Für Bahnreisende in Nordrhein-Westfalen wird der 13. Dezember 2026 ein wichtiger Termin: An diesem Tag gilt der neue Fahrplan der Deutschen Bahn. Fahrkarten dafür sind seit dem 14. Oktober 2026 erhältlich. Die Preise im Fernverkehr sollen laut DB stabil bleiben – immerhin eine Nachricht, bei der man nicht erst zweimal hinschauen muss.

Rund um Bahnbau und Fahrplanwechsel liegen allerdings Licht und Schatten dicht beieinander. Aus Westfalen fahren künftig wieder täglich ICE-Züge über Kassel direkt nach Würzburg, Nürnberg und München. An Sommerwochenenden kommen zusätzliche Direktzüge an die belgische Küste nach Ostende hinzu. Von Bonn aus kehren nach einer fast einjährigen, baubedingten Unterbrechung wieder nahezu ganzjährig alle zwei Stunden ICE-Verbindungen ohne Umstieg nach Berlin zurück.

Mehr Direktzüge, aber auch gestrichene Verbindungen

Auch Siegburg/Bonn wird besser angebunden: ICE-Züge nach Essen, Nürnberg und München fahren künftig stündlich statt alle zwei Stunden. Gleichzeitig verschwindet die IC-Verbindung Münster–Dortmund–Siegen–Frankfurt aus dem Fahrplan. Die Deutsche Bahn begründet das mit der geringen Nachfrage; die durchschnittliche Auslastung lag bei lediglich 15 Prozent.

Das ICE-Sprinter-Netz wächst auf rund 70 Fahrten täglich. Neu ist eine Verbindung zwischen Hamburg und München mit drei Zügen pro Tag und Richtung. Sie halten ausschließlich in Hannover und Nürnberg, die Fahrzeit beträgt fünf Stunden und 20 Minuten – laut DB rund 20 Minuten weniger als bisher. Zwischen Berlin und Stuttgart gibt es künftig drei statt eines Sprinters je Richtung und Tag; die Fahrt dauert vier Stunden und 45 Minuten.

Zwischen Berlin und Hamburg soll nach den baubedingten Einschränkungen wieder ein Halbstundentakt angeboten werden. Während der Sanierung wichtiger Strecken fahren zwischen Nordrhein-Westfalen und Berlin mindestens stündlich direkte ICE-Züge. Dafür verlängert sich die Reisezeit um rund 80 Minuten. Umleitungen und geänderte Fahrzeiten sind laut DB bereits in der Reiseauskunft berücksichtigt.

Diese Baustellen bremsen den Fernverkehr

Ganz ohne Geduld wird es 2027 nicht gehen. Vom 6. Februar bis 14. Mai fallen die ICE-Sprinter zwischen Köln und Hamburg aus. Anschließend ist vom 15. Mai bis 9. Juli die Schnellfahrstrecke zwischen Köln und Rhein/Main gesperrt. Die Umleitung durch das Mittelrheintal verlängert die Fahrt zwischen Köln und Frankfurt um 75 Minuten – genug Zeit für ein langes Hörbuch und vermutlich noch für ein zweites.

Vom 10. Juli bis 15. Oktober ist die Strecke Duisburg–Essen–Bochum–Dortmund wegen Bauarbeiten nicht befahrbar. Auf den Umleitungsstrecken über Gelsenkirchen, Hamm oder Hagen stehen nur begrenzte Kapazitäten zur Verfügung, deshalb kann das vollständige Fernverkehrsangebot nicht aufrechterhalten werden. Vom 16. Oktober bis 11. Dezember entfällt wegen der Sperrung Münster–Rheine außerdem die IC-Linie Ostfriesland–Münster–Gelsenkirchen–Köln/Bonn vollständig.

Weitere Sanierungen wichtiger Strecken sind für 2027 vorgesehen, darunter Hannover–Berlin, Hanau–Fulda und Rosenheim–Freilassing/Salzburg. Nach Abschluss der Korridorsanierung Nürnberg–Passau sind täglich 14 Fernverkehrszüge zwischen Frankfurt, Nürnberg und Wien geplant.

Mit dem Zug nach Belgien, Frankreich und Italien

Das internationale Angebot wächst laut DB auf mehr als 320 Fahrten täglich – etwa 20 Prozent mehr als vor fünf Jahren. Deutschland wird dann direkt mit mehr als 200 Städten in 14 Ländern verbunden. Zwischen Stuttgart und Paris verkehren künftig zwölf Züge täglich, zwei mehr als bisher.

Ab Sommer 2027 soll erstmals ein Frecciarossa-Hochgeschwindigkeitszug in Kooperation mit Trenitalia von München nach Mailand und Rom fahren. Je Strecke ist täglich ein Zugpaar vorgesehen. Zwischen Hamburg und Kopenhagen will die DB ab März sieben Verbindungen täglich je Richtung anbieten. Für die Sommerplanung an der belgischen Küste heißt das zugleich: Ostende rückt an bestimmten Wochenenden noch ein Stück näher.

Familienangebot und günstigere Monatskarten

Das DB-Familienticket ist ab dem 26. Oktober wieder buchbar und wird dauerhaft angeboten. Es kostet 99,99 Euro und gilt für bis zu fünf Personen in der zweiten Klasse im Fernverkehr. Hin- und Rückfahrt sowie die Sitzplatzreservierung sind eingeschlossen.

Günstiger werden ab dem 21. Oktober außerdem Monats- und Schülermonatskarten im Fernverkehr ohne Abonnement: Sie kosten 25 Prozent weniger. Wer mit mehreren Menschen unterwegs ist, kann den Sparpreis Gruppe online für bis zu 14 Tage unverbindlich reservieren.

Eine kleine Umstellung kommt beim Flexpreis: Ab dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember stellt die Deutsche Bahn diese Tickets nur noch digital und personalisiert aus. Papier in der Tasche ist dann bei diesem Tarif passé – für manche praktisch, für andere eher ein weiterer Grund, vor der Abfahrt noch einmal nervös aufs Handy zu schauen.