Heidelberg Materials kauft NCC-Geschäft in Skandinavien trotz Gegenwind für die Aktie
Die Heidelberg-Materials-Aktie bekam am Freitag Rückenwind, obwohl die Analysten ihre Kursziele teilweise zurücknahmen. Der Kurs schloss bei 142,60 Euro – ein Tagesplus von 1,4 Prozent. Seit Jahresbeginn steht allerdings ein Verlust von 36 Prozent zu Buche. Das fühlt sich für Anleger trotz des kleinen Tagesgewinns eher nach zähem Gegenwind an.
Deutsche Bank Research senkte das Kursziel von 220 auf 210 Euro, bestätigte aber die Einstufung „Buy“. Analyst Jon Bell rechnet für das europäische Geschäft im dritten Quartal 2026 mit einem organischen Wachstum von rund 2 Prozent. RBC Capital Markets verwies zugleich auf Kosteninflation, schwächere Aussichten für die Wohnungsbaunachfrage und ungünstige Witterungsbedingungen im dritten Quartal.
Skandinavisches Geschäft mit NCC
Parallel zur Debatte über Nachfrage und Kosten hat Heidelberg Materials eine Vereinbarung mit NCC getroffen. Dabei geht es um die Übernahme von Zuschlagstoff- und Asphaltaktivitäten in Schweden und Norwegen. Der Unternehmenswert der übernommenen Geschäftsteile liegt auf barer und schuldenfreier Basis bei rund 5,5 Milliarden schwedischen Kronen.
Der Deal ist Teil einer umfassenderen Neuordnung der NCC-Sparte Industry. Das Gesamtvolumen dieser Neuordnung beträgt 8,2 Milliarden schwedische Kronen. CRH übernimmt im selben Rahmen die NCC-Einheiten in Dänemark und Finnland. Der Abschluss steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen; NCC erwartet ihn in der zweiten Jahreshälfte 2027. Bis dahin bleibt also noch einiges an Papierkram liegen.
RBC hebt Einstufung an
RBC senkte das Kursziel für Heidelberg Materials zwar von 217 auf 211 Euro, stufte die Aktie zugleich aber auf „Outperform“ hoch. Zwei Häuser, zwei leicht unterschiedliche Begründungen – und ein Kurs, der mit 142,60 Euro deutlich unter beiden Zielmarken liegt.
Der nächste feste Termin steht bereits im Kalender: Heidelberg Materials veröffentlicht die Zahlen zum dritten Quartal am 4. November 2026. Dann dürfte sich zeigen, wie stark sich die genannten Belastungen tatsächlich in den Geschäftszahlen niederschlagen.
Breites Geschäftsfeld im Konzern
Die Unternehmenswebsite führt Heidelberg Materials als international aufgestellten Konzern mit Standorten in Europa, Nordamerika, Asien-Pazifik sowie im Afrika-Mittelmeerraum-Westasien. Das Portfolio reicht von Zement und Zuschlagstoffen über Transportbeton und Asphalt bis zu Konzernservice und Handel. Die nun vereinbarten Aktivitäten in Schweden und Norwegen passen damit in ein Geschäftsfeld, das bereits zu den zentralen Bereichen des Konzerns gehört.
Auf der Website finden sich außerdem Informationen zu Unternehmensprofil, Strategie, Führung, Governance, Compliance und Menschenrechten. Hinzu kommen Geschichte, Publikationen sowie Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichte. Auch Beschaffung, Lieferanten und verantwortungsvolle Beschaffung werden als eigene Themenbereiche geführt.
Bei den Produkten nennt Heidelberg Materials unter anderem die nachhaltigen Angebote evoZero und evoBuild. Digitalisierung, Forschung, Entwicklung und Innovation gehören ebenfalls zur Konzernübersicht. Für Anleger sind Investor Relations, Finanzberichte, die Hauptversammlung 2026, die Aktie, Anleihen und Ratings gebündelt abrufbar.
Daneben verweist die Übersicht auf Nachhaltigkeit, Dekarbonisierung, CCUS und Kreislaufwirtschaft sowie auf ökologische und gesellschaftliche Verantwortung. Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, Vielfalt und Talentmanagement stehen ebenfalls auf der Themenliste – ebenso Karriere sowie Presse- und Medienangebote. Konkrete Nachrichten oder zusätzliche Unternehmensentwicklungen beschreibt diese Navigationsübersicht allerdings nicht.
