Ersatzteile bestellen, wenn die Werkstatt schon geschlossen hat? Für Kunden von Kubota, Kverneland und Vicon soll das in Deutschland künftig leichter werden. Die Kubota Group startet ihre E-Commerce-Plattform „Terrako“ im September 2026 auch hierzulande. Erreichbar ist der digitale Marktplatz ab September 2026 unter de.terrako.com – per Computer, Tablet oder Smartphone, rund um die Uhr.

Das Angebot richtet sich an Landwirte, Bauunternehmen, Landschaftsgärtner beziehungsweise Fachkräfte der Landschaftspflege und Privatkunden. Bestellt werden Originalersatzteile sowie Lizenzen für Landmaschinen, Landschaftspflegegeräte, Baumaschinen und Anbaugeräte. Der Kauf läuft online über autorisierte, teilnehmende Vertragshändler. Nach Großbritannien und Frankreich ist Deutschland das nächste Land, in dem Terrako an den Start geht.

Ersatzteil finden, Foto hochladen, bestellen

Bei Kubota-Maschinen lässt sich ein passendes Teil über die Teilenummer oder das Maschinenmodell suchen. Technische Explosionszeichnungen helfen zusätzlich bei der Identifikation. Für Kubota-Anbaugeräte sowie Geräte von Kverneland und Vicon gibt es die bildbasierte Funktion „Smart Search“: Der Nutzer lädt ein Foto hoch, woraufhin die Plattform passende Ersatzteile vorschlägt. Ein kleiner Schritt, der im Alltag manches Rätselraten vor dem offenen Maschinenkasten ersparen kann.

Teilnehmende Vertragshändler sehen die Ersatzteilverfügbarkeit in Echtzeit. Kunden können kostenlos ein Online-Konto anlegen und einen oder mehrere Händler als Favoriten speichern. Damit erhalten sie Informationen zu verfügbaren Teilen und den angebotenen Serviceleistungen. Kubota-Kunden können außerdem ihren Maschinenpark registrieren. So sollen passende Ersatzteile schneller gefunden und spätere Bestellungen effizienter abgewickelt werden.

Bezahlt wird online per Kreditkarte über Stripe. Nach der Bestellung verschickt Terrako eine Bestätigungs-E-Mail. Je nach Angebot des ausgewählten Händlers können die Ersatzteile vor Ort abgeholt oder an einen gewünschten Ort geliefert werden. Praktisch, wenn die Maschine gerade irgendwo draußen steht und nicht einfach mal eben in die Stadt rollen kann.

Digitaler Marktplatz, persönlicher Händler

Terrako soll das Kubota-Händlernetz digital ergänzen, nicht ersetzen. Die Händler bleiben zentrale Ansprechpartner: Sie bearbeiten Bestellungen, übernehmen deren Nachverfolgung, bringen technisches Fachwissen ein und betreuen die Kunden. Genau diese Verbindung aus digitalem Zugang und persönlicher Beratung gehört zum Konzept der Plattform.

Die kostenlose Registrierung steht gewerblichen und privaten Kunden offen, die Originalteile über das autorisierte Händlernetz bestellen möchten. Terrako betreibt außerdem eigene Social-Media-Kanäle, unabhängig von den Unternehmenskanälen der Kubota Group, auf LinkedIn, Facebook und Instagram.

Digitalisierung unter Druck

Der Schritt kommt in eine Zeit, in der die Landtechnik an mehreren Fronten gefordert ist: volatile Märkte, steigender Kosten- und Effizienzdruck, Fachkräftemangel und neue regulatorische Anforderungen machen Planung und Entwicklung schwieriger. Unternehmen müssen Entwicklungen vorhersehen, produzieren und neue Produkte entwickeln – und wissen dabei nicht immer, welche Richtung der Markt als Nächstes einschlägt.

Eine Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA beschreibt Digitalisierung, künstliche Intelligenz und Automatisierung als Möglichkeiten, Abläufe zu verbessern, Produkte weiterzuentwickeln und digitale Dienste anzubieten. Für Landtechnikunternehmen geht es dabei etwa um effizientere Abläufe, flexiblere Produktionssysteme, selbstständige Maschinenfunktionen und digitale Kundenangebote.

Entscheidend bleibt allerdings der wirtschaftliche Nutzen. Das Whitepaper „Landtechnik im Wandel: Digitale Lösungen als Antwort auf Fachkräftemangel, volatile Märkte und Kostendruck“ untersucht, wie Unternehmen der Landwirtschaft Digitalisierung und künstliche Intelligenz einsetzen können, um wirtschaftliche Chancen zu nutzen. Im Mittelpunkt stehen konkrete Beispiele aus Geschäftsprozessen, intelligenter Produktion sowie digitalen und vernetzten Landmaschinen. Sie zeigen Wege, Effizienz zu steigern, Risiken zu senken, Wettbewerbsvorteile zu schaffen und neue digitale Services sowie Geschäftsprozesse zu entwickeln.