Jacobs Solutions hebt Prognosen an und baut Auftragspolster auf 28,9 Milliarden US-Dollar aus
Am 6. Oktober 2026 richtet sich der Blick an der Börse auf Jacobs Solutions. Truist hat das Kursziel für die Aktie am 5. Oktober von 161,00 auf 160,00 US-Dollar gesenkt, die Einstufung „Hold“ aber bestätigt. Das ist kein großer Schnitt: 0,62 Prozent beträgt die Anpassung.
Die Aktie selbst hatte am 2. Oktober an der Tradegate nachgegeben. 122,00 Euro standen dort zu Buche, nach 124,00 Euro am Vortag. Der Tradegate-Ersatzkurs lag um 20:10 Uhr ebenfalls bei 122,00 Euro und damit 1,61 Prozent unter dem Vortagesschluss.
Analysten bleiben geteilter Meinung
Der im Bericht genannte MarketBeat-Überblick zeigt ein ausgeglichenes Bild: Sechs Analysehäuser empfehlen den Kauf, sechs weitere raten zum Halten. Das daraus ermittelte Konsensziel liegt bei 154,80 US-Dollar. Truist liegt mit seinem neuen Ziel von 160,00 US-Dollar also darüber, bleibt bei der Aktie aber vorsichtig.
Fundamental liefert Jacobs zugleich einiges an Rückenwind. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026, das am 26. Juni 2026 endete, erreichte der Bruttoumsatz 4,10 Mrd. US-Dollar – 34,50 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Nettoumsatz stieg um 8,3 Prozent auf 2,40 Mrd. US-Dollar.
Jacobs Solutions hatte die Quartalsergebnisse am 4. August 2026 veröffentlicht und am selben Tag eine Telefonkonferenz dazu veranstaltet. Das bereinigte EBITDA lag bei 366,8 Mio. US-Dollar, ein Plus von 16,7 Prozent. Die entsprechende Marge verbesserte sich von 14,1 auf 15,2 Prozent.
Beim Ergebnis klaffen bereinigte und nach US-GAAP ausgewiesene Zahlen deutlich auseinander. Der GAAP-Nettogewinn aus fortgeführten Aktivitäten sank von 181,2 auf 137,4 Mio. US-Dollar, das verwässerte GAAP-EPS von 1,56 auf 1,16 US-Dollar. Bereinigt stieg der Nettogewinn dagegen von 194,8 auf 219,3 Mio. US-Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie erreichte 1,84 US-Dollar und lag damit 13,6 Prozent über dem Vorjahreswert.
Als Grund für die niedrigeren GAAP-Werte nannte Jacobs einen vorübergehend höheren Steuersatz im Zusammenhang mit der PA-Consulting-Transaktion. Der effektive GAAP-Steuersatz lag bei 43,4 Prozent nach 21,9 Prozent, der bereinigte Steuersatz bei 26,4 Prozent nach 24,8 Prozent.
Großer Auftragsbestand, starke Infrastruktursparten
Der Auftragsbestand wuchs binnen Jahresfrist um 27,30 Prozent auf 28,90 Mrd. US-Dollar. Das Book-to-Bill-Verhältnis lag im dritten Quartal bei 1,5x, auf Zwölfmonatssicht bei 1,4x. Auf Basis des bereinigten Nettoumsatzes betrug es 1,1x im Quartal und 1,2x über zwölf Monate.
Mit 28,4 Mrd. US-Dollar entfiel der überwiegende Teil des Auftragsbestands auf Infrastructure & Advanced Facilities, kurz I&AF. PA Consulting steuerte 459 Mio. US-Dollar bei. Gerade I&AF legte kräftig zu: Der Bruttoumsatz erreichte 3,75 Mrd. US-Dollar, rund 39 Prozent organisches Wachstum. Der bereinigte Nettoumsatz kam auf 2,09 Mrd. US-Dollar, ein organisches Plus von 10 Prozent.
Die Nachfrage kam laut Jacobs unter anderem aus Rechenzentren, Halbleitern, Energie und Versorgung, Verkehr sowie Wasser. Für Life Sciences und Advanced Manufacturing meldete das Unternehmen ein Rekordniveau. PA Consulting erzielte im dritten Quartal 329,5 Mio. US-Dollar Umsatz. Engineering News-Record setzte Jacobs zudem in 18 Kategorien auf Platz eins – sechs Kategorien mehr als im Vorjahr, darunter auch Rechenzentren.
Ein konkretes Projekt gibt es in Duisburg: Am 24. September 2026 verlängerte Jacobs die Unterstützung für thyssenkrupp Steels wasserstofffähige Direktreduktionsanlage. Der Auftrag umfasst die Projekt-, Bau- und Montagekoordination. Nach der Fertigstellung soll die Anlage jährlich 2,50 Mio. Tonnen direkt reduziertes Eisen produzieren. Auf der Baustelle ist das naturgemäß weniger glamourös als an der Börse – dafür geht es um sehr viel Stahl, Material und Koordination.
Cashflow und Ausblick nach oben geschoben
Auch beim Geldzufluss lief es im Quartal rund. Der Cashflow aus operativer Tätigkeit stieg von 292,6 auf 456,1 Mio. US-Dollar. Der bereinigte Free Cashflow betrug 540,9 Mio. US-Dollar im dritten Quartal und 633,5 Mio. US-Dollar in den ersten neun Monaten.
Für Aktienrückkäufe gab Jacobs im Quartal 142,2 Mio. US-Dollar aus, seit Jahresbeginn waren es 614,1 Mio. US-Dollar. Zusätzlich zahlte das Unternehmen in den ersten neun Monaten 123,4 Mio. US-Dollar an Dividenden. Die Nettoverschuldung beziehungsweise der Verschuldungsgrad lag laut Management unter dem Zielwert für das Geschäftsjahresende.
Zum 26. Juni 2026 verfügte Jacobs über 1,17 Mrd. US-Dollar an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten. Das Gesamtvermögen belief sich auf 11,74 Mrd. US-Dollar. Die langfristigen Schulden lagen bei 3,58 Mrd. US-Dollar nach 2,24 Mrd. US-Dollar zum 26. September 2025. Das Eigenkapital der Jacobs-Aktionäre betrug 3,26 Mrd. US-Dollar.
Die Zahl der ausstehenden Aktien sank auf 117,1 Mio., nachdem sie zum Geschäftsjahresbeginn noch 119,1 Mio. betragen hatte. Beim Ausblick wurde ebenfalls nachjustiert: Der bereinigte Nettoumsatz soll 2026 nun um 9,5 bis 10,0 Prozent gegenüber 2025 wachsen. Zuvor hatte Jacobs 8,0 bis 10,5 Prozent erwartet.
Die bereinigte EBITDA-Marge wird bei 14,7 bis 14,8 Prozent gesehen, nach bisher 14,6 bis 14,9 Prozent. Beim bereinigten EPS lautet die neue Spanne 7,20 bis 7,30 US-Dollar, zuvor waren 7,10 bis 7,35 US-Dollar genannt worden. Die bereinigte Free-Cashflow-Marge soll ungefähr 8 Prozent erreichen; die alte Prognose hatte bei 7,0 bis 8,5 Prozent gelegen. Die EPS-Prognose wurde damit zum dritten Mal in Folge beziehungsweise zum dritten Mal im Geschäftsjahr 2026 angehoben.
Jacobs beschäftigt rund 47.000 Mitarbeiter und erzielte zuletzt etwa 12 Mrd. US-Dollar Jahresumsatz. Die Ergebnisse beziehen sich auf fortgeführte Aktivitäten. Wie üblich weist das Unternehmen darauf hin, dass zukunftsbezogene Aussagen Risiken unterliegen – darunter Konjunktur, Inflation, Zinsen, Wettbewerb, Projektverschiebungen, Akquisitionen, geopolitische Entwicklungen, Gesetzesänderungen und mögliche Pandemien.
Die Aktie im Überblick
| Unternehmen | Jacobs Solutions Inc. |
|---|---|
| ISIN | US46982L1089 |
| WKN | A3DTNN |
| Ticker | J |
| Heimatbörse | NYSE |
| Marktkapitalisierung | 16,5 Mrd. US-Dollar, Stand: 6. Oktober 2026 |
| Branche | Industrials / Engineering and Construction |
Damit stehen bei Jacobs zwei Dinge nebeneinander: ein Auftragspolster von 28,90 Mrd. US-Dollar und ein Analystenbild, das trotz der angehobenen Unternehmensprognose nicht geschlossen auf Kauf steht. Der Kurs an der Tradegate bleibt vorerst deutlich unter dem neuen Truist-Ziel. Wer auf die nächsten Zahlen schaut, wird deshalb wohl nicht nur auf den Gewinn je Aktie achten, sondern auch darauf, ob Aufträge, Cashflow und Infrastrukturgeschäft diesen Abstand weiter rechtfertigen.
