Deutsche Bahn senkt Monatskartenpreise und schafft Streckenkarten-Abos ab
Wer regelmäßig mit der Deutschen Bahn pendelt, sollte die kommenden Wochen im Kalender markieren. Ab dem 21. Oktober werden Monatskarten im Fernverkehr um 25 Prozent günstiger. Auch Schülermonatskarten ohne Abo sinken im Preis. Für viele Reisende dürfte das eine spürbare Entlastung sein – gerade auf Strecken, auf denen sich die monatlichen Kosten sonst ordentlich summieren.
Gleichzeitig verabschiedet sich die DB bei Streckenkarten vom Abo-Modell. Zeitkarten werden künftig ausschließlich ohne Abo angeboten. Kundinnen und Kunden kaufen sie also nur noch für den Zeitraum, in dem sie tatsächlich gebraucht werden. Wer im Urlaub ist, zahlt damit nicht mehr versehentlich für eine ungenutzte Karte weiter. Bisherige Abo-Kundinnen und -Kunden sollen dadurch gleich günstig oder teilweise sogar günstiger fahren.
Mehr Flexibilität für Pendler
Monatskarten bleiben neben der BahnCard 100 und den Mehrfahrtentickets eines der zentralen Angebote für Pendler. Häufig genutzte Zeitkartenstrecken führen etwa von Augsburg nach München, von München nach Ingolstadt, zwischen Düsseldorf und Köln oder von Frankfurt nach Mannheim.
Auf vielen Verbindungen kostet eine ICE-Zeitkarte nicht mehr als eine Zeitkarte für IC/EC. In solchen Fällen bietet die Bahn automatisch die ICE-Zeitkarte zum Kauf an. Sie gilt für ICE, IC/EC, IRE/IR, RE/RB und die S-Bahn – also für sämtliche genannten Produktklassen. Findet die Online-Bestellung für die gewünschte Strecke keine ICE-Verbindung, kann allerdings kein ICE-Abo angeboten werden. Ein persönliches Monats- oder Jahreskarten-Abo für IC/EC und Nahverkehr lässt sich für die jeweilige IC/EC-Strecke separat bestellen.
Ab dem 1. Oktober wird außerdem die Frist für Stornierungen ausgeweitet. Bei Gruppenreisen kann der Sparpreis Gruppe online 14 Tage kostenlos und unverbindlich reserviert werden. Für Umtausch und Erstattung verlangt die DB künftig zehn Euro pro Person und Buchungsvorgang. Bislang waren unabhängig von der Gruppengröße 19 Euro pro Buchung fällig. Stornierungen sind dann bis einen Tag vor dem ersten Geltungstag möglich; bisher mussten Reisende sieben Tage vorher dran sein.
Familienticket kommt dauerhaft
Das Familienticket, das im Sommer angeboten wurde, bleibt. Der Verkauf startet am 26. Oktober, erster buchbarer Reisetag ist der 1. November. Eine Hin- und Rückfahrt in DB-Fernverkehrszügen der 2. Klasse innerhalb Deutschlands kostet pauschal 99,99 Euro, eine einzelne Hin- oder Rückfahrt 59,99 Euro. Die Sitzplatzreservierung ist bereits enthalten – bei Familien mit Kindern kein kleines Detail, wenn im Zug wieder einmal jeder auf den letzten freien Vierer schaut.
Das Ticket gilt für bis zu fünf Personen, unabhängig vom Verwandtschaftsverhältnis. Möglich sind ein Erwachsener ab 15 Jahren mit bis zu vier Kindern oder zwei Erwachsene mit bis zu drei Kindern. Mindestens ein Kind muss mitreisen. Es besteht Zugbindung; Nahverkehrsstrecken können gegen Aufpreis ergänzt werden. Das Angebot ist kontingentiert und wird nur verkauft, wenn ausreichend Sitzplatzkapazitäten für Familien vorhanden sind.
Flexpreis im Reisezentrum digital
Ab dem 13. Dezember gibt die DB Flexpreis-Tickets auch in ihren Reisezentren ausschließlich personalisiert und digital aus. Beim Kauf müssen Reisende lediglich Vor- und Nachnamen angeben. Eine E-Mail-Adresse und ein Smartphone sind nicht erforderlich. Wer lieber Papier in der Hand hat, kann sich das Ticket weiterhin ausdrucken lassen.
Mehr als 99 Prozent der Flexpreis-Tickets werden bereits heute digital und personalisiert ausgestellt. Die Neuerung im Reisezentrum folgt also eher einem laufenden Umbau als einem plötzlichen Schnitt. Für manche praktisch, für andere gewöhnungsbedürftig – beides kann gleichzeitig stimmen.
