Wenn der Milliarden-Deal im Binärcode stecken bleibt
Am 25.09.2026 führt eine Recherche unter dem Titel „TKMS-Aktie: Acht-Milliarden-Deal zur Unterschrift bereit“ zunächst in eine Sackgasse. Der gelieferte Text der Quelle enthält keine lesbaren und überprüfbaren Nachrichteninformationen. Statt eines verständlichen Berichts liegen offenbar binär codierte oder beschädigte Daten vor. Was genau hinter dem angekündigten Deal steckt, lässt sich daraus nicht seriös ableiten.
Gerade bei einem Bauprojekt oder einem Vorhaben mit Milliardenbezug ist das kein kleines Detail. Eine beschädigte Datei, eine falsche Zeichenkodierung oder ein Übertragungsfehler kann aus einem scheinbar klaren Bericht einen unlesbaren Datenblock machen. Zahlen, Namen und Vertragsangaben wären dann nicht belastbar – und sollten nicht einfach geraten werden.
Wenn Informationen nur noch aus Nullen und Einsen bestehen
Computer verarbeiten Informationen als Binärzahlen aus 0 und 1. Informationskodierung wandelt Texte, Bilder, Audio und Video in computerverarbeitbare sowie speicherbare Formate um. Dabei geht es um Darstellung, effiziente Speicherung und eine möglichst sichere, fehlerfreie Übertragung. Kodierung spielt in Datenbanken, Netzwerken, Dateisystemen, Webanwendungen, bei E-Mail-Verschlüsselung und in der Compliance eine Rolle. Eine falsche Kodierung kann Datenverlust, Sicherheitslücken und Kompatibilitätsprobleme verursachen.
Der älteste und am häufigsten verwendete Binärcode zur Darstellung ganzer Zahlen ist der Dualcode. Er wurde bereits Anfang des 18. Jahrhunderts beschrieben. Mit 10 Bits lassen sich Dezimalzahlen von 0 bis 1023 darstellen, denn 210 − 1 ergibt 1023. Wie viele Bits verwendet werden, wird festgelegt; üblich sind 1 Byte mit 8 Bits sowie 2, 4 oder 8 Bytes.
Beim BCD-Code wird jede Dezimalziffer von 0 bis 9 mit 4 Bits codiert. Zulässige Bitmuster reichen von 0000 bis 1001; der Code heißt deshalb auch 8-4-2-1-Code. Der von IBM entwickelte EBCDIC-Code ist eine 8-Bit-Zeichencodierung auf Grundlage des BCD-Codes. Er kann Groß- und Kleinbuchstaben, Sonderzeichen sowie die Ziffern 0 bis 9 darstellen und wird fast ausschließlich auf Großrechnern eingesetzt.
Der ASCII-Code – „American Standard Code for Information Interchange“ – codiert Zeichen einschließlich englischer Sonderzeichen mit 7 Bits und ermöglicht 128 verschiedene Zeichen. Bei byteorientierter interner Verarbeitung wird das zusätzliche, nicht benötigte Bit üblicherweise mit 0 belegt. Der Maschinencode wiederum ist direkt vom Prozessor ausführbar und durch den Befehlssatz des jeweiligen Prozessortyps festgelegt. Er enthält stets einen Opcode und gegebenenfalls weitere Angaben, etwa Adressen, Literale oder Registerangaben. Struktur und Feldgrößen sind exakt definiert, beispielsweise 8 Bits für den Opcode, 16 Bits für Adressen und 4 Bits für Registerangaben.
Von ASCII bis Unicode
ASCII ist seit 1963 standardisiert, nutzt 7 Bit pro Zeichen und umfasst die Werte 0 bis 127. Enthalten sind Buchstaben, Ziffern, Steuer- und Sonderzeichen. Großbuchstaben liegen bei 65 bis 90, Kleinbuchstaben bei 97 bis 122, Ziffern bei 48 bis 57; zwischen Groß- und Kleinbuchstaben liegen 32 Werte.
Extended ASCII verwendet 8 Bit und umfasst 256 Zeichen. Die Werte 128 bis 255 wurden unter anderem für ä, ö, ü, é und ñ genutzt. Unterschiedliche Codepages wie ISO-8859-1 und Windows-1252 führten allerdings zu Kompatibilitätsproblemen. Unicode ist seit 1991 in Entwicklung und umfasst mehr als 149.000 Zeichen aus weltweiten Schriftsystemen sowie Emojis. Die ersten 128 Unicode-Zeichen sind mit ASCII identisch.
UTF-8 ist ASCII-kompatibel, nutzt 1 bis 4 Bytes pro Zeichen und laut Quelle rund 98 Prozent der Websites. ASCII-Zeichen benötigen 1 Byte, weitere Unicode-Bereiche 2 bis 4 Bytes. UTF-16 verwendet 2 bis 4 Bytes, ist nicht ASCII-kompatibel und kommt unter anderem in Windows, Java und JavaScript zum Einsatz. UTF-32 nutzt immer 4 Bytes pro Zeichen, ist ebenfalls nicht ASCII-kompatibel und benötigt vor allem für interne Verarbeitung viel Speicher.
Für UTF-8 sprechen die ASCII-Abwärtskompatibilität, der geringe Speicherbedarf bei englischem Text, das Fehlen von Byte-Reihenfolge-Problemen wie bei UTF-16 und UTF-32 sowie die Unterstützung aller Unicode-Zeichen. „A“ wird als 0x41 in 1 Byte codiert, „ä“ als 0xC3 0xA4 in 2 Bytes, „€“ als 0xE2 0x82 0xAC in 3 Bytes und „😀“ als 0xF0 0x9F 0x98 0x80 in 4 Bytes.
Weitere Verfahren verschieben Werte oder verteilen sie anders: Der Exzesscode ermöglicht die Umwandlung vorzeichenbehafteter Zahlen in Binärcode, hauptsächlich durch eine Verschiebung des Wertebereichs. Der Stibitz-Code ist ein komplementärer BCD-Code, auch Exzess-3-Code genannt, und codiert die Dezimalziffern 0 bis 9. Der Aiken-Code ist ebenfalls ein komplementärer BCD-Code, ordnet jeder Dezimalziffer 4 Bits zu und unterscheidet sich vom BCD-Code durch die Gewichtung der einzelnen Bits.
Beim 1-aus-n-Code, auch 1-aus-10-Code genannt, ist jeweils genau ein Bit gleich 1. Die Quersumme des Bitmusters beträgt daher immer 1. Theoretisch wären bei n Bits bis zu 2n verschiedene Zahlen darstellbar, weshalb der Code als ineffizient gilt. Ein anschauliches Beispiel sind Lochkarten mit rein numerischen Daten, bei denen jeweils eine Lochposition von 0 bis 9 verwendet wurde.
Der Gray-Code ist ein stetiger beziehungsweise einschrittiger Code: Benachbarte Werte unterscheiden sich immer nur in einem Bit. Kleine Ungenauigkeiten beim Auslesen führen dadurch nicht unmittelbar zu Fehlinformationen – praktisch, wenn ein Sensor nicht ganz sauber liest.
Codes auf Baustellen, in Dateien und im Netz
Binärkodierung stellt Daten als Folgen von Bits und Bytes dar und bildet die Grundlage aller digitalen Kodierungen. Bei Barcodes werden Informationen als Muster aus Linien gespeichert und optisch gelesen. EAN-13 ist ein 13-stelliger Produktcode, bei dem jede Ziffer durch sieben Striche codiert wird. UPC-A nutzt 12 Stellen. Code 128 unterstützt alle ASCII-Zeichen und wird unter anderem in der Logistik verwendet; Code 39 ist ein industrieller, alphanumerischer Code.
QR-Codes arbeiten zweidimensional und fehlertolerant. Sie können bis zu 7.089 Ziffern, 4.296 Zeichen oder 2.953 Bytes aufnehmen. Die Fehlerkorrekturstufen liegen bei L mit 7 Prozent, M mit 15 Prozent, Q mit 25 Prozent und H mit 30 Prozent. Drei Positionsmarker erlauben die Erfassung aus verschiedenen Richtungen. In QR-Codes können URLs, Texte, Kontaktdaten, WLAN-Zugangsdaten und Bitcoin-Adressen stecken; ihre Bestandteile sind Positionsmarker, Datenmodule, Fehlerkorrektur und Formatinformationen.
Auch Bilder, Ton und bewegte Aufnahmen hängen an solchen Übersetzungen. Bilder werden als Pixelmatrix gespeichert: 1 Bit steht für Schwarz-Weiß mit 2 Farben, 8 Bit für 256 Farben, 24 Bit für rund 16,7 Millionen Farben mit jeweils 8 Bit für Rot, Grün und Blau, 32 Bit für True Color plus Alpha-Transparenz. Ein unkomprimiertes Full-HD-Bild mit 1.920 × 1.080 Pixeln und 24 Bit benötigt ungefähr 6 MB.
Audio wird durch Sampling digitalisiert. In festen Zeitabständen wird die Amplitude gemessen und als Zahl gespeichert. Telefonqualität bedeutet 8 kHz, 8 Bit, Mono und 64 kbit/s – etwa 0,5 MB pro Minute. CD-Qualität arbeitet mit 44,1 kHz, 16 Bit, Stereo und 1.411 kbit/s, also etwa 10 MB pro Minute. Im Studio sind 96–192 kHz, 24 Bit und mindestens zwei Kanäle üblich; ab etwa 4.600 kbit/s fallen ungefähr 35 MB pro Minute an. Video wird als Folge von Bildern codiert.
Fehler können mit einem Paritätsbit erkannt werden. Es macht die Anzahl der Einsen gerade oder ungerade
