Vier Gleise für mehr Tempo: S-Bahn-Ausbau zwischen Pinneberg und Elmshorn geplant
Zwischen Pinneberg und Elmshorn könnte künftig deutlich öfter eine S-Bahn fahren: Die Landesregierung Schleswig-Holsteins plant einen Zehn-Minuten-Takt auf der rund 15 Kilometer langen Strecke. Am 13.10.2026 wurde in Tornesch ein Gutachten zum dafür nötigen Ausbau vorgestellt. Die bestehende Bahntrasse soll um ein drittes und viertes Gleis ergänzt werden – über diese viergleisige Lösung wird allerdings schon seit Jahrzehnten diskutiert.
Vorgesehen ist, die derzeit in Pinneberg endende S-Bahn-Linie S3 bis Elmshorn zu verlängern. Einen offiziellen Zeitplan gibt es bislang nicht. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur könnten S-Bahnen frühestens in zehn Jahren auf der Strecke unterwegs sein. Das klingt nach Zukunftsmusik, ist für Pendler aber trotzdem ein ziemlich konkreter Hoffnungsschimmer.
Mehr Züge, mehr Sitzplätze
Die Deutsche Bahn veranschlagt den Ausbau auf rund eine Milliarde Euro. Das Land will sich für die Verlängerung der S-Bahn-Strecke einsetzen. Nach Angaben der Landesregierung könnte die Sitzplatzkapazität in der Hauptverkehrszeit mit einer S-Bahn um 60 Prozent steigen. Eine Regionalbahn-Variante käme dem Gutachten zufolge lediglich auf 18 Prozent zusätzliche Sitzplätze.
Der Zehn-Minuten-Takt soll die Wartezeit auf den nächsten Zug verkürzen. Schon heute nutzen mehr Fahrgäste aus Pinneberg die S-Bahn als die Regionalbahn. Mit der Verlängerung würden Elmshorn, Tornesch und Prisdorf umsteigefrei mit Eidelstedt, Altona, Reeperbahn, Landungsbrücken, Jungfernstieg und dem Hamburger Hauptbahnhof verbunden.
Regionalzüge sollen weiter rollen
Die S-Bahn würde den übrigen Bahnverkehr nicht verdrängen. Regionalbahnen zwischen Elmshorn und Hamburg Hauptbahnhof sollen weiterhin im 30-Minuten-Takt fahren. Dazu kommen Regionalexpress-Züge auf den Verbindungen Hamburg–Flensburg, nach Kiel und nach Westerland.
Geplant sind außerdem zwei neue S-Bahn-Stationen: Elmshorn-Süd und Pinneberg-Nord. Gerade auf einer Strecke, auf der morgens die Türen schon heute gern im Sekundentakt auf- und zugehen, wären zusätzliche Haltepunkte allerdings nicht nur eine Frage des Taktes, sondern auch der gesamten Betriebsplanung.
Ausweichroute bei Störungen
Der viergleisige Ausbau hätte noch einen weiteren Zweck. Wenn die bestehende Hauptstrecke gestört ist, könnten Fern- und Güterzüge teilweise auf die neuen Nahverkehrsgleise ausweichen. Die Deutsche Bahn bezeichnet die Verbindung Pinneberg–Elmshorn als wichtigen Bestandteil des schleswig-holsteinischen Nahverkehrs und als zentrale Verbindung nach Hamburg.
Bis die ersten S-Bahnen tatsächlich in Elmshorn ankommen, dürfte allerdings noch einiges an Planung, Finanzierung und Bauarbeit vor den Beteiligten liegen. Erst müssen die zusätzlichen Gleise, die Stationen und der Betrieb aufeinander abgestimmt werden. Eine Milliarde Euro steht dabei im Raum – und der Kalender zeigt bereits den 13.10.2026.
