Brückenneubau an der B 22 bei Bamberg erreicht die Gründungsphase
Zwischen Bamberg und Strullendorf geht der Brückenneubau an der B 22 in die nächste entscheidende Phase. Das Staatliche Bauamt Bamberg hat am Montag, 15. Juni 2026, mit bauvorbereitenden Arbeiten begonnen. Mitte Juli 2026 startete der eigentliche Neubau der Brücke über die B 505 – heute, am 6. Oktober 2026, laufen dort bereits die Gründungsarbeiten.
Ganz reibungslos ist die Vorgeschichte nicht gewesen. Im Mai 2025 musste die Brücke wegen schwerer Schäden vollständig gesperrt werden. Kurz darauf stand fest: Eine Sanierung ist nicht möglich, das Bauwerk muss weg. Im Dezember 2025 wurde die marode Brücke schließlich nachts abgerissen.
Provisorium hält eine Fahrtrichtung offen
Damit die Verbindung nicht komplett abriss, plante das Bauamt eine Übergangslösung. Im März 2026 entstand ein straßenbauliches Provisorium mit einem Linksabbiegestreifen auf der B 505, einer neuen Rampe zur Staatsstraße 2244 und einem Einfädelungsstreifen an der St 2244. Ende April war die Behelfslösung fertig und wurde für den Verkehr von Bamberg nach Strullendorf freigegeben.
In der Gegenrichtung bleibt die Strecke bis zur Fertigstellung des Neubaus gesperrt. Wer von Strullendorf nach Bamberg möchte, muss weiterhin die Umleitung nehmen. Während der laufenden Vorarbeiten kann es laut Bauamt außerdem zu geringfügigen Verkehrsbehinderungen kommen. Der Verkehr auf der B 505 wird durch die derzeitigen Arbeiten jedoch nicht beeinträchtigt. Je nach Bauphase sind später unterschiedliche Verkehrsszenarien vorgesehen; darüber soll rechtzeitig informiert werden.
Der Start an der Baustelle wurde bei einem gemeinsamen Ortstermin verfolgt. Vertreter des Staatlichen Bauamts Bamberg, der Regierung von Oberfranken, der Stadt Bamberg und der Gemeinde Strullendorf informierten sich über den Baubeginn. Im ersten Bauabschnitt werden im Bereich der B 505 Fahrbahnen verbreitert und verschwenkt. So entsteht genug Platz für die neuen Brückenpfeiler, während die Verkehrsverbindungen während der Bauzeit möglichst erhalten bleiben.
Vier Felder statt fünf
Nach den Gründungsarbeiten werden zunächst die Widerlager und Pfeiler errichtet. Parallel zu den Stahlbetonarbeiten an den Unterbauten läuft in einem Fertigungswerk bereits die Herstellung der Stahlbausegmente für den Überbau an. Die Teile kommen später per Schwertransport zur Baustelle und werden dort zusammengefügt. Im weiteren Projektverlauf stehen damit einige große Lastwagenfahrten und ordentlich Stahl auf dem Programm.
Die neue Brücke wird als Ersatzneubau errichtet. Sie soll die Verbindung zwischen B 22 und St 2244 wiederherstellen und zugleich die Anbindung an die Anschlussstelle Bamberg-Süd der A 73 sichern. Künftig soll der Verkehr kreuzungsfrei geführt werden. Die B 505 verbindet die Autobahnen A 73 und A 3, während die B 22 als Zubringer zum Bamberger Hauptverkehrsnetz dient.
Um die Bauzeit zu verkürzen, wurde die Geometrie des Bauwerks angepasst: Die neue Brücke erhält vier statt bislang fünf Brückenfelder. Zusätzlich kommen Betonfertigteile zum Einsatz. Geplant ist, den Neubau innerhalb von 18 Monaten abzuschließen.
| Technische Daten | Angabe |
|---|---|
| Gesamtlänge | 136 Meter |
| Breite | 12,10 Meter |
| Brückenfläche | 1.645 Quadratmeter |
Baustelle mit strengen Schutzauflagen
Die Arbeiten finden in einem Bannwald- und Trinkwasserschutzgebiet der Stadt Bamberg statt. Für die Baustellenfahrzeuge ist deshalb ein eigenes Tankstellenkonzept erforderlich. Auch das Oberflächenwasser darf nicht einfach ablaufen: Es muss über spezielle Anlagen gefiltert und aufbereitet werden, bevor es in den Sendelbach eingeleitet wird.
Für den Schutz von Flora und Fauna wurden vor Beginn der Arbeiten Ausgleichs- und Retentionsflächen angelegt und gestaltet. Zwischen Fahrbahn, Baugrube und Schutzgebiet ist also einiges zu beachten – da reicht es nicht, bloß den Bagger anzuschalten und loszulegen.
Das Staatliche Bauamt will über den weiteren Fortgang mit zusätzlichen Pressemitteilungen informieren. Für die Autofahrer bleibt vorerst vor allem eines wichtig: Die Verbindung von Bamberg nach Strullendorf ist über das Provisorium offen, in der Gegenrichtung führt der Weg weiterhin über die Umleitung.
Wie sensibel die Strecke ist, zeigte sich auch im Mai: Bei einem Unfall auf der B 505 bei Strullendorf erlitt ein Motorradfahrer lebensgefährliche Verletzungen und wurde mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht.
