Thurgau überholt St. Gallen: Ostschweizer Hochbau erreicht 9,1 Milliarden Franken
Heute, am 2.10.2026, zeigt sich die Ostschweizer Bauwirtschaft ungewöhnlich kräftig. Von August 2025 bis Juli 2026 wurden geplante Hochbauinvestitionen von insgesamt 9,1 Milliarden Franken ausgewiesen. Gegenüber der Vorjahresperiode entspricht das einem Plus von 25,5 Prozent – eine Entwicklung, bei der selbst erfahrene Branchenleute zweimal hinschauen.
Die Zahlen beruhen auf ausgewerteten Baugesuchen aus den Kantonen St. Gallen, Graubünden, Thurgau, Schaffhausen, Glarus, Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden. Fünf der sieben Kantone meldeten steigende Investitionen. Getragen wurde das Wachstum sowohl vom Wohnbau als auch vom übrigen Hochbau.
Thurgau zieht an St. Gallen vorbei
Am deutlichsten legte der Kanton Thurgau zu. Mit einem Zuwachs von 49,8 Prozent erreichte er ein Bauvolumen von 3,02 Milliarden Franken. Damit löste der Thurgau St. Gallen erstmals als volumenstärksten Kanton der Bauregion Ostschweiz ab. Auf den Baustellen und in den Planungsbüros dürfte diese Verschiebung nicht unbemerkt geblieben sein.
Der Thurgau verzeichnete damit auch den grössten absoluten Zuwachs. Das Wachstum verteilt sich allerdings nicht gleichmässig über die Region. Prozentual stärker entwickelten sich Glarus mit einem Plus von 78,2 Prozent und Appenzell Innerrhoden mit 68,9 Prozent. Deren Bauvolumen ist allerdings deutlich kleiner.
Auch Graubünden und St. Gallen legen zu
Graubünden kam auf ein Plus von 20,2 Prozent. St. Gallen steigerte seine geplanten Investitionen um 12,3 Prozent, musste beim Volumenrang aber erstmals dem Thurgau den Vortritt lassen. Für die gesamte Bauregion ergibt sich damit ein Bild, das nicht nur von einem einzelnen Grosskanton geprägt wird: Wohnbau und übriger Hochbau schieben die Entwicklung gemeinsam an.
Für die Auswertung wurden die Baugesuche der sieben Kantone über den Zeitraum von August 2025 bis Juli 2026 betrachtet. Es geht also um geplante Investitionen, nicht um bereits fertiggestellte Gebäude. Zwischen Gesuch, Bewilligung, Baustart und Schlüsselübergabe liegen bekanntlich einige Meter – manchmal auch ein ziemlich langer Weg.
Für Bauunternehmen, Planende und Gemeinden bedeutet das zunächst viel Bewegung auf den Tischen: neue Projekte, volle Unterlagenmappen und Entscheidungen darüber, wo Wohnraum und andere Hochbauten entstehen sollen. Ob jedes angekündigte Vorhaben tatsächlich umgesetzt wird, zeigt sich erst später. Vorerst aber steht die Zahl im Raum: 9,1 Milliarden Franken geplante Hochbauinvestitionen in der Ostschweiz.
