Der Herbst zeigt sich in Deutschland gerade von seiner nassen Seite: Sinkende Temperaturen und Regen lassen die Nachfrage nach Heizöl steigen. Wer den Tank füllen muss, schaut deshalb genauer hin – zumal die Preise nach einem leichten Abwärtstrend zuletzt wieder etwas angezogen haben.

Bis zum 4. Oktober zahlten Verbraucher in Deutschland etwa 1,66 bis 1,72 Euro pro Liter. Die tatsächlichen Kosten unterscheiden sich allerdings je nach Anbieter und Produktart. Premium-Heizöl liegt über dem Preis der Standardvariante. Die genannten Durchschnittswerte dienen daher vor allem dem Vergleich, werden täglich aktualisiert und können sich jederzeit ändern.

Warum der Preis derzeit kaum nachgibt

Eine deutliche Entspannung am Energiemarkt zeichnet sich momentan nicht ab. Heizöl-Expertin Claudia Lohse erklärt den jüngsten Rückgang mit besseren Aussichten für die Rohölverfügbarkeit aus dem Nahen Osten. Für deutlich niedrigere Preise reicht das aber nicht automatisch.

Solange Sicherheitsrisiken für Öltransporte im Nahen Osten bestehen, Raffinerieprodukte knapp sind und Niedrigwasser den Transport auf dem Rhein erschwert, bleibt der Spielraum nach unten begrenzt. Dazu kommen internationale Krisen und andere schwer kalkulierbare Faktoren. Eine verlässliche Prognose der Heizölpreise ist deshalb schwierig – manchmal reicht schon eine Nachricht aus dem Ausland, und die Rechnung sieht wieder anders aus.

Die Daten stammen von HeizOel24 und wurden am 8. Oktober um 9:10 Uhr erfasst. Der Preis zum jeweiligen Bestelltag ist trotzdem keine Garantie für den Endbetrag. Neben dem Literpreis können Liefer- oder Kilometerpauschalen anfallen.

Vergleichen, rechnen, Lager nicht vergessen

Heizöl ist tendenziell in den kalten Monaten teurer, weil dann mehr Haushalte bestellen. Niedrigere Preise werden häufig im Frühjahr und Sommer angeboten. Entscheidend ist aber nicht nur der Zeitpunkt: Auch der Anbieter beeinflusst den Endpreis. Online-Preisvergleiche zeigen aktuelle Angebote und regionale Unterschiede. Für die Berechnung werden unter anderem die Postleitzahl und die benötigte Menge berücksichtigt.

Ein Blick auf mehrere Händler und Vergleichsportale kann sich gerade bei schwankenden Energiepreisen lohnen. Dabei sollte man nicht nur auf die große Zahl pro Liter starren. Qualität, die Seriosität des Anbieters und mögliche Liefergebühren gehören ebenfalls auf die Checkliste.

Größere Bestellmengen können durch Mengenrabatte günstiger werden. Das klingt zunächst angenehm, doch der Tank ist kein Zaubertrick: Lagerkapazität und tatsächlicher Verbrauch müssen zur Bestellung passen. Wer zu viel bunkert, bindet Geld und hat womöglich lange etwas davon.

Manche Händler bieten Festpreisverträge für eine bestimmte Menge und Laufzeit an. Sie schützen vor weiteren Preissteigerungen, können sich bei fallenden Preisen aber als teurere Lösung erweisen. Heizölkäufer müssen dabei also ein Stück weit abwägen – Sicherheit gegen die Chance auf einen günstigeren Einkauf.

Rohöl, Dollar und CO₂ im Hintergrund

Heizölpreise hängen unter anderem von den internationalen Rohölpreisen ab. Diese wiederum reagieren auf politische Instabilität, Wetter, Veränderungen der Förderpolitik und Schwankungen bei der Nachfrage. Weil Rohöl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, spielt außerdem der Wechselkurs eine Rolle: Ein stärkerer Euro kann Heizöl in der Eurozone verbilligen, ein schwächerer Euro es verteuern.

Auch steigende Preise für CO₂-Zertifikate wirken hinein. Sie erhöhen die Kosten fossiler Brennstoffe wie Heizöl; diese Mehrkosten können an die Verbraucher weitergegeben werden. Auf der anderen Seite senken effiziente Heizsysteme und eine gute Dämmung den Verbrauch und damit die Brennstoffkosten. Sparsame Heizsysteme sowie regenerative Anlagen wie Wärmepumpen können den Heizölverbrauch weiter reduzieren.

Der Blick auf die Heizöl-Jahreskurve

Die HeizOel24-Datenbank enthält tägliche Heizöl-Preisnotierungen aus den vergangenen 20 Jahren. Daraus werden Monatsdurchschnittspreise gebildet und ausgewertet. Häufig zählen Januar und Februar zu den günstigsten Monaten für den Heizölkauf – allerdings unterscheiden sich die saisonalen Entwicklungen von Jahr zu Jahr.

Über eine Jahresauswahl lassen sich verschiedene Zeiträume vergleichen. Die Kurven zeigen: Heizölpreise schwanken im Jahresverlauf, und ein vermeintlich günstiger Monat ist keine feste Zusage für die nächste Saison. Anders als leitungsgebundene Energie wie Erdgas, Fernwärme und Strom kann Heizöl jedoch in einer günstigen Marktphase gekauft und gelagert werden. Der Geruch im Keller ist dann vielleicht nicht jedermanns Sache, der Spielraum beim Einkauf schon.