Oktober 2026: Tankrabatt, Bahnstreckensperrung und höhere Handwerkerlöhne verändern den Alltag
Der Oktober 2026 bringt für Autofahrer, Pendler, Handwerksbetriebe und viele Haushalte einige spürbare Änderungen. Los geht es am 1. Oktober mit dem geplanten Tankrabatt: Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel soll bis zum 31. Dezember um rund 14 Cent je Liter sinken. Einschließlich Mehrwertsteuer kann die Entlastung an den Tankstellen bis zu 17 Cent betragen.
Der Bund rechnet dadurch mit 2,485 Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen, die Länder sollen die Hälfte davon tragen. Hintergrund sind die infolge des Iran-Kriegs gestiegenen Kraftstoffpreise. Diesel kostete laut ADAC am Donnerstag bundesweit durchschnittlich 2,471 Euro je Liter, knapp zwei Cent mehr als am Vortag. Super E10 verbilligte sich nach mehreren Rekorden leicht auf 2,308 Euro.
Tankrabatt unter Beobachtung
Bundeskartellamtspräsident Andreas Mundt fordert die Mineralölkonzerne auf, die Steuersenkung vollständig und schnell an die Autofahrer weiterzugeben. Bei der früheren Steuersenkung im Mai und Juni hatte das Kartellamt die Preisentwicklung an Tankstellen beobachtet. Nach den Auswertungen sei die Entlastung weitgehend bei den Verbrauchern angekommen, zugleich wurde die Steuersenkung damals nicht vollständig von den Mineralölkonzernen weitergegeben.
Auch diesmal soll die Markttransparenzstelle die Preise eng überwachen. Verpflichten kann das Kartellamt die Unternehmen allerdings nicht. Einen staatlichen Spritpreisdeckel bewertet Mundt als deutlich komplexeren wettbewerblichen Eingriff. Entscheidend wäre, wie der Höchstpreis festgelegt und an Beschaffungs- sowie Produktionskosten angepasst wird. Ein zu hoher Preis könne zum Orientierungspunkt für den Markt werden; Anbieter würden sich dann womöglich daran ausrichten, statt sich gegenseitig zu unterbieten. Ein zu niedriger Höchstpreis könnte dagegen Fehlanreize schaffen, etwa zulasten der Produktion oder der Versorgung des deutschen Marktes. Laufende Kartellamtsverfahren im Raffineriebereich zeigen, wie verzwickt die Preisbildung auf Kraftstoffmärkten ist.
Bund und Länder haben sich wegen der hohen Spritpreise auf Tankrabatt und Preisdeckel geeinigt. Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen sollen insgesamt um rund 2,5 Milliarden Euro entlastet werden. Die Länder beteiligen sich mit 1,25 Milliarden Euro über einen Umsatzsteuerfestbetrag. Der genaue Starttermin für den Spritpreisdeckel ist noch offen, spätestens am 1. Januar 2027 soll er kommen. Als Vorbilder gelten Luxemburg und Belgien. Vorgesehen ist ein Höchstpreis für Benzin und Diesel, der unter anderem von Ölpreisen, Transport- und Vertriebskosten sowie einer Händlermarge abhängt.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche soll den Gesetzentwurf ausarbeiten, obwohl sie sich zuvor skeptisch gegenüber einem Preisdeckel geäußert hatte. Eine Sprecherin stellte klar, es werde keinen Preisdeckel „um jeden Preis“ geben; positiv sei die zeitliche Begrenzung der Maßnahme. Bundeskanzler Friedrich Merz bezeichnete die Entlastung angesichts angespannter Haushalte als erheblich. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil kündigte Maßnahmen gegen hohe Preise an Tankstellen und mögliche Krisengewinne der Mineralölkonzerne an.
Die Einigung war nach Verhandlungen von Kanzler Merz mit Koordinatoren SPD- und CDU-geführter Länder am Donnerstagabend erzielt worden. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies erklärte, die Preise würden zunächst durch die Steuersenkung sinken; zusätzlich solle der Preisdeckel für Entlastung sorgen. Lies sprach sich außerdem für eine Übergewinnsteuer aus, damit sich die Ölkonzerne an der Finanzierung beteiligen. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder betonte, dass die Steuersenkung auch mittelständische Unternehmen entlaste.
Für besonders betroffene Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen sollen weitere gezielte Maßnahmen geprüft werden. Die Voraussetzungen für einen einkommensbezogenen Direktauszahlungsmechanismus sollen geschaffen werden. Außerdem begrüßt die Bundesregierung EU-Gespräche über Maßnahmen gegenüber der Mineralölwirtschaft nach dem Vorbild des EU-Energiekrisenbeitrags von 2022. Gemeint ist eine Übergewinnsteuer, für die sich Klingbeil auch auf EU-Ebene einsetzt.
Baustellen auf der Strecke Lehrte–Berlin
Vom 2. Oktober 2026 bis zum 11. Dezember 2027 wird die Bahnstrecke Lehrte–Berlin abschnittsweise gesperrt. Gearbeitet wird an Gleisen, Weichen, Oberleitungen, Leit- und Sicherungstechnik, Stationen und Lärmschutz. Wer zwischen NRW, Hannover und Berlin unterwegs ist, muss mit mindestens stündlichen ICE-Verbindungen, aber auch mit 60 bis 80 Minuten längerer Fahrzeit rechnen.
Auf der Verbindung Amsterdam–Berlin fahren ICE-Züge im Vierstundentakt, die Reise dauert etwa 70 Minuten länger. Zwischen Amsterdam und Hannover verkehren drei ICE-Züge je Richtung. Das Fernverkehrsangebot Frankfurt–Berlin über Erfurt wird erweitert, während die Verbindungen Frankfurt–Kassel–Berlin entfallen. Zwischen Hannover und Leipzig fahren IC-Züge nur noch alle zwei Stunden statt stündlich.
Digitales, Natur und Arbeitswelt
Ab 1. Oktober können Führungszeugnisse zusätzlich zur Papierform digital als PDF bereitgestellt werden. Der Abruf läuft über das persönliche Nutzerkonto Bund, die BundID. Ein Barcode und eine spezielle App sollen die Echtheitsprüfung ermöglichen. Für die Vorlage bei Behörden bleibt die Papierform erforderlich.
Ebenfalls am 1. Oktober endet die seit März geltende Schonzeit für Hecken und Büsche. Sie dürfen wieder gestutzt oder entfernt werden. Die Schutzfrist sollte brütende Vögel und andere Tiere schützen.
Im niedersächsischen Handwerk steigen zum 1. Oktober die Löhne. Im SHK-Handwerk gibt es für rund 35.000 Beschäftigte 2,9 Prozent mehr, im Dachdeckerhandwerk 3,4 Prozent und im Gerüstbauer-Handwerk 4,4 Prozent. Auch die Ausbildungsvergütungen werden angehoben. Der Stundenlohn eines Facharbeiters steigt laut IG BAU beispielsweise auf 20,10 Euro.
Für Word, Excel, PowerPoint und weitere Office-2021-Programme endet am 13. Oktober der Support. Die Anwendungen funktionieren weiter, erhalten aber keine Sicherheits- oder Softwareupdates mehr. Auch der technische Support per Telefon oder Chat endet. Supportinhalte und die meisten Online-Hilfeinhalte werden nicht mehr aktualisiert beziehungsweise eingestellt. Microsoft empfiehlt ein Upgrade auf eine neuere Office-Version.
Am 10. Oktober tritt EU-weit ein Herstellungs- und Verkaufsverbot für PFHxA, also Perfluorhexansäure, und verwandte PFAS-Stoffe gemäß EU-Verordnung 2024/2462 in Kraft. Die sogenannten Ewigkeitschemikalien dürfen künftig unter anderem nicht mehr in Textilien, Kleidung, Schuhen, Lebensmittelverpackungen und Kosmetika verwendet werden. PFAS machen Materialien wasser-, fett- und schmutzabweisend.
Bahnhöfe, Autos und die längere Nacht
Die Deutsche Bahn führt das Alkoholverbot an ihren Bahnhöfen bundesweit schrittweise ein. Bis zum 15. Oktober soll es an rund 5.400 Bahnhöfen gelten, an mehr als 30 besteht es bereits. Grundlage ist das Hausrecht der Deutschen Bahn, dafür werden örtliche Hausordnungen angepasst. Gastronomiebetriebe sind ausgenommen. Verschlossener Alkohol im Gepäck oder aus Einkäufen darf weiterhin mitgeführt werden.
In der Nacht vom 24. auf den 25. Oktober werden die Uhren von 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt. Die Winterzeit beginnt, die Nacht dauert eine Stunde länger. Abends steigt durch die Zeitumstellung die Gefahr von Wildunfällen.
Im Oktober bieten teilnehmende Kfz-Betriebe den Licht-Sicht-Test kostenlos an. Kontrolliert werden Scheinwerfer, Rück- und Bremslichter sowie Nebelleuchten. Auf Wunsch kommen Frontscheiben und Scheibenwischer dazu. Kleine Mängel werden in der Regel direkt und kostenlos behoben, größere Reparaturen müssen bezahlt werden. Nach bestandenem Test gibt es eine dunkelgraue Plakette für die Windschutzscheibe; außerdem können Teilnehmer Preise gewinnen.
