026, mit der Bahn von München an den Tegernsee möchte, braucht etwas mehr Geduld. Seit Montag, 5. Oktober, ist die Strecke zwischen Schaftlach und Tegernsee wegen Bauarbeiten vollständig gesperrt. Die Sperrung dauert noch bis Samstag, 17. Oktober, 19:00 Uhr.
Grund dafür sind Arbeiten am Gmunder Berg. Die Tegernsee-Bahn erneuert Schienen und Schwellen, saniert den Untergrund und bearbeitet dabei mehr als 800 Meter Gleis. Über 1.000 Schwellen werden ausgetauscht. Kostenpunkt: rund 1,2 Millionen Euro. Die Bauarbeiten laufen rund um die Uhr – auch nachts und am Wochenende. Für Anwohnende bedeutet das eine erhöhte Lärmbelastung. Vorbereitende Arbeiten fanden bereits Ende September nachts statt, ohne Auswirkungen auf den Zugverkehr.
Bus statt Zug im Tegernseer Tal
Die Bayerische Regiobahn (BRB) hat für die gesperrte Strecke einen Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Die Busse fahren teilweise zu anderen Zeiten als die regulären Züge. Sonderfahrpläne stehen auf der BRB-Website bereit. Echtzeitinformationen gibt es außerdem über die Facebook-Seite „BRB Störungsinfo“ und die BRB-WhatsApp-Kanäle.
Von München nach Tegernsee ist in Schaftlach der Umstieg in den SEV-Bus nötig. Die gesamte Fahrt dauert dadurch etwa 1 Stunde 22 Minuten statt normalerweise rund 1 Stunde 10 Minuten. Wer nach Gmund will, muss mit ungefähr 1 Stunde bis 1 Stunde 14 Minuten rechnen; gewöhnlich ist die Verbindung in rund einer Stunde geschafft.
Nach Bad Wiessee geht es ab Gmund mit dem Bus weiter. Für Rottach-Egern führt die Verbindung zunächst mit dem Zug bis Schaftlach, anschließend per SEV-Bus bis Tegernsee und danach mit dem Bus 359 weiter. Dafür sind etwa 1 Stunde 40 Minuten bis 2 Stunden einzuplanen – statt normalerweise rund 1 Stunde 17 Minuten. Das kann sich ziehen, gerade wenn man Gepäck dabeihat oder der Anschluss knapp wird.
Geänderte Öffnungszeiten am Bahnhof Tegernsee
Auch die Verkaufsstelle am Bahnhof Tegernsee arbeitet während der Sperrung mit Sonderzeiten. Von Dienstag, 6. Oktober, bis Freitag, 16. Oktober 2026, ist sie täglich von 7:30 bis 12:30 Uhr sowie von 13:00 bis 18:00 Uhr geöffnet.
- Montag, 5. Oktober 2026: 5:00–14:50 Uhr und 15:00–22:40 Uhr
- Dienstag, 6. Oktober, bis Freitag, 16. Oktober 2026: 7:30–12:30 Uhr und 13:00–18:00 Uhr
- Samstag, 17. Oktober 2026: 5:00–14:50 Uhr und 15:00–22:50 Uhr
Die Wartehalle und der Zugang zu den öffentlichen Toiletten am Bahnhof Tegernsee sind während dieser Zeit nur etwa von 7:00 bis 18:30 Uhr geöffnet.
Mit den Arbeiten soll die Strecke robuster werden, damit die Zugverbindungen im Tegernseer Land künftig stabiler und pünktlicher laufen. Die DB InfraGO AG hatte im Oktober 2025 die Tegernsee-Bahn Betriebsgesellschaft gekauft und plant, die Strecke in den kommenden Jahren zu modernisieren.
Auch die B318 bei Kreuth ist gesperrt
Zusätzlich zur Bahnunterbrechung gibt es eine Sperrung auf der Straße: Die B318 ist zwischen Ringsee und dem Bachmairweg in Weißach im Gemeindegebiet Kreuth dicht. Dort wird ein Gehweg zu einem Geh- und Radweg ausgebaut, zugleich wird die Fahrbahn erneuert. Die Sperrung soll bis zum Ende der bayerischen Herbstferien am 6. November dauern.
Am Tegernsee trifft damit eine zeitweise umständlichere Anreise auf ein größeres bayerisches Thema. Das Schienennetz des Freistaats umfasste 2024 insgesamt 6.041 Kilometer. Darauf fahren so viele Züge wie nie zuvor: meist im Stundentakt, vielerorts halbstündlich und in Ballungsräumen noch öfter. An Spitzentagen sind bis zu 9.000 Züge unterwegs, die mehr als 1.000 Bahnhöfe bedienen.
Viele Baustellen, ein dicht genutztes Netz
Die Nachfrage im Personen- und Güterverkehr steigt – und trifft auf ein teilweise überlastetes, sanierungsbedürftiges System. Bayern will deshalb Strecken und Bahnhöfe modernisieren, digitalisieren sowie neu- und ausbauen. Dazu gehören grundlegende Sanierungen wichtiger Verbindungen, standardisierte Bauzeiten, die sich am Fahrplan orientieren, und weitere Maßnahmen für Digitalisierung sowie Neu- und Ausbau.
Wie umfangreich das Netz ist, zeigen die Zahlen für 2024: 4.750 Brücken, 75 Tunnel, 580 Stellwerke, 10.015 Weichen und 1.024 Bahnhöfe gehören dazu. Im Regionalverkehr waren 362 Millionen Reisende unterwegs, außerdem wurden 14 Millionen Tonnen Güter befördert. Mehr Verkehr soll künftig auf die Schiene verlagert werden – mit verlässlicheren Verbindungen als Ziel.
Am 25. September 2026 meldete die Deutsche Bahn den pünktlichen Abschluss von Arbeiten an der S-Bahn-Linie S2 in Nürnberg. Zehn weitere Stationen zwischen Nürnberg-Sandreuth und Roth sind nun barrierefrei zugänglich. Für 2027 ist der barrierefreie Umbau der Stationen zwischen Nürnberg-Dürrenhof und Fischbach vorgesehen. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter und DB-Konzernbevollmächtigter Christoph Kraller kündigten eine weitere Stärkung der S-Bahn Nürnberg an.
Nur einen Tag zuvor, am 24. September 2026, ging es um die Korridorsanierung Obertraubling–Passau. Zwischen Obertraubling und Passau waren vom 28. September bis 4. Oktober lärmintensive Arbeiten geplant. In der Nähe der Baustellen wurden mehr Baulärm und zusätzlicher Baustellenverkehr erwartet.
Auf der Werntalbahn in Unterfranken wurden innerhalb einer achtwöchigen Streckensperrung fünf Brücken und drei Durchlässe durch Neubauten ersetzt. Das wurde am 23. September 2026 berichtet. Ebenfalls an diesem Tag rückte der Bahnhof Plattling in den Mittelpunkt: Er ist bei der Korridorsanierung Obertraubling–Passau logistische Drehscheibe und Schnittpunkt der Bauabschnitte Passau–Plattling und Obertraubling–Plattling. Außerdem zählt er zu den wichtigsten Bahnhöfen Niederbayerns.
Seit dem 21. September 2026 ist Plattling wieder per Zug mit München verbunden. Der Regionalexpress RE3 fährt wieder stündlich. 89 Kilometer Gleise wurden bearbeitet, 600 Oberleitungsmasten aufgestellt. Zwei von drei Bauphasen sind abgeschlossen, die Schlussphase dauert bis zum 12. Dezember.
Beim Tag der Schiene 2026 stellte das Projektteam VDE 8.1 im DB Museum Nürnberg die geplante Güterzugstrecke Nürnberg–Eltersdorf vor. Am Freitagabend gab es einen Fachvortrag, am Sonntag konnten Besucher direkt mit dem Projektteam sprechen. Am Gmunder Berg hingegen bleibt bis zum 17. Oktober erst einmal der Bus das Verkehrsmittel der Wahl – und nachts wird weitergearbeitet.
