Ein Kochbuch bekommt den großen Auftritt: Christian Bau ist mit der „Goldenen Feder“ der Gastronomischen Akademie Deutschlands (GAD) ausgezeichnet worden. Die höchste Auszeichnung des Verbands erhielt der Drei-Sterne-Koch für sein Werk „Paris–Tokio“ im Rahmen des 60. kulinarisch-literarischen Wettbewerbs.

Überreicht wurde der Preis während der 78. Frankfurter Buchmesse im Hotel Meliá Frankfurt City. Mehr als 100 Gäste waren dabei, als GAD-Vizepräsident Sebastian Freiherr von Kloch-Kornitz und der geschäftsführende Vorstand Hans G. Platz die Goldene Feder an Christian Bau übergaben.

Ein Wettbewerb mit langer Tradition

Die Zahlen hinter der Veranstaltung sind ordentlich: Eine etwa 60-köpfige Jury bewertete 95 Genussbücher aus 30 europäischen Verlagen und Verlagsgruppen. Jede Publikation wurde von mindestens fünf Jurymitgliedern geprüft. Am Ende gingen 61 Auszeichnungen an Beteiligte kulinarischer Publikationen – eine Goldene Feder, 13 Goldmedaillen und 47 Silbermedaillen.

Selten ist vor allem die höchste Ehrung. In der 60-jährigen Wettbewerbsgeschichte wurde die Goldene Feder erst zum 24. Mal verliehen. Hans G. Platz verwies auf die seit 1960 bestehende Tradition des Wettbewerbs. Das Bewertungsverfahren, sagte er, trage zur Qualitätssicherung von Fach- und Genussbüchern bei und biete Buchhandel und Lesern Orientierung. Bruni Thiemeyer, Programmverantwortliche für Matthaes bei DK, betonte ebenfalls die Bedeutung und Kontinuität des Wettbewerbs für die Branche.

Warum „Paris–Tokio“? Die Jury hob die Verbindung französischer Haute Cuisine mit japanischer Kochtradition hervor – ebenso Präzision, handwerkliche Qualität und konzeptionelle Klarheit. In der Laudatio zitierte Autor und Kolumnist Dr. Christoph Wirtz Christian Bau: Seine Kochkarriere habe ihm Reisen, Begegnungen und besondere Erfahrungen ermöglicht. Das Buch sei mehr als eine Rezeptsammlung und gebe die Grundlage seiner Arbeit und kulinarischen Philosophie wieder. Es lege offen, was Bau über Jahrzehnte gelernt, verstanden und weiterentwickelt habe.

Von Apéro bis Dessert

Das Buch heißt vollständig „Paris Tokio – Weitergabe einer kulinarischen DNA“ und erschien am 30. April 2026 im Matthaes Verlag. Auf 352 Seiten versammelt Bau mehr als 60 Gerichte, darunter Signature Dishes, Grundrezepte und Techniken. Die Reise führt von Apéro bis Dessert; im Mittelpunkt stehen zwölf Signature Dishes, die seine kulinarische Entwicklung dokumentieren.

Auf den Seiten stehen unter anderem eine Croustade vom Rindertatar mit Räucheraalcreme und Kaviar, „Japanisches Meer“ und „Bau.Stein“. Dazu kommen zahlreiche Einblicke in Baus Arbeitsweise. Hochwertige Fotografien machen die Ausgabe zu einem umfassenden Arbeits- und Nachschlagewerk für Fachleute und ambitionierte Hobbyköche. Man blättert vermutlich nicht eben nebenbei darin – dafür riecht das Ganze schon beim Lesen zu sehr nach konzentrierter Küchenarbeit, nach Reduktion, Hitze und sauber gesetzten Aromen.

Die Küche, die das Buch beschreibt, verbindet die Grundlagen der französischen Haute Cuisine mit der Reduktion und Produktklarheit der japanischen Küche. Prägende Jahre verbrachte der aus Baden stammende Koch in der Schwarzwaldstube. 2025 feierte er außerdem das 20-jährige Bestehen seiner ununterbrochenen Drei-Sterne-Auszeichnung für das Restaurant „Victor’s Fine Dining by Christian Bau“ im Saarland.

Bibliografische Angaben:

  • Titel: Paris Tokio – Weitergabe einer kulinarischen DNA
  • Autor: Christian Bau
  • Verlag: Matthaes Verlag
  • Erscheinungsdatum: 30. April 2026
  • ISBN: 978-3-87515-164-8
  • Umfang: 352 Seiten
  • Ausstattung: hochwertige Ausgabe mit zahlreichen Fotografien

Ein Weg vom Ortenaukreis ins Saarland

Christian Bau wurde am 14. Januar 1971 in Offenburg-Zunsweier geboren. Seine Kochlehre absolvierte er in Achern. Es folgten 1991 das Hotel-Restaurant Talmühle in Sasbachwalden, bis 1992 der Grundwehrdienst im Offizierskasino in Achern und 1992 das Restaurant Le Canard in Offenburg. Ab 1993 arbeitete Bau in Harald Wohlfahrts Restaurant Schwarzwaldstube in Baiersbronn, später als Souschef. 1997 erwarb er den Meisterbrief.

Seit April 1998 ist Bau Küchenchef des Restaurants Victor’s Fine Dining by Christian Bau auf Schloss Berg in Perl-Nennig, das zuvor Victor’s Gourmet-Restaurant Schloss Berg hieß. Noch im selben Jahr erhielt das Restaurant den ersten Michelin-Stern, 2005 folgte der dritte. Damit zählt es zu den höchstbewerteten Restaurants Deutschlands.

Auch abseits des Herds wurde sein Weg vielfach gewürdigt. 1998 ernannte ihn die Zeitschrift Der Feinschmecker zum „Aufsteiger des Jahres“, 2005 zum „Koch des Jahres“. 2018 trat Bau erstmals in der TV-Reihe Kitchen Impossible auf. Im Oktober 2018 erhielt er das Bundesverdienstkreuz für seine Verdienste als „Meister der Kochkultur und kulinarischer Botschafter Deutschlands“.

Im März 2019 ernannte ihn das japanische Ministerium für Landwirtschaft, Forsten und Fischerei zum Ehrenbotschafter für die japanische Küche. Bau war der erste Deutsche und der dritte Europäer mit dieser Auszeichnung. Er ist außerdem Mitglied der Jury zur Vergabe der Walter-Scheel-Medaille sowie der Connaisseur-Vereinigung Les Amis de L’Art de Vivre Traditions & Qualité.

Bücher, Familie und ein kulinarischer Stil

„Paris Tokio“ steht nicht allein. Zu Baus Veröffentlichungen gehören Christian Bau: Das Kochbuch: Innovation durch Tradition (2004), Einblicke mit Michaela Axmann (2008), bau.stil. Entwicklung einer kulinarischen Handschrift mit Thomas Ruhl (2011), bau.steine (2018) und Einfach Bau: Sterneküche für zu Hause mit Sarah Bau (2025).

Bau war mit Yildiz Bau verheiratet, die bis 2020 den Restaurantservice leitete. Das Paar hat zwei Töchter. Seit 2024 ist er in zweiter Ehe mit Sarah Bau, geborene Hackenberg, verheiratet; sie arbeitet als Sous-Chefin in seinem Restaurant.

In der Liste der Küchenchefs, deren Restaurants im deutschsprachigen Raum mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet sind, wird Christian Bau mit Stand Juni 2026 geführt. Zwischen französischer Grundlage, japanischer Präzision und saarländischem Küchenalltag liegt dabei ein Weg, der nun auch zwischen zwei Buchdeckeln nachzulesen ist – mit 352 Seiten, mehr als 60 Gerichten und einer Goldenen Feder, die in Frankfurt für ordentlich Glanz sorgte.