Jens-Arne Meier übernimmt zum 1. Oktober den Vorstandsvorsitz der DRV Nord
Bei der Deutschen Rentenversicherung Nord (DRV Nord) steht zum 1. Oktober 2026 ein turnusmäßiger Wechsel an. Jens-Arne Meier übernimmt den Vorsitz des Vorstands. Der Volljurist gehört der Arbeitgeberseite an und ist dort bereits seit 2023 alternierender Vorstandsvorsitzender. Beruflich arbeitet er seit 2014 beim Unternehmensverband Mittelholstein e.V. sowie bei der Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein e.V. (UVNord).
Der bisherige alternierende Vorstandsvorsitzende Matthias Maurer wechselt im kommenden Jahr auf den Posten des stellvertretenden Vorsitzenden. Der Vorsitz in den Selbstverwaltungsorganen der DRV Nord wandert jedes Jahr zum 1. Oktober zwischen Versicherten- und Arbeitgeberseite. Ein festes Wechselspiel, das auf dem Papier nüchtern klingt, in der Praxis aber die Balance der Sozialpartner sichtbar macht.
Neue Spitze auch in der Vertreterversammlung
Zum selben Stichtag hat auch die Vertreterversammlung einen neuen Vorsitzenden. André Kannenberg steht nun an ihrer Spitze. Er gehört der Versichertenseite an und arbeitet hauptberuflich in Kiel bei thyssenkrupp Marine Systems. Sein Stellvertreter ist Falk Schütt, der bis Ende September Vorsitzender war und der Arbeitgeberseite angehört.
Die DRV Nord ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und arbeitet nach dem Prinzip der Selbstverwaltung. In Vertreterversammlung und Vorstand gestalten ehrenamtliche Vertreterinnen und Vertreter der Versicherten und Arbeitgeber gemeinsam die Arbeit der Rentenversicherung. Sie entscheiden über die Verwendung von Sozialversicherungsbeiträgen und treffen grundlegende Entscheidungen zu Rehabilitation, Finanzen, Organisation, Personal und Bau. Gerade beim Bauen öffentlicher Infrastruktur klingt das vielleicht trocken – am Ende geht es aber um Räume, Kliniken, Arbeitsplätze und laufende Kosten.
Die Deutsche Rentenversicherung Nord ist einer von 14 Regionalträgern der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland. Ihr Hauptsitz liegt in Lübeck, in der Ziegelstraße im Stadtteil St. Lorenz; das Gebäude wurde 1997 neu errichtet. Weitere Verwaltungszentren befinden sich in Hamburg und Neubrandenburg. Die Sitzkoordinaten lauten 53° 51′ 51″ N, 10° 39′ 1″ O.
Für drei Bundesländer und Millionen Menschen
Entstanden ist die DRV Nord am 30. September 2005 durch den Zusammenschluss der Landesversicherungsanstalten Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Zuständig ist sie für 2,3 Millionen Versicherte und 1 Million Rentner in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Die Rechtsaufsicht führt das schleswig-holsteinische Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren.
Zum Angebot gehören sämtliche Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung. Außerdem betreibt die DRV Nord ein Netz von Auskunfts- und Beratungsstellen. Für die medizinische Rehabilitation, insbesondere für Kinderheilbehandlungen, unterhält sie eigene Kliniken. International ist sie für Versicherte der Regionalträger in Dänemark, Estland, Finnland, im Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland, in Irland, Indien, Kanada, Lettland, Litauen, Norwegen, Schweden und den USA zuständig.
Organe der DRV Nord sind die Selbstverwaltung und die Geschäftsführung. Die Selbstverwaltung besteht aus Vertreterversammlung und Vorstand. Ihre Mitglieder werden teilweise benannt und teilweise durch Sozialwahlen bestimmt.
Die Vertreterversammlung ist das höchste Organ. Seit dem 29. September 2023 gehören ihr jeweils 15 Vertreterinnen und Vertreter der Versicherten- und der Arbeitgeberseite an. Sie kontrolliert Vorstand und Geschäftsführung, stellt den Haushaltsplan fest, beschließt die Satzung und wählt die Geschäftsführung, den Vorstand sowie die Versichertenältesten.
Der Vorstand besteht seit dem 29. September 2023 aus zwölf Mitgliedern. Jeweils die Hälfte gehört der Versicherten- und der Arbeitgebergruppe an. Zu seinen Aufgaben zählen die Aufstellung des Haushaltsplans, die Überprüfung der Jahresrechnung sowie Entscheidungen über festgelegte Organisations-, Personal- und Finanzfragen. Die alternierenden Vorstandsvorsitzenden sind Matthias Maurer auf der Versichertenseite und Jens-Arne Meier auf der Arbeitgeberseite.
Geschäftsführer ist Volker Reitstätter. Er führt hauptamtlich die laufenden Verwaltungsgeschäfte und vertritt die DRV Nord in diesem Zuständigkeitsbereich gerichtlich und außergerichtlich. Bei seiner Verhinderung übernimmt sein Stellvertreter Dieter Starke die Aufgaben. Gewählt wird die Geschäftsführung auf Vorschlag des Vorstands von der Vertreterversammlung.
Selbstverwaltung mit Blick auf den Bundesmaßstab
Wie viel Arbeit hinter solchen Gremien steckt, zeigt auch der Blick zur Deutschen Rentenversicherung Bund. Dort werden die Mitglieder der Vertreterversammlung durch die Sozialwahl bestimmt. Das höchste Beschlussorgan zählt 30 Mitglieder, je zur Hälfte von der Versicherten- und der Arbeitgeberseite. Es entscheidet über grundsätzliche Angelegenheiten des Rentenversicherungsträgers.
Im Jahr 2024 tagte die Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Bund am 10. Juni in München und am 4. Dezember in Berlin. Sie stellte den Haushaltsplan für 2025 fest, der geplante Einnahmen und Ausgaben von jeweils 192,5 Milliarden Euro vorsah. Außerdem nahm sie die Jahresrechnung 2023 ab und entlastete damit Vorstand und Direktorium für die Haushaltsführung.
Die Haushaltsrechnung 2023 schloss mit Einnahmen von rund 174,1 Milliarden Euro und Ausgaben von rund 173,4 Milliarden Euro. Daraus ergab sich ein Jahresüberschuss von rund 616,1 Millionen Euro. Zusätzlich wählte die Vertreterversammlung weitere Mitglieder für Widerspruchsausschüsse sowie für das Amt der Versichertenberaterinnen und Versichertenberater.
Vor beiden Vertreterversammlungen gab es jeweils eine Klausurtagung. Die Mitglieder der Selbstverwaltung informierten sich dort über aktuelle Themen der Deutschen Rentenversicherung Bund und tauschten sich darüber aus. Bei der Klausurtagung im April berichtete Dr. Rolf Schmachtenberg, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, über die rentenpolitische Agenda der Bundesregierung. Im Oktober sprach Dr. Stephan Fasshauer, Direktor der Deutschen Rentenversicherung Bund, über die digitale Transformation der Deutschen Rentenversicherung Bund im demografischen Wandel.
In Lübeck, Hamburg, Neubrandenburg und den vielen Beratungs- und Reha-Einrichtungen läuft der Wechsel an der Spitze damit in geregelten Bahnen weiter – während im Hintergrund die großen Fragen bleiben: Geld, Personal, Organisation, Rehabilitation und eben auch Bau.
