Für Deutschlands Haushalte wird das Leben spürbar teurer. Im September 2026 stieg die Inflationsrate auf 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im August waren es 2,9 Prozent, im Juli 2,8 Prozent. Damit erreichte die Teuerung den höchsten Stand seit Dezember 2023 und zugleich einen Jahreshöchststand. Gegenüber August zogen die Verbraucherpreise um 0,6 Prozent an.

Gerade beim Blick auf die Heizkosten und den Weg zur Baustelle wird die Entwicklung greifbar. Energiepreise lagen im September 14,9 Prozent über dem Niveau von September 2025. Im August waren es 10,5 Prozent, im Juli 8,3 Prozent und im Juni 3,4 Prozent. Einen stärkeren Anstieg hatte es zuletzt im Februar 2023 mit 19,1 Prozent gegeben.

Energie treibt die Rechnung nach oben

Besonders kräftig verteuerten sich Kraftstoffe mit 37,1 Prozent. Leichtes Heizöl kostete 74,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, Brennholz, Holzpellets und andere feste Brennstoffe 15,6 Prozent. Wer im Herbst den Tank auffüllen oder Brennstoff bestellen musste, dürfte beim Blick auf die Rechnung nicht schlecht gestaunt haben.

Es gab aber auch Gegenbewegungen: Strom war 5,5 Prozent günstiger als im September 2025, Erdgas ohne Betriebskosten 2,8 Prozent und Fernwärme 1,0 Prozent. Zu den niedrigeren Preisen bei Strom, Erdgas und Fernwärme trugen teilweise die seit Jahresbeginn umgesetzten Maßnahmen der Bundesregierung bei. Die erneute Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe trat allerdings erst am 1. Oktober 2026 in Kraft und konnte die Septemberwerte deshalb noch nicht beeinflussen.

Im Monatsvergleich schlug Energie mit plus 3,8 Prozent zu Buche. Leichtes Heizöl verteuerte sich binnen eines Monats um 18,5 Prozent, Kraftstoffe um 6,9 Prozent. Diesel legte um 7,5 Prozent zu, Superbenzin um 6,7 Prozent.

Auch beim Einkauf blieb es nicht ruhig. Nahrungsmittel waren im September 0,4 Prozent teurer als ein Jahr zuvor, nach 0,1 Prozent im August. Eier kosteten 15,2 Prozent mehr, frisches Gemüse 12,0 Prozent und Fisch, Fischwaren sowie Meeresfrüchte 4,5 Prozent. Speisefette und Speiseöle wurden dagegen 15,0 Prozent günstiger, darunter Butter sogar 29,5 Prozent. Frisches Obst verbilligte sich um 4,9 Prozent, Molkereiprodukte um 5,5 Prozent.

Von August auf September stiegen die Lebensmittelpreise um 0,4 Prozent. Gemüse wurde dabei um 3,5 Prozent teurer, Fleisch und Fleischwaren hingegen um 0,5 Prozent günstiger. Internationale Flüge verbilligten sich um 7,3 Prozent, Pauschalreisen ins Ausland um 4,2 Prozent. Bekleidungsartikel verteuerten sich dagegen um 5,6 Prozent.

Waren, Dienstleistungen und die Kosten rund ums Wohnen

Waren kosteten 3,8 Prozent mehr als im September 2025. Bei den Verbrauchsgütern betrug der Anstieg 5,4 Prozent, vor allem wegen der Energiepreise; Gebrauchsgüter verteuerten sich um 1,0 Prozent. Informationsverarbeitungsgeräte lagen 9,2 Prozent höher, Tabakwaren 5,6 Prozent. Preisrückgänge gab es unter anderem bei Kaffee, Tee und Kakao mit 3,3 Prozent sowie bei Haushaltsgeräten mit 2,5 Prozent.

Dienstleistungen verteuerten sich um 2,7 Prozent. Dienstleistungen sozialer Einrichtungen stiegen um 6,3 Prozent, Wartung und Reparatur von Fahrzeugen um 4,7 Prozent, Friseurleistungen und andere Körperpflege um 4,3 Prozent. Pauschalreisen lagen 3,8 Prozent höher, Wasserversorgung und andere wohnungsbezogene Dienstleistungen 3,7 Prozent. Nettokaltmieten stiegen um 1,9 Prozent, Telekommunikationsdienstleistungen um 0,2 Prozent.

Die Inflationsrate ohne Energie lag bei 2,1 Prozent, ohne Heizöl und Kraftstoffe bei 1,8 Prozent. Die Kerninflation ohne Nahrungsmittel und Energie blieb mit 2,4 Prozent auf dem Niveau von Juli und August.

Für die tägliche Planung am Bau ist das keine Nebensache: Material, Mobilität, Wärme und Dienstleistungen landen an ganz unterschiedlichen Stellen in der Kalkulation. Mal zieht der Diesel an, mal das Heizöl, während ein anderes Produkt plötzlich günstiger wird. So einfach ist die Preislage eben nicht.

VPI, HVPI und zwei Blickwinkel auf die Preisentwicklung

Das Statistische Bundesamt meldete für September 2026 voraussichtlich ebenfalls einen Anstieg des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und um 0,6 Prozent gegenüber August. Der HVPI dient vor allem dem Vergleich im Euroraum und der Bewertung der Preisstabilität in der europäischen Geldpolitik. VPI und HVPI unterscheiden sich unter anderem beim Erfassungsbereich, bei der Methodik und bei der Gewichtung.

Seit Januar 2026 wird der HVPI nach umfangreichen methodischen und klassifikatorischen Änderungen auf der Basis 2025 = 100 ausgewiesen. Für Deutschland berechnet das Statistische Bundesamt den Index nach harmonisierten europäischen Methoden. Er misst die durchschnittliche Preisentwicklung der von privaten Haushalten gekauften Waren und Dienstleistungen.

Die Bundesbank weist für den HVPI im September ebenfalls 3,3 Prozent aus, nach 2,9 Prozent im August und 2,8 Prozent im Juli. Bei Energie zeigte sich dort ein Anstieg von 13,4 Prozent, nach 9,4 Prozent im August und 7,3 Prozent im Juli. Industrieerzeugnisse ohne Energie verteuerten sich um 2,1 Prozent, nach 2,0 Prozent im August und 1,5 Prozent im Juli. Die Teuerungsrate für Dienstleistungen sank leicht auf 2,8 Prozent, nach 2,9 Prozent im August und 3,3 Prozent im Juli.

Die HVPI-Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel ging von 2,6 auf 2,5 Prozent zurück. Nahrungsmittel einschließlich Alkohol und Tabak stiegen um 1,1 Prozent, nach 0,9 Prozent im August. Der HVPI ohne Energie lag bei 2,3 Prozent und damit unverändert gegenüber August. Auch der nationale Verbraucherpreisindex stieg um 3,3 Prozent, nach 2,9 Prozent im August.

Im HVPI entfallen 8,9 Prozent der Gewichte auf Energie, 16,2 Prozent auf Nahrungsmittel einschließlich Alkohol und Tabak, 27,6 Prozent auf Industrieerzeugnisse ohne Energie und 47,4 Prozent auf Dienstleistungen. Im Unterschied zum nationalen VPI enthält der HVPI insbesondere nicht die Kosten für selbstgenutztes Wohneigentum; dadurch ist der Anteil der Dienstleistungen im HVPI geringer.

Die endgültigen Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes für September 2026 sollen heute, am 13. Oktober 2026, veröffentlicht werden. Die endgültigen HVPI-Ergebnisse der Bundesbank sollen am 16. Oktober 2026 folgen. Wer wissen möchte, wie stark die eigene Geldbörse tatsächlich betroffen ist, kann beim Statistischen Bundesamt den Inflationsrechner nutzen und die persönliche Inflationsrate anhand der individuellen Konsumausgaben berechnen.

Und dann steht man wieder im Baumarkt, mit einer Liste in der Hand, dem Geruch von Holz und Farbe in der Nase und der leisen Hoffnung, dass wenigstens der nächste Einkauf nicht schon wieder mehr kostet.

Quelle: GABOT
Quelle: Statistisches Bundesamt
Quelle: Deutsche Bundesbank