Bahn verschiebt Korridorsanierung Halle–Eichenberg wegen Umleitungsverkehr
Die Deutsche Bahn stellt den Bauplan für die 170 Kilometer lange Strecke Halle–Eichenberg um. Einzelne Arbeiten werden unterbrochen, andere laufen weiter. Der Grund: Die Verbindung soll 2027 zusätzlich als Umleitungsweg für Güter- und Personenzüge zwischen Hannover und Berlin dienen.
Auf der Strecke Hannover–Berlin wird unter anderem östlich und westlich von Stendal umfangreich gebaut. Dafür wurde das Bau- und Verkehrskonzept geändert. Das hat Folgen für die Korridorsanierung Halle–Eichenberg: Das rund 800 Millionen Euro schwere Vorhaben mit vier Bauabschnitten kann nicht wie ursprünglich vorgesehen umgesetzt werden.
Arbeiten bleiben möglich – aber mit weniger Sperrungen
Größere Baumaßnahmen und Inbetriebnahmen zwischen Lutherstadt Eisleben und Sangerhausen, die für 2027 vorgesehen waren, verschieben sich voraussichtlich um etwa ein Jahr. Nach dem aktuellen Planungsstand soll die Inbetriebnahme dort im Juni 2028 erfolgen.
Ganz still steht die Strecke jedoch nicht. Arbeiten, die ohne längere Vollsperrungen möglich sind, sollen 2027 bei laufendem Zugverkehr oder in kurzen Sperrpausen weitergehen. Im Bahnhof Lutherstadt Eisleben werden die neue Personenunterführung und die Gleisanlagen weitergebaut. Auch die Sanierung der Saalebrücke westlich von Halle läuft weiter. Zwischen Riestedt und Sangerhausen bereitet die Bahn die für Juni 2028 geplante Inbetriebnahme der elektronischen Stellwerkstechnik vor.
Dafür stehen Arbeiten an Signalen, Stromversorgung, Oberleitung und Kabeltiefbau auf dem Plan. Kurze Sperrpausen lassen sich dabei nicht vermeiden. Entlang der Strecke entstehen außerdem ESTW-Modulgebäude, unter anderem in Roßla, Berga-Kelbra, Heringen, Nordhausen und Bleicherode Ost. Dazu kommen vorbereitende Gleisbauarbeiten, Restarbeiten in bereits bearbeiteten Abschnitten sowie Planungen, Prüfungen und Abstimmungen für weitere Bau- und Inbetriebnahmestufen.
Neue Stellwerke gehen Ende Januar in Betrieb
Ende Januar 2027 sollen die neuen elektronischen Stellwerke in Teutschenthal, Röblingen am See und Lutherstadt Eisleben in Betrieb gehen. Ebenfalls vorgesehen ist die Inbetriebnahme des neuen 740-Meter-Gleises in Röblingen am See.
Der Termin war ursprünglich früher angesetzt. Verzögerungen bei der Abnahme und Prüfung der Leit- und Sicherungstechnik haben ihn verschoben. Vor dem Start müssen sämtliche sicherheitsrelevanten Prüfungen vollständig und erfolgreich abgeschlossen sein. Die dafür notwendige Totalsperrung zwischen Angersdorf und Blankenheim soll am 29. Januar 2027 enden. Nach dem Ende der derzeitigen Totalsperrung soll die Strecke im weiteren Jahresverlauf 2027 befahrbar bleiben.
Weitere Totalsperrungen sind 2027 nicht vorgesehen. Vorübergehende Einschränkungen im Regionalverkehr werden dennoch erwartet. Fahrplanänderungen und Ersatzangebote werden derzeit geprüft; DB und Verkehrsunternehmen wollen rechtzeitig informieren. Ein bisserl Geduld wird also nötig sein.
Der weitere Zeitplan bis Eichenberg
Die geplanten Inbetriebnahmen verteilen sich nach dem derzeitigen Stand über mehrere Jahre:
- Angersdorf–Lutherstadt Eisleben: Januar 2027
- Lutherstadt Eisleben–Sangerhausen: Juni 2028
- Berga-Kelbra–Heringen: Juni 2029
- Sangerhausen–Berga-Kelbra: Dezember 2029
- Nordhausen–Bleicherode Ost: Dezember 2029
- Bernterode–Eichenberg: 2030
- Bleicherode Ost–Bernterode: 2031
Eichenberg liegt im Werra-Meißner-Kreis in Nordhessen, im Dreiländereck Hessen–Thüringen–Niedersachsen. Bis dorthin wird die Korridorsanierung schrittweise vorangetrieben. Ihr Ziel ist insbesondere die Erneuerung der Stellwerkstechnik auf der Ost-West-Verbindung: 33 mechanische und elektromechanische Stellwerke werden durch 14 elektronische Stellwerke ersetzt. Künftig sollen diese von Röblingen am See und Nordhausen aus bedient werden.
Zum Vorhaben gehören außerdem Arbeiten an den Gleisanlagen und der barrierefreie Ausbau des Bahnhofs Lutherstadt Eisleben. Parallel wird das Folgeprojekt „Flächennetz Halle (Saale)–Eichenberg“ vorbereitet. Stellwerkstechnik und Arbeiten am Flächennetz sollen teilweise gleichzeitig umgesetzt werden. Das Flächennetz umfasst unter anderem die Modernisierung von Verkehrsstationen und Anpassungen an Bahnsteigen. Die einzelnen Projektabschnitte sollen nach aktuellem Planungsstand zwischen 2028 und 2031 schrittweise in Betrieb gehen.
Die begleitende PDF im BauInfo Portal trägt den Titel „BauInfo Portal – Bauprojekt Korridorsanierung“ beziehungsweise „BauInfo Portal der Deutschen Bahn“. Sie umfasst 24 Seiten und enthält zahlreiche eingebettete Bilder. Laut Metadaten wurde die Datei am 28. September 2026 um 14:31:15 Uhr erstellt und geändert. Der übermittelte, komprimierte PDF-Datenstrom ist allerdings kein lesbarer Nachrichtenartikel; verlässliche Artikeltexte oder überprüfbare zusätzliche Sachinformationen lassen sich daraus nicht extrahieren.
