56 Stunden Vollsperrung: A1 rund um Hamburg wird zum Nadelöhr
Wer am kommenden Wochenende auf der A1 rund um Hamburg unterwegs ist, braucht Geduld – und besser einen Plan. Heute, am 7. Oktober 2026, kündigt sich eine 56-stündige Vollsperrung an: Von Freitag, 9. Oktober, 21 Uhr, bis Montag, 12. Oktober, 5 Uhr, geht in beiden Fahrtrichtungen nichts.
Betroffen ist die A1 zwischen dem Autobahndreieck Hamburg-Norderelbe beziehungsweise Norderelbe und dem Kreuz Hamburg-Ost. Die Autobahn GmbH, Niederlassung Nord, saniert dort Brückenbauwerke. Dazu kommen Brückenprüfungen und Instandsetzungsarbeiten an der Norderelbbrücke, Arbeiten der Deutschen Bahn am Moorfleettunnel, die Sanierung der Anschlussstelle Hamburg-Billstedt sowie Wartungs- und Reinigungsarbeiten durch die Autobahnmeisterei Stillhorn. Viel auf einmal – aber alles in einem Zeitfenster, damit die Strecke nicht mehrfach gesperrt werden muss.
Weiträumig um Hamburg herum
Für die Verbindung zwischen Hamburg und Lübeck werden erhebliche Verkehrseinschränkungen, Staus und deutlich längere Reisezeiten erwartet. Verkehrsteilnehmende sollen Hamburg an diesem Wochenende möglichst weiträumig umfahren. Empfohlen wird die Route über die A7, einschließlich Elbtunnel, und weiter über die A20.
Wer aus Richtung Norden kommt, fährt auf der A1 bis zum Autobahnkreuz Lübeck, anschließend über die A20 bis Bad Segeberg, die B206 bis Bad Bramstedt und schließlich auf der A7 in Richtung Hannover/Bremen.
Aus dem Süden führt die empfohlene Umleitung zunächst über die A1 bis zum Buchholzer Dreieck. Danach geht es über die A261 bis Hamburg-Marmstorf, auf der A7 in Richtung Flensburg, an der Ausfahrt Richtung Bad Bramstedt ab, über die B206 bis Bad Segeberg und weiter auf der A20 bis zum Autobahnkreuz Lübeck.
Auch innerstädtisch wird es eng
Für den Regionalverkehr gibt es in beide Richtungen eine Umfahrung über die A255, B75 beziehungsweise Billhorner Brückenstraße und die Elbbrücken. Weiter geht es über Heidenkampsweg, Bürgerweide und Sievekingsallee zur Anschlussstelle Hamburg-Horn der A24.
Die Zufahrt über die A255 Richtung Innenstadt ist allerdings wegen der Sperrung der B4 im Bereich Amsinckstraße stark eingeschränkt. Wer aus Lüneburg Richtung Lübeck unterwegs ist, kann der A39 bis zur Anschlussstelle Handorf folgen, anschließend die B404 und die A25 bis Hamburg-Moorfleet nutzen. Von dort führen Ring 2 und Schiffbeker Weg weiter – oder die Strecke über den Horner Kreisel zur A24.
Zusätzlichen Druck bringen der Ferienbeginn in Bremen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Dänemark, weitere Baustellen – unter anderem auf der A24 – sowie zusätzliche Sperrungen im Hamburger Raum. Früh morgens oder spät abends zu fahren, dürfte die Nerven schonen. Der ADAC rät außerdem, die aktuelle Verkehrslage vor dem Start zu prüfen, mehr Fahrzeit einzuplanen und bei längeren Fahrten Getränke, Snacks, Ladekabel und Beschäftigungsmöglichkeiten für Kinder einzupacken. Sonst wird die Rückbank schnell zum kleinen Krisengebiet.
Kurzfristige und temporäre Baustellen sind auf der Baustellenkarte unter www.autobahn.de/betrieb-verkehr/baustellenkarte aufgeführt. Für Großraum- und Schwertransporte finden sich Informationen zu den Durchfahrtsbreiten unter autobahn.de im Bereich „Für Unternehmen“ und „Regionale Besonderheiten Nord“.
Ein Wochenende als Teil einer größeren Aufgabe
Die Arbeiten an der A1 stehen in einem größeren Zusammenhang. Das deutsche Autobahnnetz hat erheblichen Investitionsbedarf – bei Brücken, Tunneln und Fahrbahnen. Die Bundesregierung will die Finanzierung dieser Modernisierung langfristig sichern. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Autobahn GmbH des Bundes, die eine neue Finanzierungsgrundlage erhalten soll.
Die Investitionen sollen künftig auf drei Säulen beruhen: Haushaltsmittel, Nutzungsgebühren und privates Kapital. Ab 2028 sollen der Autobahn GmbH teilweise Einnahmen aus der Lkw-Maut zufließen. Dadurch soll sie ab 2027 eigenständig Kredite am Kapitalmarkt für Investitionen aufnehmen können.
Das Modell soll zusätzliche oder vorgezogene Investitionen ermöglichen und schnelleres Bauen zu heutigen Preisen erlauben. Für die Bauwirtschaft bedeutet eine langfristige Investitionsplanung mehr Planungssicherheit; Unternehmen könnten Kapazitäten vorhalten. Die Kreditfähigkeit soll außerdem größere öffentlich-private Partnerschaften ermöglichen. Nach Darstellung des Modells könnten fertig geplante Projekte umgesetzt werden.
An den Eigentumsverhältnissen ändert sich nichts: Der Bund bleibt alleiniger Eigentümer der Bundesautobahnen und Bundesstraßen – und auch der alleinige Eigentümer der Autobahn GmbH.
