250 Millionen Euro für Schwimmbäder: Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat die Mittel für Sanierung und Neubau freigegeben. Davon profitieren 195 Städte und Gemeinden in Deutschland, deren teils marode Anlagen erneuert werden sollen. Die Nachricht wurde am 25. September 2026 im Deutschlandfunk ausgestrahlt.

Das Geld kommt aus dem Programm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ und wird über das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität finanziert. Für die Haushaltsjahre 2025 und 2026 stellt der Ausschuss dem Programm insgesamt mehr als 900 Millionen Euro zur Verfügung.

Drei Projekte in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt fließen Fördermittel in drei Vorhaben: den Ersatzneubau des Freibads in Sülzetal-Langenweddingen, die Sanierung des Hallenbads in Gräfenhainichen und den Ersatzneubau des Hallenbads in Merseburg.

Weitere Förderorte liegen in Grömitz, Lauenburg, Schwentinental, Barmstedt und Quickborn in Schleswig-Holstein, in Neukirchen-Vluyn und Wuppertal in Nordrhein-Westfalen sowie in Landshut in Bayern. Auch Hamburg, Dresden und Leipzig erhalten Geld.

Viele Kinder können nicht sicher schwimmen

Der Handlungsdruck ist groß. Nach Angaben des Deutschen Olympischen Sportbundes können 60 Prozent der zehnjährigen Kinder nicht richtig schwimmen. Als Gründe gelten die mangelhafte Bäder-Infrastruktur und die Schließung von Schwimmbädern wegen baulicher Mängel. Wo das Wasser fehlt, fällt auch der Schwimmunterricht ins Trockene – eine ziemlich ungünstige Kombination.

Für Familien bedeutet ein geschlossenes Bad oft mehr als einen abgesagten Besuch am Wochenende. Es fehlen Orte für Bewegung, Erholung und Begegnung, außerdem Möglichkeiten, Schwimmfähigkeit überhaupt zu erlernen und zu erhalten.

Sanierungsstau bei kommunalen Sportstätten

Dass der Geldsegen dringend gebraucht wird, zeigt eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke. In vielen Städten und Gemeinden gibt es demnach einen erheblichen Sanierungsstau bei Sportstätten, ausdrücklich auch bei Schwimmbädern. Grundlage sind unter anderem Daten des KfW-Kommunalpanels 2026 zum kommunalen Investitionsrückstand im Bereich Sport.

Die Bundesregierung misst einer funktionierenden und zukunftsfähigen sozialen Infrastruktur eine wichtige Bedeutung für das Zusammenleben in Städten und Gemeinden bei. Schwimmbäder seien Orte der Begegnung und Erholung, Einrichtungen für körperliche Aktivität sowie Plätze zum Erlernen und zum Erhalt der Schwimmfähigkeit.

Für die Haushaltsjahre 2025 und 2026 stellte der Bundestag insgesamt 916 Millionen Euro für das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ (SKS) bereit. Davon sind 250 Millionen Euro ausschließlich für die Sanierung von Schwimmbädern vorgesehen. Der Bund unterstützt den Erhalt der Sport- und Schwimmbadinfrastruktur außerdem durch verschiedene Förderprogramme.

Eine Zahl bleibt dabei offen: Der Bundesregierung liegen keine Daten zur Gesamtzahl der Schwimmbäder in Deutschland vor. Klar ist aber, dass in zahlreichen Kommunen Becken, Umkleiden und technische Anlagen auf Erneuerung warten – und dass die ersten Förderentscheidungen nun in konkrete Bauprojekte übersetzt werden müssen.