Schönebeck baut um: Neue Bahnsteige, Wege und eine Überführung für Frohse geplant
In Schönebeck stehen ab dem Frühjahr 2027 umfangreiche Arbeiten an der Bahn an. Die Deutsche Bahn plant zwei größere Bauprojekte: am Haltepunkt im Stadtteil Frohse und am Bahnhof Schönebeck, dort vor allem an den Gleisen 3 und 4. Der Start ist für Mai 2027 vorgesehen.
Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU) stellte die Vorhaben bei einer Einwohnerversammlung in Frohse vor. Bahn und Stadt wollen die Projekte teilweise gemeinsam umsetzen. Bei der Versammlung kamen außerdem weitere Details zu den geplanten Bauarbeiten auf den Tisch.
Neue Überführung in Frohse
Am Bahnhaltepunkt Frohse soll die Fußgängerüberquerung erneuert werden. Die baurechtliche Genehmigung des Eisenbahn-Bundesamtes liegt der Deutschen Bahn bereits vor, der Baubeginn ist für das Frühjahr 2027 vorgesehen.
Zunächst wird die Überführung ohne Fahrstuhl errichtet. Für einen späteren Einbau soll sie allerdings vorbereitet werden. Für Fahrgäste heißt das: Erst einmal wird gebaut, die vollständige Lösung kommt womöglich später.
Bahnhof, Gleise und neue Wege
Gleichzeitig sollen der Umbau und die Sanierung des Schönebecker Hauptbahnhofs beginnen. Die Städtische Wohnungsbaugesellschaft SWB befindet sich derzeit in der Ausschreibung und will insgesamt mehr als 5 Millionen Euro investieren.
Die Deutsche Bahn nimmt sich die Personenunterführung sowie die Gleise 3 und 4 vor. Auch hierfür ist der Baubeginn im Frühjahr 2027 geplant, erste Vorarbeiten haben bereits begonnen. Die bestehende Unterführung wird leicht verlegt. Dadurch entstehen Wegeverbindungen mit direkter Anbindung an die Söker Straße.
Das Umfeld dürfte in den kommenden Jahren ebenfalls an Bedeutung gewinnen: Dort sollen eine Multifunktionshalle und eine Schwimmhalle entstehen. Noch ist das Zukunftsmusik, aber die neuen Wege werden schon jetzt mitgedacht.
Magazinstraße und Friedhofsweg
Beim Ausbau der Magazinstraße gibt es ebenfalls Fortschritte. Die Baumaßnahme soll noch 2026 ausgeschrieben und vergeben werden, der Baubeginn ist für März 2027 vorgesehen.
Wegen des Zustands und der erwarteten Lebensdauer müssen die vorhandenen Bäume bis Februar 2027 gefällt werden. Als Ersatz sollen Blumeneschen gepflanzt werden. Ein Schnitt, der Anwohnern vermutlich nicht leichtfällt – auch wenn danach neue Bäume an der Straße stehen sollen.
Im Friedhofsweg beginnen Reparaturarbeiten in der auf den 24. September 2026 folgenden Woche. Beschädigte Natursteine werden ersetzt.
Einordnung in die Bahnpolitik des Bundes
Die Vorhaben in Schönebeck passen in einen größeren Rahmen: Das BahnhofskonzeptPlus des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) soll Personenbahnhöfe attraktiver und barrierefrei machen. Bis 2030 stehen dafür rund 5 Milliarden Euro bereit. Mehr als 3.000 Verkehrsstationen und Empfangsgebäude der Eisenbahnen des Bundes sollen modernisiert werden.
Zum Konzept gehört das „1.000-Bahnhöfe-Programm“. Es setzt einen Auftrag aus dem Koalitionsvertrag der 19. Legislaturperiode um. Für ein Förderprogramm zur Attraktivitätssteigerung kleiner Bahnhöfe sollen Länder, Kommunen und die Deutsche Bahn als Partner gewonnen werden. Das Programm umfasst Bahnanlagen und das Bahnhofsumfeld und soll zugleich die hindernisfreie Mobilität verbessern.
Ein zentraler Punkt ist die Barrierefreiheit an Bahnhöfen. Das 1.000-Bahnhöfe-Programm hat dafür drei Investitionsschwerpunkte: Erstens die Umsetzung des Planungsvorrats Barrierefreiheit, also die bauliche Umsetzung von Maßnahmen, die bis 2018 im Zukunftsinvestitionsprogramm (ZIP) geplant wurden. Zweitens die Beschleunigung der Barrierefreiheit an kleinen Verkehrsstationen mit mehr als 1.000 und bis zu 4.000 Reisenden täglich. Drittens die Attraktivitätssteigerung kleiner und mittlerer Bahnhöfe, besonders dort, wo Empfangsgebäude instandhaltungsbedürftig sind.
Das Förderprogramm soll bis 2030 fortgeführt werden. Das BahnhofskonzeptPlus umfasst darüber hinaus ein Sofortprogramm für attraktive Bahnhöfe: In den Jahren 2020 und 2021 wurden im Rahmen des Konjunkturprogramms Maßnahmen zur Verbesserung von Aufenthaltsqualität und Sauberkeit an Verkehrsstationen umgesetzt.
Ein weiterer Investitionsschwerpunkt ist die Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung III. Abgängige Bahnanlagen in Empfangsgebäuden und Verkehrsstationen sollen durch Anlagen auf dem aktuellen Stand der Technik und der Barrierefreiheit ersetzt werden. Zusätzlich sollten ausgewählte besonders niedrige Bahnsteige bis 2024 erhöht werden, um einen stufenfreien Zugang herzustellen.
In Schönebeck wird es nun zunächst ganz praktisch: Baustellen an den Gleisen, eine verlegte Unterführung, neue Wege in Richtung Söker Straße – und in Frohse eine Überführung, deren Fahrstuhl erst später dazukommen soll.
