A7-Ausbau südlich des Elbtunnels: Deutschlands längste Autobahnbrücke ist jetzt achtspurig
Heute, am 26. September 2026, wird südlich des Hamburger Elbtunnels ein großes Stück Autobahn freigegeben: Die A7 ist nach sechs Jahren Bauzeit von sechs auf acht Spuren erweitert worden. Der rund vier Kilometer lange Abschnitt der Hochstraße Elbmarsch verbindet den Elbtunnel mit dem künftigen Autobahnkreuz Hamburg-Hafen.
Die offizielle Freigabe ist für Samstag geplant. Erwartet werden unter anderem Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU), Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) sowie Vertreter der Autobahn GmbH und der Deges. Auf der Fahrbahn dürfte es trotzdem erst später richtig losgehen: Wegen Restarbeiten bleibt die Strecke am Wochenende gesperrt, außerdem laufen nördlich der Elbe weitere Baumaßnahmen.
Mehr Platz auf der längsten Autobahnbrücke
Die Hochstraße Elbmarsch liegt auf der A7 zwischen Waltershof und Hausbruch. Sie gilt als Deutschlands längste Autobahnbrücke, ist etwa 4,2 Kilometer lang und steht auf Betonstützen. Zwischen den beiden parallelen, jeweils rund vier Kilometer langen Betonbrücken konnten zwei zusätzliche Fahrspuren eingebaut werden. Danach hat die A7 dort durchgehend acht Spuren – zwei mehr als bisher.
Der Platz dafür war kein Zufall. Schon die ursprüngliche Planung von 1970 hatte zwischen den Brücken eine Lücke für eine spätere Erweiterung gelassen. Hunderte zusätzliche Betonstützen waren deshalb nicht nötig. Für den Ausbau wurden allerdings Stützpfeiler und Gründungen verstärkt; ein kurzer Abschnitt war zuvor als technische Erprobung ausgebaut worden.
Die ursprüngliche, 1975 eröffnete Brückenkonstruktion soll voraussichtlich bis 2045 genutzt werden können. Bis dahin soll geprüft werden, ob ein Ersatzneubau erforderlich ist. Vor dem Ausbau der Hochstraße wurde außerdem die etwa 400 Meter lange Rampe zu den Elbtunnel-Einfahrten neu gebaut. Seit Mai 2023 ruhen die Tunnelzufahrten nicht mehr auf Stützpfeilern, sondern auf einem aufgeschütteten Damm.
Mit der Fertigstellung sollen Fahrbahnverschwenkungen, Tempo-60-Zonen und die baustellenbedingten Staus südlich des Elbtunnels verschwinden. Ganz so schnell wird sich die tägliche Geduldsprobe vor dem Tunnel aber nicht erledigen. Nördlich des Elbtunnels wird die A7 voraussichtlich bis Ende 2029 weiter ausgebaut. In Altona entsteht ein gut zwei Kilometer langer Lärmschutztunnel; bis zum Abschluss dieser Arbeiten stehen dort nur drei Fahrspuren je Richtung zur Verfügung. Damit es im Elbtunnel nicht zu gefährlichen Rückstaus kommt, wird die Fahrbahn Richtung Flensburg bereits vor der Einfahrt von vier auf drei Spuren verengt.
Vollsperrung bis Montagmorgen
Wer an diesem Wochenende unterwegs ist, braucht einen langen Atem – oder besser eine andere Route. Die A7 wird von Freitag, 25. September 2026, 22:00 Uhr, bis Montagmorgen, 28. September 2026, 05:00 Uhr, zwischen den Anschlussstellen (AS) HH-Stellingen (26) und HH-Heimfeld (32) vollständig gesperrt. Betroffen ist auch der Elbtunnel.
Grund sind Restarbeiten an der K20-Hochstraße Elbmarsch für die abschließende Verkehrsfreigabe, Bauarbeiten am Deckel Altona und gleichzeitig geplante Wartungsarbeiten. Letztere sollen spätere Fahrstreifensperrungen vermeiden. Vor der endgültigen Freigabe waren zudem acht Wochenend-Vollsperrungen der A7 vorgesehen.
Die Rampen mehrerer Anschlussstellen werden bereits am Freitag, 25. September, um 21:00 Uhr gesperrt:
- HH-Stellingen (26): nur die Auffahrt in Richtung Süden
- HH-Bahrenfeld (28)
- HH-Othmarschen (29)
- HH-Waltershof (30)
- HH-Hausbruch (31)
- HH-Heimfeld (32): nur die Auffahrt in Richtung Norden
Die Anschlussstelle HH-Volkspark (27) ist wegen der Arbeiten am Deckel Altona sogar schon ab Freitag, 25. September, 05:00 Uhr dicht. Richtung Norden sind Auffahrt und Ausfahrt gesperrt, Richtung Süden die Auffahrt. Die Ausfahrt aus Richtung Norden zur Arena beziehungsweise zum Stadion bleibt bis 21:00 Uhr geöffnet. Als Ausweichmöglichkeit wird die AS HH-Stellingen empfohlen.
Umleitungen und Einschränkungen
Für den überregionalen Verkehr wird in beiden Richtungen eine großräumige Umfahrung über A1, A21 und B205 empfohlen. Die Umleitungsstrecken werden über LED-Netzbeeinflussungsanlagen an den Autobahnen ausgeschildert. Örtliche Hinweistafeln führen ab der AS HH-Schnelsen-Nord, der AS HH-Schnelsen sowie an den Ableitungen an den AS HH-Stellingen und HH-Heimfeld in Richtung Elbbrücken.
Verkehrsteilnehmende werden gebeten, Hamburg an diesem Wochenende weiträumig zu umfahren. Für Großraum- und Schwertransporte ist keine Durchfahrt möglich; die jeweils letzte Parkmöglichkeit wird ausgeschildert. Informationen zu den Durchfahrtsbreiten stehen auf autobahn.de im Bereich „Für Unternehmen – regionale Besonderheiten Nord“.
Nach Abschluss der Arbeiten soll die nun achtstreifige K20-Hochstraße Elbmarsch ab Montagmorgen für den Verkehr freigegeben werden. Kurzfristige und kleinere Baustellen veröffentlicht die Autobahn GmbH auf der Baustellenkarte unter www.autobahn.de/betrieb-verkehr/baustellenkarte.
