West-Berlins S-Bahn-Gleise gesperrt: Brückenbau macht Platz für die Rückkehr der Siemensbahn
Im Westen Berlins wird es an diesem Mittwochabend auf den S-Bahn-Gleisen eng: Von 22.00 Uhr bis Montag, 1.30 Uhr, fahren zwischen Beusselstraße und Halensee keine S-Bahnen. Betroffen sind die Ringbahnlinien sowie die S46 zwischen Königs Wusterhausen und Westend.
Für Fahrgäste bedeutet das: Im gesperrten Abschnitt übernehmen Busse den Ersatzverkehr. Am Westkreuz halten sie allerdings nicht. Wer auf die Stadtbahnlinien S3, S5, S7 oder S9 umsteigen möchte, soll in Charlottenburg an der Bushaltestelle Kaiser-Friedrich-Straße/Kantstraße umsteigen. Alternativ können Fahrgäste mit der Ringbahn bis Charlottenburg fahren. Die S-Bahn Berlin empfiehlt, sich rechtzeitig über die S-Bahn-App oder den DB Navigator zu informieren – ein Blick aufs Handy vor dem Losgehen spart womöglich einiges an Nerven.
Bauarbeiten an Brücke und Siemensbahn
Die Sperrung beginnt am Mittwoch, 30. September, um 22 Uhr und dauert bis Montagmorgen. Grund sind Arbeiten für den Neubau der Westendbrücke sowie Vorbereitungen für die erneute Inbetriebnahme der Siemensbahn. Der westliche Teil der Berliner Ringbahn ist dadurch erheblich eingeschränkt.
Auch die Taktzeiten ändern sich. Die Ringbahnen zwischen Beusselstraße und Wedding sowie zwischen Bundesplatz und Halensee fahren im 10-Minuten-Takt. Die S15 zwischen Berlin Hauptbahnhof und Gesundbrunnen ist im 20-Minuten-Takt unterwegs.
Für Autofahrer kommt ab dem 5. Oktober eine weitere Änderung hinzu. Die Verkehrsführung von der Avus zur nördlichen A100 wird angepasst: Die bisherige Rampe zum Messedamm wird gesperrt. Eine neue Abfahrt führt über die alte Jafféstraße in einer Schleife auf den Messedamm. Wer dort sonst einfach abbiegt, muss also einen kleinen Umweg einplanen.
Die Siemensbahn kehrt zurück
Hinter den Bauarbeiten steht auch ein größeres Bahnprojekt. Die Deutsche Bahn reaktiviert die 1980 stillgelegte Siemensbahn im Nordwesten Berlins. Die Strecke soll das neue Stadtquartier Siemensstadt Square direkt an die Berliner Ringbahn anbinden. Dadurch entstehen schnelle Anschlüsse zum Berliner Hauptbahnhof und zum Flughafen Berlin Brandenburg (BER).
Im Abschnitt 1.1 zwischen Jungfernheide und Altarm Spree wird die Strecke von Jungfernheide über die Spree bis zum Spandauer Ufer auf dem Bahngelände der alten Trasse vollständig neu geplant. Zwischen Lise-Meitner-Straße und Tegeler Weg sind Lärmschutzwände als aktive Schallschutzmaßnahme vorgesehen.
Der Abschnitt 1.2 vom Altarm Spree bis zum Popitzweg verläuft vollständig auf einem historischen, etwa 800 Meter langen Stahlviadukt. Das Viadukt wird instandgesetzt und ertüchtigt, dazu kommen neue Gleise und Signaltechnik. Die Station Wernerwerk soll barrierefrei erschlossen und denkmalgerecht instandgesetzt werden.
Zwischen Popitzweg und Straße am Schaltwerk, dem Abschnitt 1.3a, wird der historische Bahndamm instandgesetzt. Neue Gleise, Weichen und Signaltechnik werden installiert. Der Bahnhof Siemensstadt wird barrierefrei instandgesetzt und ausgebaut.
Im Abschnitt 1.3b von der Straße am Schaltwerk bis Gartenfeld erhält der historische Bahndamm ebenfalls eine Instandsetzung. Gleise, Weichen und Signaltechnik werden erneuert. Der Bahnhof Gartenfeld wird barrierefrei instandgesetzt und ausgebaut; zusätzlich entsteht dort eine überdachte Abstellanlage.
Auch am Bahnhof Westhafen sind Zusammenhangsmaßnahmen vorgesehen. Für die Siemensbahn wird ein separates Gleis mit Bahnsteig errichtet. Auf 2,4 Kilometern entstehen neue Gleise, außerdem wird die Signaltechnik angepasst. Zwischen den Bahnhöfen Westhafen und Beusselstraße ist eine neue Abstellanlage geplant.
