Berlin bekommt mit dem Fahrplanwechsel der Deutschen Bahn am 13. Dezember 2026 einige Direktzüge zurück. Gleichzeitig bleiben die Baustellen: Auf wichtigen Strecken wird umgeleitet, Fahrzeiten wachsen, Sprinter fallen aus. Für Reisende ist das eine Mischung aus Aufatmen und Zähneknirschen.

Die Tickets für den Fahrplan 2027 sind ab dem 14. Oktober 2026 über bahn.de, den DB Navigator, in Reisezentren und Agenturen buchbar. Die DB kündigt stabile Preise an; für Familien, Gruppen und Pendler kommen neue beziehungsweise günstigere Angebote hinzu.

Mehr Direktzüge ab Berlin

Zwischen Berlin und Stuttgart fahren künftig drei schnelle ICE täglich je Richtung statt bisher nur einer Verbindung. Die Züge brauchen 4 Stunden 45 Minuten und halten unterwegs lediglich in Nürnberg. Zusätzliche Abfahrten von Berlin nach Stuttgart gibt es um 11:01 und 15:03 Uhr, aus Nürnberg nach Berlin um 12:57 und 16:57 Uhr. Damit schließt die Bahn Angebotslücken um etwa 13 und 17 Uhr. Von Nürnberg dauert die Fahrt knapp zwei Stunden nach Stuttgart und rund 2¾ Stunden nach Berlin.

Auch Jena-Paradies ist wieder ohne Umstieg von Berlin aus erreichbar. Die Verbindung führt über Naumburg, Weißenfels und Leipzig. Nach dem Abschluss längerer Bauarbeiten kehren außerdem zwei tägliche Direktverbindungen zwischen Berlin und Wien über Passau zurück. 2026 fuhr vorübergehend nur ein ICE weiter bis Innsbruck. Der neue Abend-ICE verkehrt sonntags bis freitags unter anderem über Nürnberg und Passau nach Linz und Wien; in der Gegenrichtung fährt montags bis samstags ein früher ICE ab Wien und Linz über Passau, Nürnberg und Würzburg. Zwischen Nürnberg und Wien gibt es damit zehn tägliche Direktverbindungen.

Richtung Ostsee wird die IC-Linie Dresden–Berlin–Warnemünde ab Dezember wieder im Zwei-Stunden-Takt bedient, mit fünf Fahrten täglich. Im aktuellen Fahrplan war die Verbindung zeitweise unterbrochen. Nach einjähriger Pause fährt außerdem täglich wieder ein ICE von Stuttgart über Berlin nach Rostock und teilweise weiter nach Warnemünde. Abfahrt in Berlin ist jeweils um 16:37 Uhr.

Zwischen Berlin und Hamburg soll nach den baubedingten Einschränkungen der Halbstundentakt wieder aufgenommen werden. Im kommenden Jahr verlängert sich die Fahrzeit allerdings voraussichtlich um 35 bis 45 Minuten. Grund sind Bauarbeiten am Bahnhof Berlin-Spandau und damit verbundene Umleitungen.

Sprinter, Europa und neue Anschlüsse

Das ICE-Sprinter-Netz wächst auf rund 70 tägliche Fahrten. Neu ist die Linie Hamburg–München mit drei Verbindungen täglich je Richtung. Die Züge halten nur in Hannover und Nürnberg und brauchen 5 Stunden 20 Minuten – laut DB rund 20 Minuten weniger als bisher.

Ab Sommer 2027 sollen DB, Trenitalia und ÖBB nach der Zulassung der Frecciarossa-Züge direkte Fahrten von München nach Mailand und Rom anbieten. Vorgesehen ist zunächst jeweils ein morgendliches Zugpaar aus Rom und Mailand sowie eine Nachmittagsrückfahrt. Von München aus werden unter anderem Verona, Bologna, Florenz, Rom und Mailand direkt erreichbar.

Am Wochenende fährt ein zusätzlicher TGV morgens von Paris und Straßburg über Augsburg nach München und am Nachmittag zurück. Die erste tägliche TGV-Fahrt von München und Augsburg nach Straßburg und Paris wird durch die Schnellfahrstrecke Wendlingen–Ulm rund 30 Minuten schneller. Zwischen Stuttgart und Paris sind künftig zwölf Züge täglich geplant, zwei mehr als bisher.

International wächst das Angebot auf mehr als 320 Fahrten täglich – laut DB rund 20 Prozent mehr als vor fünf Jahren. Über 200 Städte in 14 Ländern sollen direkt von Deutschland aus erreichbar sein. Zwischen Hamburg und Kopenhagen will die DB ab März siebenmal täglich je Richtung fahren.

Auch Richtung Tirol tut sich etwas. Ein touristischer ICE fährt wieder ganzjährig von Hannover über Würzburg, Ansbach, Augsburg, München und Rosenheim nach Innsbruck; in der Gegenrichtung hält er wieder in Ansbach und Würzburg. Ein weiteres Zugpaar fährt am Wochenende ganzjährig statt nur saisonal von Hannover über Würzburg, Augsburg und München Ost nach Tirol, St. Anton, Feldkirch und zurück.

Am Wochenende verkehrt außerdem wieder je ein ICE zwischen Frankfurt beziehungsweise Köln und Landeck-Zams über Stuttgart, Ulm, Lindau und Bregenz. Wegen Bauarbeiten ist die Verbindung zum Bodensee nur bis 4. April 2027 möglich. Danach und unter der Woche fährt das Zugpaar ab Ulm über Günzburg von beziehungsweise nach München.

Das tägliche ICE-Zugpaar Dortmund–Frankfurt Flughafen–Mannheim–Stuttgart–Lindau–Innsbruck bleibt bestehen, fällt aber vom 15. Mai bis 10. Juli sowie ab 22. August 2027 baubedingt aus. Neue ICE-Halte in Straubing kommen um 21:45 und 0:01 Uhr hinzu. Zwei ICE aus Richtung NRW, Frankfurt, Würzburg und Nürnberg bedienen den Bahnhof dann zu diesen Zeiten; insgesamt gibt es sechs ICE-Halte am Tagesrand. Tageszüge halten teilweise weiterhin nur in Plattling.

Die Baustellen fahren mit

Die Generalsanierung der Strecke Hannover–Berlin läuft seit Anfang Oktober. Fernzüge werden bis Dezember 2027 über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet und benötigen deutlich länger. Von Berlin über Hannover nach Düsseldorf oder Köln dauert die Fahrt derzeit etwa fünfeinhalb Stunden, mögliche Verspätungen noch nicht eingerechnet. Zwischen Nordrhein-Westfalen und Berlin bleiben während der Sanierung mindestens stündliche direkte ICE bestehen, die Fahrt dauert dabei rund 80 Minuten länger.

Auf der Strecke Frankfurt–Erfurt wird von Anfang Februar bis Mitte Mai sowie erneut ab Mitte August gebaut. Deshalb entfallen zwischen Berlin und Frankfurt sämtliche Sprinterzüge. Die stündlichen ICE brauchen rund viereinhalb Stunden.

Auch auf süddeutschen Strecken wird es eng. Das ICE-Angebot Augsburg/Donauwörth–Nürnberg–Berlin wird ab 5. Februar auf sieben Fahrten pro Tag und Richtung reduziert. Ab Mai entfallen wegen Bauarbeiten zwischen Nürnberg und Treuchtlingen weitere Berlin-Verbindungen; vom 16. Oktober bis 11. Dezember bleibt nur ein Zugpaar nach beziehungsweise von Nürnberg.

Ab 13. August entfallen täglich acht ICE-Verbindungen zwischen Frankfurt und Nürnberg, darunter zwei von beziehungsweise nach Passau. Mindestens stündliche ICEs zwischen Frankfurt und Nürnberg sowie zehn Direktverbindungen Frankfurt–Passau bleiben bestehen.

Zwischen München und Salzburg verkehren vom 8. Februar bis 9. Juli 2027 wegen Sanierungsarbeiten statt eines Fernzuges nur drei EC-Fahrten pro Tag und Richtung über Mühldorf. Railjets München–Wien–Budapest fahren in diesem Zeitraum über Passau statt Salzburg. Zwischen München und Graz bleiben zwei EC-Zugpaare über Wörgl.

Weitere Bauarbeiten sind auf den Strecken Hannover–Berlin, Hanau–Fulda und Rosenheim–Freilassing/Salzburg vorgesehen. Umleitungen und veränderte Fahrzeiten sind laut DB bereits in der Reiseauskunft berücksichtigt. Das ist hilfreich – auch wenn man am Bahnsteig mit Koffer, Kaffee und leichtem Zeitdruck trotzdem erst einmal die Anzeige anstarrt.

Direkt durch Westfalen und Angebote für Reisende

Von München, Nürnberg und Würzburg geht es wieder direkt über Kassel unter anderem nach Paderborn, Lippstadt, Soest, Hamm, Dortmund und Köln. Die Fahrt zwischen Nürnberg und Hamm dauert rund 3¾ Stunden. Ein morgendlicher Gegenzug fährt aus Westfalen nach Würzburg, Nürnberg und München. Diese Verbindungen waren 2026 wegen Bauarbeiten entfallen.

Das DB-Familienticket wird dauerhaft eingeführt. Buchbar ist es ab dem 26. Oktober, erster Reisetag ist der 1. November. Für 99,99 Euro können bis zu fünf Personen deutschlandweit in der 2. Klasse hin und zurück fahren; Sitzplatzreservierungen sind enthalten.

Monatskarten und Schülermonatskarten im Fernverkehr ohne Abo werden ab dem 21. Oktober um 25 Prozent günstiger. Streckenzeitkarten gibt es künftig ausschließlich ohne Abo. Der Sparpreis Gruppe kann online für bis zu 14 Tage unverbindlich reserviert werden.

Ab dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember stellt die DB Flexpreis-Tickets nur noch digital und personalisiert aus.