Bayerns Getreidepreise geraten unter Druck, während die Maisernte Fahrt aufnimmt
Heute, am 30.09.2026, stehen die bayerischen Erzeugerpreise unter Druck. Schwächere Kurse am Terminmarkt haben den Weizen zurückgesetzt, viele Landwirte halten sich mit Verkäufen deshalb erst einmal zurück. Bei Raps zeigt die Kurve ebenfalls leicht nach unten, trotzdem werden durchschnittlich rund 515 €/t zur Absicherung von Teilmengen genutzt. Der Schwerpunkt liegt derweil draußen auf den Feldern: Körnermais wird geerntet, die Trocknung hat mehrheitlich bereits begonnen.
Die Angaben des Bayerischen Bauernverbands beziehen sich auf Preismeldungen vom 29.09.2026, auf Euro je Tonne ohne Mehrwertsteuer und frei Lager des Erfassers. Nassmais auf Basis von 30 % Feuchte kostete etwa 150 €/t. Für Körnermais und Sojabohnen beziehen sich die genannten Preise auf die Ernte 2024.
Weizen, Gerste und Mais im bayerischen Preisbild
Beim E-Weizen lag der bayerische Mittelwert bei 213,50 €/t. In der Vorwoche waren es 212,17 €/t, im Vorjahr 201,33 €/t. Anders die übrigen Weizenkategorien: A-Weizen kam auf 198,50 €/t nach 201,08 €/t in der Vorwoche und 174,54 €/t im Vorjahr. In Südbayern wurden 190–210 €/t, im Mittel 199,00 €/t, genannt; Nordbayern meldete 190–205 €/t und einen Mittelwert von 197,50 €/t.
B-Weizen kostete durchschnittlich 192,63 €/t, nach 197,04 €/t in der Vorwoche und 165,23 €/t im Vorjahr. Südbayern lag bei 180–200 €/t, im Mittel bei 192,06 €/t, Nordbayern bei 185–200 €/t und 193,75 €/t im Mittel. Brotroggen gab geringfügig auf 172,94 €/t nach, gegenüber 173,61 €/t in der Vorwoche; im Vorjahr waren es 151,06 €/t. Südbayern erreichte 170–180 €/t, im Mittel 173,90 €/t, Nordbayern 167–175 €/t und 171,75 €/t.
Bei der Braugerste ging es leicht aufwärts: 198,00 €/t standen 197,00 €/t in der Vorwoche und 175,92 €/t im Vorjahr gegenüber. Die regionale Spanne reichte in Südbayern von 185–205 €/t, der Mittelwert lag bei 199,40 €/t. Nordbayern meldete ebenfalls 185–205 €/t, allerdings mit einem Mittel von 196,25 €/t. Futtergerste lag bei 174,25 €/t, nach 174,00 €/t in der Vorwoche und 154,15 €/t im Vorjahr. Südbayern: 160–180 €/t, Mittel 174,88 €/t. Nordbayern: 167–180 €/t, Mittel 173,00 €/t.
Futterweizen wurde mit 183,33 €/t bewertet, verglichen mit 182,78 €/t in der Vorwoche und 149,36 €/t im Vorjahr. Südbayern kam auf 175–190 €/t und 182,78 €/t im Mittel, Nordbayern ebenfalls auf 175–190 €/t, dort aber mit einem Mittel von 185,00 €/t. Qualitätshafer blieb mit 141,30 €/t unverändert zur Vorwoche; für Südbayern wurden 130–150 €/t genannt. Futterhafer stieg minimal von 137,38 €/t auf 137,50 €/t, die südbayerische Spanne lag bei 127,50–147 €/t.
Der Körnermais erreichte 244,56 €/t. Vergleichswerte zur Vorwoche oder zum Vorjahr wurden nicht angegeben. Für Südbayern lautete die Spanne 235–260 €/t. Triticale blieb mit 164,83 €/t exakt auf dem Vorwochenniveau und lag über dem Vorjahreswert von 148,64 €/t. Südbayern meldete 155–170 €/t, im Mittel 163,00 €/t; Nordbayern 160–170 €/t und 166,67 €/t.
Ölsaaten: Raps hält sich, Soja etwas schwächer
Der Rapsmittelwert lag bei 514,90 €/t. In der Vorwoche waren es 517,17 €/t, im Vorjahr 435,90 €/t. Südbayern bewegte sich zwischen 505 und 525 €/t. Sojabohnen gaben von 492,30 €/t auf 488,20 €/t nach; die südbayerische Spanne lag bei 485–499 €/t.
Futtererbsen legten dagegen deutlich zu: 192,50 €/t nach 181,67 €/t in der Vorwoche. Aus Südbayern wurden 180–200 €/t, im Mittel 191,67 €/t, gemeldet. Ackerbohnen standen bei 185,67 €/t; weitere Vergleichswerte wurden nicht angegeben. Rohdinkel kostete 229,33 €/t, in Südbayern reichte die Spanne von 214–240 €/t, der Mittelwert lag bei 229,67 €/t.
Am Münchner und Landshuter Großhandelsplatz wurden am 23.09.2026 keine Getreidepreise notiert. Die betreffende Übersicht umfasst Großhandelspreise für Getreide, Mühlenprodukte, Futtermittel und Ölsaaten sowie die Rubriken Raps, Weizen, Rapsschrot, Mais und Brotweizen. Verlinkt sind außerdem Notierungen vom 30.09.2026, 16.09.2026, 09.09.2026, 02.09.2026 und 26.08.2026.
Der größere Markt bleibt gut versorgt
Ein Blick auf den deutschen Getreidemarkt im Oktober 2025 zeigt, warum die Stimmung trotz einzelner höherer Vorjahresabstände gedrückt blieb. Damals wurden die Weizenpreise gegenüber der Vorwoche leicht gesenkt, kurzfristig war keine Aufwärtsbewegung bei den Erzeugerpreisen zu erwarten. Hochwertige Weizenpartien erzielten wegen der guten Verfügbarkeit nur geringe Aufgelder von etwa 5 €/t, Brotweizen wurde mit etwa 150–170 €/t gehandelt. Der Kassamarkt blieb ruhig, und auch Vorkontrakte für die Ernte 2026 stießen auf wenig Interesse.
Der Internationale Getreiderat erwartete eine weltweite Weizenproduktion von 818 Mio. t bei ebenfalls 818 Mio. t Nachfrage. Angebot und Nachfrage galten damit als ausgeglichen. Für die EU wurden 280 Mio. t Getreide veranschlagt – ein komfortables Angebot. Lagerbestände puffern kurzfristige Engpässe ab und stützen die Preisstabilität. Gleichzeitig zeigte der Terminmarkt für spätere Weizenlieferungen eine leicht positive Tendenz: Ende 2025 lagen die Erwartungen bei etwa 190 €/t, für den Mai-Kontrakt 2026 bei etwa 196 €/t.
Diese Terminkurve deutete auf eine mittelfristige Verknappung oder steigende Nachfrage hin, während der Kassamarkt gedämpft blieb. Ob die Preise nach dem Jahreswechsel tatsächlich anziehen, war wegen hoher Ernteerwartungen für Argentinien und Australien offen. Dazu kamen eine erwartete steigende Weizenproduktion in der EU, politische und handelspolitische Unsicherheiten – unter anderem US-Zölle und Schwankungen im globalen Handel – sowie steigende Energie-, Düngemittel- und Logistikkosten.
Auch der Rapsmarkt wurde im Oktober 2025 als ruhig, zuletzt aber leicht erholt beschrieben. Spotpreise lagen bei etwa 466 €/t. Die gestiegene EU-Rapsernte konnte das Angebot ausweiten; zugleich lag das Verhältnis von Raps- zu Weizenpreis bei etwa 2,6 und damit deutlich über dem Durchschnitt. Für den Fruchtwechsel blieb Raps dadurch attraktiv. Am Terminmarkt wurden für die kommenden Monate steigende Rapskurse erwartet, möglicherweise wegen höherer Nachfrage oder einer Angebotsverknappung.
Für landwirtschaftliche Betriebe blieb das Umfeld anspruchsvoll: Das Angebot war reichlich, die Preise gedrückt, und Produktionsausweitung sowie Lagerbestände erschwerten kurzfristige Sprünge nach oben. Mittelfristig ließ die Terminmarktstruktur eine Erholung erkennen. Kostenoptimierung und flexible Vermarktung gewannen angesichts der Belastungen an Gewicht – keine Kleinigkeit, wenn Diesel, Dünger und Transport gleichzeitig teurer werden.
Vergleichswerte aus Hessen
Die LLH-Notierungen für Getreide und Raps in Hessen vom 14.10.2025 zeigen ein niedrigeres
