Die Entlastung an der Zapfsäule hielt nicht lange. In Deutschland stieg der Dieselpreis wenige Tage nach Beginn des Tankrabatts wieder an. Anfang Oktober kostete der Liter bundesweit durchschnittlich 2,253 Euro – 0,9 Cent mehr als wenige Tage zuvor. Gegenüber dem Ende September lag der Preis je nach Vergleichstag allerdings noch 13,7 bis 17,2 Cent niedriger.

Die Energiesteuersenkung hatte zunächst für einen deutlichen Rückgang gesorgt. Ein Teil dieser Entlastung war jedoch rasch wieder aufgezehrt. Ob die Senkung tatsächlich vollständig an Verbraucher und Unternehmen weitergegeben wurde, bleibt umstritten. Neben Steuern wirken Rohölpreise, Wechselkurse, Raffineriekosten und Margen auf den Endpreis ein.

Für Speditionen wird jeder Cent spürbar

Für Transportunternehmen sind solche Schwankungen mehr als ein Ärgernis am Rand. Bei hohen Fahrleistungen schlagen schon kleine Preisänderungen kräftig zu Buche und erschweren die Kostenplanung. Kurzfristige Rabatte verbessern zwar die Liquidität, schaffen aber kaum Planungssicherheit für Transportverträge und Frachtraten.

In Österreich warnt die Wirtschaftskammer Oberösterreich vor wachsenden Belastungen durch Kraftstoff, Maut, Personal, Fahrzeuge und zusätzliche Regulierung. Günther Reder zufolge ist der Dieselpreis seit Jahresbeginn um etwa 60 Cent je Liter gestiegen. Bei einem Lkw mit rund 120.000 Kilometern Jahresfahrleistung bedeute das eine Mehrbelastung von über 20.000 Euro jährlich.

Die für Oktober und November geplante Spritpreisbremse begrüßt die Branche, ausreichend ist sie aus ihrer Sicht aber nicht. Gefordert werden eine vorübergehende Aussetzung des CO₂-Preises auf gewerblich genutzten Diesel und eine dauerhafte Senkung der Mineralölsteuer auf das europarechtlich zulässige Mindestniveau. Als Vorbild gelten gezieltere Entlastungsmodelle in anderen europäischen Ländern. Ab 2027 erwartet die Branche zudem zusätzliche Kosten durch neue Vorgaben zur Substitution fossiler Energieträger.

Auch die Lkw-Maut sorgt für Streit. Für 2025 weist die ASFINAG Mauteinnahmen von über 2,7 Milliarden Euro aus, davon etwa 1,8 Milliarden Euro aus dem Lkw-Verkehr.

Italien prüft, Polen greift bei Übergewinnen zu

In Italien kritisieren zwölf Verbände des Straßengüterverkehrs und der Logistik, dass Preisnachlässe an öffentlichen Tankstellen nicht gleichermaßen bei direkten „Off-Network“-Kraftstofflieferungen ankommen. Gerade Transportunternehmen nutzen solche Lieferungen häufig. Die Verbände verlangen deshalb eine Überprüfung der Preisentwicklung in diesem Segment und sprechen von Wettbewerbsverzerrungen.

Die allgemeine Dieselsteuersenkung von 6,1 Cent je Liter läuft aus. Ersetzt werden soll sie durch ein System flexibler Verbrauchsteuern: Zusätzliche Einnahmen aus hohen Kraftstoffpreisen sollen für Entlastungen verwendet werden. Einzelne Mineralölunternehmen kündigten außerdem freiwillige Preisobergrenzen an. Eni setzte zunächst einen Diesel-Höchstpreis von 2,19 Euro je Liter fest; auch Q8 und Tamoil kündigten Preisbegrenzungen an.

Die Transportverbände fordern darüber hinaus eine Anpassung des Steuerguthabens für Diesel, höhere beziehungsweise ausreichende Mittel und eine längere Frist für die steuerliche Verrechnung. Die Debatte verschiebt sich damit von allgemeinen Tankrabatten hin zu gezielten Hilfen für den gewerblichen Straßengüterverkehr.

Polens Präsident Karol Nawrocki unterzeichnete Anfang Oktober ein Gesetz über eine Steuer auf außerordentliche Gewinne im Kraftstoffsektor. Die Abgabe gilt für Kraftstoffproduzenten sowie bestimmte Importeure und Händler. Vorgesehen sind 60 Prozent für Produzenten und 50 Prozent für nicht produzierende Verkäufer. Besteuert werden Gewinne oberhalb einer Schwelle, die anhand der Margen des Jahres 2025 berechnet wird.

Die Regierung erwartet daraus Einnahmen von rund vier Milliarden Złoty. Damit sollen unter anderem Maßnahmen zur Abfederung steigender Kraftstoffpreise finanziert werden. Branchenvertreter verlangen zusätzlich direkte Zuschüsse für jeden Liter Diesel, den Unternehmen des gewerblichen Verkehrs mit Fahrzeugen über 3,5 Tonnen kaufen. Als Vorbild wird unter anderem Spanien genannt, wo Entlastungen über Flottenkarten oder Rechnungen abgewickelt werden können.

Für die Übergangszeit fordert die Branche einmalige Kompensationen. Außerdem soll die Dieselverbrauchsteuer auf das EU-rechtlich zulässige Mindestniveau sinken.

Automatische Anpassung statt Nachverhandeln

Polnische Transportverbände drängen auf eine gesetzlich vorgeschriebene Kraftstoffklausel. Frachtraten würden sich damit automatisch an Änderungen der Dieselpreise anpassen. Steigende Kraftstoffkosten müssten nicht erst über neue Verhandlungen an die Auftraggeber weitergegeben werden.

Vergleichbare Regelungen gibt es bereits in Frankreich und Spanien. Eine solche Klausel senkt den Dieselpreis zwar nicht. Sie begrenzt aber das Risiko, dass die Kostensteigerungen vollständig beim Transportunternehmen hängen bleiben – und genau dort wird es für viele Betriebe inzwischen eng.

Ein einheitliches europäisches Modell zur Entlastung des Straßengüterverkehrs zeichnet sich nicht ab. Deutschland setzt auf eine allgemeine Steuersenkung, deren Wirkung teilweise durch neuerliche Preissteigerungen aufgezehrt wurde. Österreichs Transportwirtschaft verlangt dauerhaft günstigeren Gewerbediesel. Italien verbindet auslaufende Steuerentlastungen mit flexiblen Verbrauchsteuern und freiwilligen Preisobergrenzen. Polen finanziert Entlastungsmaßnahmen teilweise über eine Übergewinnsteuer.

Allgemeine, kurzfristige Tankrabatte gelten Transportverbänden in mehreren Ländern als unzureichend. Stattdessen stehen direkte Dieselpreissenkungen, Steuergutschriften und automatische Anpassungen der Frachtraten auf der Wunschliste. Für grenzüberschreitend tätige Flotten entsteht dadurch ein ziemlich uneinheitliches Geflecht nationaler Hilfen. Es kann beeinflussen, wo getankt wird, welche Routen sich rechnen und wie wettbewerbsfähig Transporteure im europäischen Binnenmarkt bleiben.

Mehr Kontrolle über Tank- und Mautkosten

In diesem unruhigen Umfeld versucht die DKV Tankkarte, Unternehmen bei der europaweiten Steuerung ihrer Kraftstoffkosten zu unterstützen. Sie bietet eine Übersicht über Tank- und Mautausgaben in Europa sowie eine zentrale, transparente und für das Finanzamt geeignete Rechnung. Die zentrale Abrechnung soll administrative Prozesse reduzieren – gerade dann, wenn viele Fahrzeuge, Länder und Belege zusammenkommen.

Hinzu kommen ein kostenloses Analytics- und Reporting-Angebot, integriertes Flottenmanagement und europaweite Akzeptanz an Tankstellen. Die digitale, skalierbare Lösung soll bei schwankenden Kraftstoffpreisen mehr Planungssicherheit schaffen und die Auswertung der Kosten erleichtern. Eine persönliche Beratung ist ebenso vorgesehen wie die Bestellung der Tankkarte im Online-Shop.