Vom Rockwell-Werk zum Nordbau: In Aarau entstehen 122 Wohnungen im Aeschbachquartier
In Aarau ist am 8. Oktober 2026 der Grundstein für den Nordbau im Aeschbachquartier gelegt worden. Mobimo Holding AG setzt damit die letzte Ausbauphase des Quartiers direkt beim Bahnhof in Gang. Im ehemaligen Rockwell-Produktionsgebäude entsteht ein Um- und Erweiterungsbau mit 122 Mietwohnungen und zusätzlicher Gewerbefläche.
Nach der Fertigstellung und dem Bezug des Hof- und Hallenhauses ist der Nordbau der nächste datierte Meilenstein in der Entwicklung des Aeschbachquartiers. Teile der bestehenden Betonstruktur und der früheren Industriegebäude bleiben erhalten. Die alte Bausubstanz soll die Geschichte des Areals sichtbar bewahren, graue Energie einsparen und zugleich neuen Wohnraum schaffen.
Wohnen im früheren Produktionsgebäude
Geplant sind Wohnungen in unterschiedlichen Grössen und Ausstattungen: kompakte Einheiten für Einzelpersonen ebenso wie grössere Wohnungen für Familien. Im Erdgeschoss kommt eine ergänzende Gewerbenutzung hinzu. Insgesamt sind knapp 200 Quadratmeter vermietbare Gewerbefläche vorgesehen.
Das an einen bestehenden Turm angebaute Gebäude verbindet damit Wohnen und Gewerbe. Die Pläne stammen von Schneider & Schneider Architekten aus Aarau; die Visualisierung kommt ebenfalls von Schneider & Schneider, Aarau. Mobimo vergab den Totalunternehmerauftrag für das Umbau- und Erweiterungsprojekt an Implenia. Vorausgegangen war eine gemeinsame Planungsphase mit «Design to Cost»-Ansätzen. Implenia bringt dabei Erfahrung im Neubau und in der Modernisierung ein.
Geplant wird mit BIM- und LEAN-Methoden. Klingt zunächst nach viel Baustellenjargon, bedeutet hier aber vor allem: Abläufe und Kosten sollen bereits in der Planung eng zusammenspielen. Der Erhalt von Teilen der Betonstruktur macht das Vorhaben zusätzlich zu einer Mischung aus Weiterbauen und Neubeginn.
Minergie-ECO, Photovoltaik und Fernwärme
Der Nordbau soll den Standard Minergie-ECO vollständig erfüllen. Dabei geht es nicht nur um Energieeffizienz, sondern auch um ökologische Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und gesundheitliche Aspekte. Auf den Dächern sind Photovoltaikanlagen vorgesehen, geheizt werden soll über einen Anschluss an die Fernwärme.
Auch rund um das Gebäude tut sich etwas: Naturnah gestaltete Aussenräume mit heimischen Pflanzen sowie neue Fuss- und Veloverbindungen sind geplant. Ein bisschen Grün zwischen ehemaliger Industrie und neuen Wohnungen – das passt zum Wandel des Areals, ohne seine Vergangenheit einfach glattzubügeln.
Vermietung beginnt Anfang 2028
Die Vermietung der Wohnungen soll Anfang 2028 starten. Fertigstellung und Bezug sind für die zweite Hälfte 2028 vorgesehen. Die Mieterträge aus dem Projekt entstehen daher erst nach der Fertigstellung; der operative Beitrag liegt zeitlich noch vor Mobimo – erst wird gebaut, dann klingelt die Kasse.
Mobimo Holding AG ist in den Bereichen Immobilien und Immobilienentwicklung tätig. Das Unternehmen verfügt laut EQS News über ein Immobilienportfolio im Wert von rund 4,3 Milliarden Franken und beschäftigt rund 180 Mitarbeitende. In den Angaben zur Gesellschaft werden zudem 171 Vollzeitkräfte genannt. Der Auftraggeber des Nordbaus arbeitet damit an einem Projekt, das sich in eine grössere Entwicklungspipeline einfügt, aber in Aarau sehr konkret wird: Beton, Gerüste, neue Wege – und ab 2028 Wohnungen.
Mobimo-Aktie am 16. Oktober 2026
Für Anleger bleibt der Nordbau zunächst ein Zukunftsthema. Am 16. Oktober 2026 um 13:46 Uhr lag die Mobimo-Aktie bei Lang & Schwarz bei 359,50 Euro. Der Börsenwert wurde mit 2,5 Milliarden CHF angegeben, die 52-Wochen-Spanne reichte von 322,50 bis 406,00 CHF. Die Heimatbörse des Unternehmens ist die SIX.
Wichtig beim Blick auf diese Zahlen: Die Kursangabe ist in Euro, der Börsenwert und die 52-Wochen-Spanne sind in Schweizer Franken ausgewiesen. Es handelt sich also um unterschiedliche Währungen. Der Nordbau selbst liefert vorerst keinen laufenden Mietertrag, markiert aber einen klar terminierten Schritt in Mobimos Entwicklung – mitten in Aarau, gleich beim Bahnhof.
