Neue Rotkreuz-Ortsstelle in Hohenau nimmt Gestalt an
Auf dem Gelände nahe des Bauhofs in Hohenau an der March ist Bewegung: Beim Lokalaugenschein am 25. September 2026 waren Bohrer und Schrauber im Einsatz, daneben arbeitete ein Bagger. Das Bauprojekt der neuen Rotkreuz-Ortsstelle nimmt sichtbar konkrete Formen an.
Auch Bürgermeister Wolfgang Gaida (SPÖ) machte sich vor Ort ein Bild vom Baufortschritt. Vieles läuft noch über Arbeitsgeräusche, Material und Handgriffe – aber der künftige Standort ist bereits klar erkennbar.
24 Stunden für Hohenau und Umgebung
Die neue Rotkreuz-Dienststelle soll rund um die Uhr mit freiwilligen und angestellten Mitarbeitern besetzt sein. Zwei Einsatzfahrzeuge werden dafür bereitgestellt. Geplant ist ein durchgehender 24/7-Einsatzbetrieb des Rettungswagens vom Typ RTW-C.
Der Neubau soll moderne Arbeits- und Ruheräume bieten und damit auch für jene Menschen passen, die dort zu jeder Tages- und Nachtzeit Dienst versehen. Für die Bevölkerung in Hohenau und der Umgebung geht es vor allem um eine bessere Erreichbarkeit der Notfallhilfe. Die langfristige, verlässliche rettungsdienstliche Versorgung steht im Mittelpunkt.
Den Auftakt bildete ein Spatenstich mit Ehrengästen. Dabei waren unter anderem Nationalratsabgeordnete Angela Baumgartner und Hans Ebner, Präsident des Niederösterreichischen Roten Kreuzes. Bezirksstellengeschäftsführer Rene Göschl hob die Bedeutung des Vorhabens für die Rettungsdienstversorgung hervor.
Die Inbetriebnahme der neuen Ortsstelle ist noch für das Jahr 2026 geplant. Weitere Angaben zu Bauzeitplan und Kosten wurden nicht genannt.
Rettungsdienst braucht viele Zahnräder
Wie gut Notfallhilfe funktioniert, hängt nicht nur vom Einsatzfahrzeug ab. Gesundheitsministerin Diana Stolz betont im Zusammenhang mit Reformen des Gesundheitswesens die enge Abstimmung zwischen Krankenhäusern, dem ambulanten Sektor, dem bodengebundenen Rettungsdienst und der Luftrettung. Auch die Feuerwehren sind wichtige Partner – etwa bei Leitstellen und der Gefahrenabwehr.
Das hessische Rettungssystem, auf das Stolz verweist, umfasst 26 Rettungsdienstbereiche, rund 300 Rettungswachen, 25 Zentrale Leitstellen mit drei Einsatzleitsystemen und 24 Ärztliche Leitungen Rettungsdienst (ÄLRD). Dazu kommen vier Luftrettungszentren in Kassel, Fulda, Gießen und Frankfurt. Im vergangenen Jahr wurden dort rund 1,3 Millionen Einsätze in Notfallrettung und Krankentransport durchgeführt.
Zentrale beziehungsweise integrierte Leitstellen koordinieren dabei nicht nur medizinische Notfälle. Ihre Aufgaben reichen von Brand- und Umweltlagen über einen Massenanfall von Verletzten bis zu technischer Hilfe und Katastrophenschutz; künftig soll auch der Zivilschutz stärker berücksichtigt werden. Ihre Leistungsfähigkeit entscheidet mit darüber, wie rasch Hilfe eintrifft und Leben gerettet werden kann. LFV-Präsident Norbert Fischer unterstreicht deshalb die Bedeutung der Leitstellen für die Notfallversorgung und die Sicherheit der Menschen in Hessen.
Gefordert werden mehr Ausbildung und nachhaltige Strukturen, die sowohl die Notfallversorgung als auch die Arbeitsbedingungen der Einsatzkräfte verbessern. Künftige Regelungen sollen einen flexibleren Einsatz von Personal und Geräten ermöglichen. Vorgesehen sind außerdem eine virtuelle Vernetzung der Leitstellen für bereichsübergreifendes Arbeiten, Digitalisierung und datenbasierte Optimierung sowie die Anbindung App-basierter Ersthelfer-Systeme. Die Novellierung des Hessischen Rettungsdienstgesetzes (HRDG) zielt auf eine Qualitätssteigerung des Rettungsdienstes ab.
Stolz dankt den Mitarbeitern im Rettungsdienst und den ehrenamtlichen Feuerwehrkräften für ihr Engagement. In Hohenau wird währenddessen weiter gebohrt, geschraubt und gebaggert – bis aus dem Bauplatz nahe dem Bauhof eine besetzte Rotkreuz-Ortsstelle wird.
