Der chinesische Hersteller Chery bringt den Kompakt-SUV Fulwin T7 in China zu Einführungspreisen ab umgerechnet rund 12.000 Euro auf den Markt. Für einen knapp 4,6 Meter langen Elektro-SUV klingt das zunächst fast wie ein Druckfehler. Ist es aber nicht: Das Basismodell kostet 94.900 Yuan beziehungsweise etwa 12.000 Euro inklusive Einführungsrabatt, die mittlere Ausstattung 105.900 Yuan beziehungsweise rund 13.900 Euro. Das Topmodell mit Assistenzsystem liegt bei 115.900 Yuan, umgerechnet etwa 15.170 Euro.

Für Europa wäre die Rechnung allerdings eine andere. Transport, Homologation und EU-Strafzölle dürften den Preis deutlich nach oben treiben. Im Raum steht bei einer Markteinführung in der EU ein Betrag von etwa 30.000 Euro. Chery hat den Fulwin T7 bisher zwar nicht offiziell für Europa angekündigt, bereitet laut dem zugrunde liegenden Bericht aber einen Deutschlandstart im ersten Halbjahr 2027 vor. Eine deutsche Zentrale in Raunheim, Hessen, gibt es bereits.

600 Kilometer auf dem Papier

Der T7 misst 4,57 Meter in der Länge und 1,85 Meter in der Breite, ist etwa 1,7 Meter hoch und steht auf einem Radstand von 2,7 Metern. Chery beschreibt ihn als Kompakt-SUV; außerhalb Chinas ist das Fahrzeug bereits als Lepas L6 EV erhältlich. Die zugrunde liegende Plattform wird international für das Modell „Lepas L6“ verwendet. Fulwin wiederum ist seit 2023 eine Elektromarke innerhalb der Chery Group. Modelle des Konzerns werden weltweit teilweise unter den Namen Chery, Exeed oder Lepas angeboten.

Bei den Antriebsangaben gibt es je nach Quelle eine unterschiedliche Zuordnung: Der Fulwin T7 wird mit einem Elektromotor an der Hinterachse beschrieben, während eine weitere Angabe einen Motor an der Vorderachse nennt. In beiden Fällen stehen 178 kW beziehungsweise 239 PS und 275 Nm Drehmoment im Datenblatt. Der Akku fasst 65,05 kWh; serienmäßig ist ein rund 65 kWh großer LFP-Akku von Gotion verbaut. Die Lithium-Eisenphosphat-Zellen gelten als langlebig und brandsicher.

Nach dem chinesischen CLTC-Zyklus sind bis zu 600 Kilometer Reichweite möglich. Für den WLTP-Zyklus wären schätzungsweise etwa 480 Kilometer zu erwarten. Wer auf der Autobahn dauerhaft 130 km/h fährt, dürfte eher mit rund 300 bis 350 Kilometern rechnen. Von 30 auf 80 Prozent soll der Akku in ungefähr 20 Minuten geladen sein. Dazu kommen eine Wärmepumpe, eine elektrische PTC-Heizung und eine 6,6-kW-V2L-Funktion, mit der sich externe Geräte versorgen lassen – vom Werkzeug bis zum Campingkocher, theoretisch zumindest.

Schmale Augen, großes Glasdach

Optisch setzt der Fulwin T7 auf eine geschlossene Front, schmale Scheinwerfer und einen X-förmigen Stoßfänger. Eine weitere Beschreibung nennt an dieser Stelle einen trapezförmigen Lufteinlass. Klassische Türgriffe, dunkle Räder, ein großes Glasdach und ein durchgehendes Rücklicht im Dachspoiler prägen den Auftritt. Kein wildes Showcar also, eher die glatte, moderne SUV-Linie, die man derzeit auf vielen internationalen Märkten sieht.

Im Innenraum sitzt ein freistehendes 40-Zentimeter-Display, also ein 15,6-Zoll-Touchscreen mit 2.5K-Auflösung. Apple CarPlay, Huawei HiCar und CarLink werden unterstützt. Daneben gibt es ein schmales digitales Kombiinstrument und ein D-förmiges Dreispeichenlenkrad. In günstigeren Varianten arbeitet ein Qualcomm-8155-Chip, das Topmodell bekommt den 4-nm-Chip Qualcomm SA8775. Für die Sprachsteuerung ist das Large Language Model „Doubao“ vorgesehen.

Die Vordersitze lassen sich vollständig nach hinten beziehungsweise flach umklappen. Dadurch entsteht eine Liegefläche von etwa 1,95 × 1,31 Metern. Beide Sitze sind jeweils dreistufig beheiz- und belüftbar. Der Kofferraum nimmt regulär 450 Liter auf, bei umgelegten Rücksitzen wächst das Ladevolumen auf bis zu 1.550 Liter. Ein Wochenende unterwegs? Das Gepäck sollte sich ausgehen, selbst wenn die Reisetasche wieder einmal größer ausfällt als geplant.

22 Sensoren im Topmodell

Das Spitzenmodell trägt das Fahrerassistenzsystem „Falcon 500“. Dafür arbeiten sieben Kameras, drei Radarsensoren und zwölf Ultraschallsensoren zusammen – insgesamt 22 Sensoren. Die Radar-Angabe wird auch als drei Millimeterwellen-Radarsensoren sowie sieben hochauflösende Kameras beschrieben.

Zum Funktionsumfang gehören Autobahnassistenz (NOA), eine intelligente Geschwindigkeitsregelung und automatisches Einparken. Die „Track-Back“-Funktion speichert die letzten 100 Meter einer Rückwärtsfahrt und kann diese Strecke anschließend wieder zurückfahren. Praktisch in einer engen Zufahrt oder im Parkhaus, wo man nach dem Rangieren schon einmal kurz den Überblick verliert.

Neun Airbags gehören zur Sicherheitsausstattung. Laut Chery besteht die Karosserie zu 80 Prozent aus hochfestem Stahl. Ob sämtliche Assistenz- und Sicherheitsfunktionen in dieser Form in Europa angeboten werden könnten, hängt allerdings von der Homologation und den europäischen Anforderungen ab.

China-SUVs wollen mehr als billig sein

Von Januar bis Juli 2026 lieferte Fulwin in China knapp mehr als 51.000 Fahrzeuge aus. Das passt in ein größeres Bild: Chinesische Hersteller bringen derzeit eine neue Generation elektrischer SUVs nach Europa. Diese Autos werden nicht mehr hauptsächlich über den Preis definiert, sondern über Reichweite, Ladeleistung, Software, Innenraumqualität sowie Sicherheits- und Assistenzsysteme.

Frühere China-Modelle galten häufig als Übergangslösungen. Die neuen Fahrzeuge sind dagegen auf eine dauerhafte Marktposition in Europa ausgerichtet. Dafür müssen sie europäische Sicherheits-, Assistenz- und Datenschutzanforderungen berücksichtigen. Große Produktionsmengen bei Batteriezellen, Leistungselektronik und Software helfen den Herstellern, Kosten zu drücken. Gleichzeitig ist die Serienausstattung oft umfangreich – Funktionen, die bei europäischen Modellen nicht selten extra bezahlt werden müssen.

Das SUV-Segment ist für diesen Vorstoß besonders wichtig, weil Privatkunden und Flotten in Europa dort stark nachfragen. BYD erweitert seine SUV-Palette zunehmend in größere Fahrzeugklassen. Neben dem Seal U sind größere Elektro-SUVs für Familien und Vielfahrer geplant, mit hohen WLTP-Reichweiten, weiterentwickelten Blade-Batterien und Allradvarianten. Die Marke positioniert sich als Volumenhersteller mit wachsendem Qualitätsanspruch und klarer Preisstruktur.

NIO bleibt stärker auf das Premiumsegment konzentriert. Neue ES-SUVs sollen effizienter werden und stärker auf Software und digitale Dienste setzen. Das Batteriewechselsystem bleibt ein wichtiges Merkmal, vor allem für Vielfahrer und Dienstwagenkunden; günstigere Submarken sollen weitere Zielgruppen ansprechen. XPeng verfolgt derweil einen technologieorientierten Ansatz mit eigenen Assistenzsystemen, integrierten Softwareplattformen und regelmäßigen Over-the-Air-Updates.

Bei Geely und Zeekr geht es sportlicher und premiumorientierter zu. Neue SUVs sollen moderne Hochvolt-Architekturen, kurze Ladezeiten und leistungsstarke Allradantriebe erhalten. Angesprochen werden Kunden, die Performance, Design und Elektromobilität verbinden möchten – nicht gerade die genügsamste Kombination, aber eine mit Zugkraft.

Software, Restwerte und der lange Weg zum Vertrauen

Die technische Entwicklung chinesischer Elektro-SUVs schreitet schnell voran. Neue Batteriearchitekturen, höhere Systemspannungen und die enge Verbindung von Hardware und Software bestimmen die Richtung. Viele Modelle sollen serienmäßig eine Wärmepumpe, intelligente Batterievorkonditionierung und leistungsfähiges Schnellladen bieten. Das Infotainment wird dabei zum zentralen Fahrzeugbetriebssystem mit App- und Cloud-Anbindung. Hochvolt-Ladesysteme mit verkürzten Ladezeiten, weiterentwickelte LFP- und strukturelle Batteriekonzepte sowie ein hoher Softwareanteil mit kontinuierlichen Funktionsupdates gehören ebenfalls zu den großen Themen.

In der Kompakt- und Mittelklasse liegen viele chinesische Modelle weiterhin unter vergleichbaren europäischen Fahrzeugen. Skaleneffekte und eine umfangreiche Grundausstattung sorgen für klarere Preise und weniger kostenpflichtige Zusatzoptionen. Im Premiumsegment nähern sich die Preise chinesischer E-SUVs hingegen etablierten Marken an. Dort wird vor allem bei Ladeleistung, Reichweite, Softwarefunktionen und Innenraumqualität konkurriert.

Für Leasing- und Flottenkunden zählen neben dem Anschaffungspreis die Restwerte und Gesam