Wupperbrücke bei Opladen wieder zweigleisig befahrbar – dauerhaft langsamer bleibt es trotzdem
Die Bahn will ab Donnerstag, 1. Oktober 2026, auf der Strecke zwischen Köln und Wuppertal wieder weitgehend nach regulärem Fahrplan fahren. Die letzten Arbeiten an der Eisenbahnbrücke über die Wupper bei Leverkusen-Opladen sollen an diesem Donnerstag beendet werden. Ab Oktober sollen damit wieder alle Fern-, Regional- und Güterzüge uneingeschränkt zwischen Wuppertal und Köln verkehren.
Für Reisende ist das eine spürbare Erleichterung, auch wenn die Brücke nicht einfach wieder mit voller Geschwindigkeit befahren werden darf. Wegen einer dauerhaften Geschwindigkeitsbegrenzung verlängert sich die Fahrt voraussichtlich um ein bis zwei Minuten. Die Fahrpläne werden entsprechend angepasst.
Riss am letzten Tag der Sanierung entdeckt
Der Ärger begann ausgerechnet am letzten Tag der fünfmonatigen Generalsanierung der Strecke Hagen–Köln. Im Juli 2026 wurde ein Riss an der fast 80 Jahre alten Brücke über die Wupper entdeckt. Die Strecke war von Februar bis Juli für knapp 800 Millionen Euro umfassend saniert und vollständig gesperrt worden.
Die Brücke selbst war in diesem Programm nicht enthalten. Frühere Inspektionen hatten laut Bahn keine Schäden festgestellt. Nach Angaben von DB InfraGo waren allerdings bei einer Kontrolle Ende 2025 bereits Auffälligkeiten aufgefallen. Der konkrete gefährliche Riss wurde demnach erst im Juli entdeckt. Zuvor sollte lediglich die Statik neu berechnet werden, um die verbleibende Lebensdauer der Brücke zu bestimmen.
Nach dem Fund wurde ein Gleis gesperrt. Seitdem mussten die Züge in beiden Richtungen über nur ein Gleis fahren. Regionalzüge fielen weiterhin aus, Fernzüge verspäteten sich – besonders betroffen war die Linie RB48. Sie soll künftig wieder von Wuppertal-Oberbarmen bis Bonn-Mehlem durchfahren.
Vorläufig repariert, langsam bleibt es trotzdem
Die Brücke ist inzwischen so instand gesetzt, dass auf beiden Gleisen wieder sicherer Bahnverkehr möglich ist. Ganz ohne Haken geht es aber nicht: Die Züge müssen das Bauwerk dauerhaft mit reduzierter Geschwindigkeit passieren. Ein bis zwei Minuten mehr Fahrzeit klingt nach wenig, im täglichen Pendlerleben kann sich auch das läppern.
Die Bahn hatte nach Abschluss der Generalsanierung einen zuverlässigeren und leistungsfähigeren Betrieb angekündigt. Die erneuten Einschränkungen sorgten deshalb für Kritik bei Pendlern, in Politik und Wirtschaft. Auch der NRW-Verkehrsminister äußerte seinen Ärger. Nach monatelanger Vollsperrung und einer Generalsanierung für rund 800 Millionen Euro hatten viele wohl mit einem ruhigeren Neustart gerechnet.
Eine umfassende Sanierung der Wupperbrücke war ursprünglich erst für die 2030er-Jahre vorgesehen. Nun soll sie vorgezogen werden. Wann genau die Arbeiten beginnen, wie der Zeitplan aussieht und welche Auswirkungen die Sanierung auf Reisende und Pendler haben wird, konnte die Bahn noch nicht nennen. Bis dahin bleibt die jetzt ausgeführte Reparatur eine Zwischenlösung.
Weitere Baustellen im Netz
Die Brücke bei Opladen steht nicht allein da. In Nordrhein-Westfalen sind weitere umfassende Streckensanierungen geplant. Aktuell ist die Strecke zwischen Troisdorf und Wiesbaden gesperrt. Ab Freitag, 2. Oktober 2026, beginnt außerdem die Generalsanierung der Strecke zwischen Hannover und Berlin.
Für Zugfahrten aus Nordrhein-Westfalen nach Berlin bedeutet das in den kommenden 14 Monaten etwa 80 Minuten zusätzliche Reisezeit. Der Fahrplan zwischen Wuppertal und Köln wird dagegen ab Oktober wieder weitgehend dem regulären Betrieb entsprechen – mit dem kleinen, aber dauerhaften Bremsfuß an der Wupperbrücke.
