Neuer Geh- und Radweg zwischen Neugersdorf und Seifhennersdorf nimmt Gestalt an
Ab 7. Oktober 2026 beginnen nördlich von Seifhennersdorf die vorbereitenden Arbeiten für einen rund 2,6 Kilometer langen Geh- und Radweg entlang der S 140. Die Landesdirektion Sachsen hatte den straßenbegleitenden Weg zwischen Neugersdorf und Seifhennersdorf bereits im Vorjahr genehmigt. Bauherrin ist die LISt GmbH im Auftrag des Freistaates Sachsen.
Für Autofahrer heißt das zunächst: Augen auf und ein wenig Geduld. Auf der S 140 kann es während der Vorarbeiten zeitweise Verkehrseinschränkungen geben. Die Fällarbeiten werden halbseitig und mit Ampelregelung ausgeführt. Die Vorarbeiten sollen im Frühjahr 2027 abgeschlossen sein, die Hauptbauarbeiten voraussichtlich ebenfalls im Frühjahr 2027 starten und etwa 1,5 Jahre dauern.
Erst Vermessung, Prüfung und Fällarbeiten
Bevor Bagger und Asphalt anrücken, werden die späteren Bauflächen vorbereitet. Dazu gehören die Vermessung und Absteckung des Baukorridors, Untersuchungen auf Altlasten und Kampfmittel sowie archäologische Erkundungen. Auch notwendige Gehölz- und Baumfällungen stehen an. Sie sollen unter Beachtung der Naturschutzvorgaben bis Ende Februar 2027 erledigt sein.
Bei der Kampfmittelsondierung werden verdächtige Stellen freigelegt und gesichert. Für die archäologische Prüfung entstehen an ausgewählten Punkten Suchabschnitte. Sollte dort etwas gefunden werden, sind Handschachtungen oder weitere Aushubarbeiten vorgesehen. Danach werden die Flächen wiederhergestellt – erst schauen, dann bauen, so läuft’s.
Bereits vom 1. Mai bis 30. Juni 2025 fanden auf mehreren Flurstücken in Seifhennersdorf Baugrunduntersuchungen statt. Grundstückseigentümer waren nach § 38 SächsStrG verpflichtet, diese Untersuchungen zu dulden. Die witterungsabhängigen Arbeiten wurden von Beauftragten der Straßenbauverwaltung beziehungsweise der LISt GmbH durchgeführt. Lagepläne und weitere Informationen stehen im Beteiligungsportal des Freistaates Sachsen zur Verfügung.
2,5 Meter Breite und eine sichere Querung
Der neue Weg wird 2,5 Meter breit. Er beginnt südlich von Neugersdorf am Höllengrundweg und verläuft parallel zur S 140 bis kurz vor Seifhennersdorf. In Neugersdorf soll er an einen bestehenden Radweg anschließen und damit eine durchgängige Radverkehrsverbindung zwischen beiden Orten schaffen.
Auf Höhe der Volksbadstraße ist eine Mittelinsel vorgesehen, damit Fußgänger und Radfahrer die Straße sicherer queren können. Zum Gesamtprojekt gehören außerdem die Umgestaltung an der S 104, eine sicherere Gestaltung von Kreuzungsbereichen und der barrierefreie Umbau von vier Bushaltestellen. Geplant sind zudem die Erneuerung von drei Durchlässen, der Ausbau der Kurvendurchfahrt am „Seifhennersdorfer Waldschlösschen“ sowie eine Neuregelung der Verkehrsführung an der Neugersdorfer Straße.
Für die Hauptbauphase ist voraussichtlich eine Vollsperrung geplant, möglichst während der sächsischen Sommerferien. Wann genau gesperrt wird, soll später bekannt gegeben werden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 3,8 Millionen Euro. Finanziert wird das Vorhaben aus dem von Deutschland bereitgestellten Sondervermögen Infrastruktur.
Teil des sächsischen Radwegeprogramms
Das Projekt gehört zum sächsischen „100-Kilometer-Radwege-Programm“. Es soll nicht nur den Radverkehr verbinden, sondern auch die Verkehrssicherheit und den Verkehrsfluss an der S 140 verbessern. Für Menschen, die täglich zwischen Neugersdorf und Seifhennersdorf unterwegs sind, liegt der praktische Nutzen ziemlich nah auf der Hand: mehr Platz abseits der Fahrbahn, sichere Querungen und Haltestellen, die auch mit Rollstuhl, Kinderwagen oder müden Beinen besser erreichbar sind.
Der Freistaat Sachsen will die Qualität und Sicherheit des Rad- und Fußverkehrs Schritt für Schritt verbessern. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf besseren Rahmenbedingungen für die kommunale Ebene. In Städten und Gemeinden sollen hochwertige Verkehrsverbindungen entstehen, weil sich dort die meisten relevanten Straßen und Wege in kommunaler Zuständigkeit befinden. Eine stärkere kommunale Radverkehrsförderung soll den Anteil der mit dem Fahrrad zurückgelegten Wege erhöhen und perspektivisch verdoppeln.
Für Austausch und Abstimmung gibt es mehrere Ebenen: Die Landesarbeitsgemeinschaft Radverkehr arbeitet als strategische Plattform auf Landesebene, regionale Arbeitsgemeinschaften stimmen konkrete Maßnahmen ab, und auf Kreisebene bestehen weitere Austauschplattformen. Diese Strukturen leben vom Interesse und Engagement der Beteiligten. Der Austausch über Radverkehrsthemen soll ein fahrradfreundliches Klima in Sachsen schaffen und die Entwicklung des Radverkehrs fördern.
Gerade mittlere und kleine Kommunen stoßen dabei allerdings mitunter an Grenzen, weil ihnen personelle Ressourcen fehlen und trotzdem viele Aufgaben gleichzeitig erledigt werden müssen. Die Arbeitsgemeinschaft sächsischer Kommunen zur Förderung des Rad- und Fußverkehrs e. V. (wegebund) unterstützt ihre Mitgliedskommunen deshalb bei vielfältigen Aufgaben und Handlungsfeldern im Bereich Rad- und Fußverkehr. An der S 140 wird jetzt zunächst vermessen, gesucht, geprüft und gefällt – bevor der neue Weg sichtbar in die Landschaft rückt.
