Leicht bauen, mehr leisten: Unter diesem Titel lädt die Frankfurt University of Applied Sciences am 12. November 2026 zum Symposium „More with Less – Die Leichtigkeit des Bauens“ ein. Expertinnen und Experten aus Architektur und Bauingenieurwesen diskutieren dort, wie sich Ressourcen schonen, Kreisläufe schließen und der CO₂-Fußabdruck des Bauens verringern lässt. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Die Keynote übernimmt Prof. Dipl.-Ing. Thomas Auer vom Lehrstuhl für Gebäudetechnologie und klimagerechtes Bauen der TU München. Der dänische Architekt Anders Lendager spricht zum Abschluss über kreislaufgerechtes Bauen. Dazwischen geht es um Ideen, die ziemlich nah an der Baustellenpraxis liegen – und zugleich weit darüber hinausweisen.

Mehr Funktion, weniger Material

Die Fachbeiträge sind in die Themen „Mehr Funktion?“ und „Weniger Material!“ gegliedert. Vorgestellt werden unter anderem luftreinigende Textilfassaden, sogenannte „Anti-Nox-Fassaden“. Integrierte Wirkstoffe sollen schädliche Stickstoffverbindungen beziehungsweise Stickoxide neutralisieren.

Bei „Hydroskin“ stehen hydroaktive Gebäudehüllen im Mittelpunkt. Sie sollen Gebäude kühlen und zugleich das Stadtklima verbessern. Wie nachhaltiges digitales Bauen aussehen kann, zeigen Prof. Moritz Dörstelmann vom KIT und die FibR GmbH.

Das Institut für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren (ILEK) der Universität Stuttgart stellt wasserlösliche Zero-Waste-Schalungssysteme vor. Sie ermöglichen die abfallfreie Herstellung komplexer Betonleichtbauteile. Dazu kommen Beiträge zur Biomineralisierung von Abfallströmen und zu computergestützten Methoden für den Leichtbau.

Zehn Jahre Forschung in einer Ausstellung

Im Anschluss an das Symposium eröffnet am 12. November 2026 um 18 Uhr eine Ausstellung des Research Lab for Sustainable Lightweight Building Technologies (ReSULT). Sie gibt einen Überblick über zehn Jahre Forschungsarbeit zu nachhaltigem Leichtbau und ist bis zum 20. November 2026 zu sehen.

Zu den laufenden Projekten gehören textilbasierte Grünfassaden sowie Solartextilien für Plug-and-Play-Anwendungen, darunter „fabricGREEN“ und „3D-Solartextil“. Die abgeschlossenen Arbeiten reichen von „Adaptive Sun Skins“ über „WiFaPu“, ein Wickelverfahren für hochbewehrten Faserbeton am Beispiel eines Pumpensumpfes, bis zu „6dTEX“, dem 3D-Druck auf 3D-Textilien. Auch ausgeschäumte Leichtbauteile werden gezeigt.

Weitere Forschungsansätze beschäftigen sich mit Materialökologie und myzelbasierten Leichtbauweisen. Der Blick richtet sich dabei nicht nur auf das Material selbst, sondern ebenso auf Herstellungsprozesse und Gestaltungsmöglichkeiten. Das verbindet die klassischen Ziele des Leichtbaus – geringes Bauteilgewicht und hohe Funktionalität – mit Kreislauffähigkeit und CO₂-Reduktion.

Die Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen erkennt die Veranstaltung mit vier Fortbildungspunkten an. Anmeldung und Programm sind auf der Website der Frankfurt UAS unter www.frankfurt-university.de/result verfügbar. Der begleitende Artikel erschien in DBZ 10/2026.