Am 30. September 2026 bleibt Kakao ein Rohstoff mit kräftigen Ausschlägen. Im August lag der durchschnittliche Handelspreis für eine Tonne Kakao laut Statista bei rund [Wert im Artikel ausgeblendet] US-Dollar beziehungsweise etwa [Wert im Artikel ausgeblendet] Euro. Gegenüber dem Vormonat war der Preis gestiegen.

Der Blick auf die Jahresdurchschnittspreise zeigt seit 2005 eine Erhöhung des Kakaopreises. Ausschläge nach oben und unten sind dabei keine Seltenheit. Eine Rolle spielen unterschiedliche Ernteerträge ebenso wie die politische Lage in den Herkunftsländern – zwei Faktoren, die am Rohstoffmarkt gern gemeinsam für Unruhe sorgen.

Westafrika gibt den Takt vor

Die führenden Kakaoerzeuger sind die westafrikanischen Staaten Elfenbeinküste und Ghana. Auf den Plantagen beginnen bereits die ersten Verarbeitungsschritte der geernteten Kakaobohnen. Geröstet werden sie meist erst nach dem Export. Aus den Bohnen entsteht schließlich das bekannteste Kakao-Endprodukt: Schokolade.

In Deutschland zählt Schokolade zu den beliebtesten Süßwaren. Auch der Pro-Kopf-Verbrauch ist hoch. Im europäischen Vergleich wird allerdings in der Schweiz am meisten Schokolade pro Kopf konsumiert. Die deutsche Süßwarenindustrie steht trotzdem weit vorn: Gemessen an der Herstellung von Schokoladenwaren ist sie die größte Europas.

Preisbewegung zwischen Ernte und Börse

Bei den Kakaofutures ging es zuletzt wieder aufwärts – auf etwa 5.600 US-Dollar je Tonne, den höchsten Stand seit mehr als einer Woche. Auslöser war vor allem Short-Covering, also das Eindecken zuvor eingegangener Verkaufspositionen. Dazu kamen Prognosen über trockene Bedingungen in der Elfenbeinküste, dem größten Produzenten.

Die Trockenheit schürt Sorgen um die Ernte 2026/27. Frühe Umfragen deuteten zudem auf eine unterdurchschnittliche Cherelle-Bildung an den Kakaobäumen hin. Diese jungen Fruchtansätze sind für die spätere Ernte entscheidend. Fallen sie schwach aus, verschlechtert sich auch der Ausblick auf die Haupternte, die im Berichtsmonat begonnen hat.

Kurzfristig ist das Angebot dennoch reichlich. Für 2025/26 wird ein großer globaler Überschuss erwartet, während die Bestände mit 3,43 Millionen Säcken ein Zwei-Jahres-Hoch erreicht haben. Mittelfristig sieht die Lage weniger bequem aus: Wegen höherer Wetterrisiken werden für 2026/27 schwächere Ernten in Westafrika erwartet.

  • Die Produktion der Elfenbeinküste könnte um etwa 20 Prozent auf 1,75 Millionen Tonnen sinken.
  • Für Ghana wird ein Rückgang um voraussichtlich 13 Prozent auf 650.000 Tonnen erwartet.

Ein ungewöhnlich starkes El Niño könnte die Risiken noch verschärfen. Ab etwa November könnte das Wetterphänomen die trockenen Harmattan-Winde intensivieren. Für die Plantagen bedeutet das mehr Trockenstress – und für den Markt eine weitere Variable, die sich nur schwer wegdiskutieren lässt.

Deutlicher Abstand zum Rekord

Am 29. September 2026 lag der Kakaopreis bei 5.351,37 US-Dollar je Tonne. Auf Tagessicht entsprach das einem Rückgang von 4,25 Prozent, binnen eines Monats von 20,97 Prozent und gegenüber dem Vorjahr von 20,71 Prozent. Die Angaben basieren auf einem CFD, der den Benchmarkmarkt für Kakao abbildet.

Vom historischen Allzeithoch ist dieser Wert weit entfernt. Im Dezember 2024 waren 12.906 US-Dollar je Tonne erreicht worden. Für das Ende des laufenden Quartals wird ein Preis von 5.606,99 US-Dollar je Tonne prognostiziert; über zwölf Monate liegt die Schätzung bei etwa 4.613,20 US-Dollar je Tonne.

Für Verbraucher kommt der Preis an der Börse nicht eins zu eins im Regal an. Zwischen Plantage, erster Verarbeitung, Export, Röstung und Herstellung liegen viele Schritte, dazu kommen Transportkosten und die übrigen Kosten der Süßwarenindustrie. Trotzdem reicht oft schon ein Blick auf die Wetterkarten Westafrikas, und der Schokoladenpreis wirkt plötzlich weniger selbstverständlich.

Quelle: Statista · Quelle: Trading Economics